Krankheiten

Hammerzeh

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Als Hammerzeh (Hallux malleus, Digitus malleus) bezeichnet man eine Fehlstellung eines Zehs, bei der meist das Mittelglied nach oben und das Endglied nach unten gebeugt sind. Meistens ist diese Erkrankung nicht angeboren, sondern wird durch Fußfehlstellungen begünstigt. Mit einem geeignetem Schuhwerk oder einer Hammerzeh-Operation kann die Fehlstellung behandelt werden. Hier lesen Sie alles Wichtige zu Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten bei einem Hammerzeh.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. Q66M20ArtikelübersichtHammerzeh
  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Hammerzeh: Beschreibung

Bei einem Hammerzeh (Hallux malleus, Digitus malleus) ist das Mittelgelenk des Zehs so stark nach oben gebeugt, dass das Endglied wie ein Hammer auf den Boden zeigt. Es gibt auch noch eine seltenere Form dieser Fehlstellung, bei der nur das Endglied betroffen ist: die Endgelenk-Hammerzehe (Malletzehe). Bei ihr ist das Endgelenk so stark gekrümmt, dass die Zehenkuppe den Boden berührt.

Die meisten Menschen, die von einem Hammerzeh betroffen sind, leiden auch unter einer Fußfehlstellung wie einem Spreizfuß, Hohlfuß oder einer Ballenzehe (Hallux valgus). Selten ist ein Hammerzeh angeboren.

Schon geringe Fehlstellungen können Schmerzen verursachen. Ist der Hammerzeh stark ausgeprägt, finden die Betroffenen oft keine passenden Schuhe mehr. Gerade bei dieser Erkrankung ist ein gutes Schuhwerk allerdings unverzichtbar. Bei einer leichten Fehlstellung können gut passende Schuhe oft schon die Beschwerden verbessern. Alternativ kommt eine Hammerzeh-Operation in Frage, bei der es verschiedene Operationstechniken gibt.

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Hammerzeh: Symptome

Ein Hammerzeh muss nicht zwangsläufig zu Beschwerden führen. Meistens gehen Betroffene nur dann zum Arzt, wenn sie starke Schmerzen haben. Andere leiden darunter, dass sich ihre Fußform durch den Hammerzeh optisch verändert. Schreitet die Erkrankung weiter fort, finden Betroffene keine Schuhe mehr, die ihnen gut passen. Drücken die Schuhe, können sich bei einem Hammerzeh auch vermehrt Hornschwielen wie Hühneraugen an den Zehen oder unter dem Fußballen bilden. Teilweise lösen diese Verschwielungen starke Schmerzen aus.

Bei allen beschriebenen Symptomen muss man beachten, dass sie nicht mit dem Grad der Fehlstellung in Verbindung stehen müssen. Schon ein gering ausgeprägter Hammerzeh kann starke Beschwerden hervorrufen, während andere Menschen auch mit stark ausgeprägten Hammerzehen keine Symptome verspüren.

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Hammerzeh: Ursachen und Risikofaktoren

Die meisten Hammerzehen entstehen im Laufe des Lebens. Dabei gibt es bestimmte Risikofaktoren, die diese Fehlstellung begünstigen:

Unpassendes Schuhwerk:

Vor allem zu kleine oder zu schmale Schuhe können dazu führen, dass die Zehen gestaucht werden. Auf Dauer werden die Fußmuskeln geschwächt und können die Position der Zehen immer weniger steuern. Anfangs kann der Zeh zwar mit der Hand noch gut nach oben und unten gebogen werden. Sind die Zehen aber über eine längere Zeit in ungünstigen Schuhen gefangen, bleibt die Verformung fest.

Begleitende Fußfehlstellung:

Ein Spreizfuß oder Hohlfuß verändert das Fußgewölbe. Wird der Fuß bei einer dieser Fehlstellungen durch Übergewicht oder unpassende Schuhe über- oder fehlbelastet, verliert der Vorfuß seine Spannung. Das Längsgewölbe sinkt ab, und die Zehen weichen auseinander. Dadurch verändert sich die Zugrichtung der Muskeln und Sehnen. Die Zehen werden hammerartig verkrümmt.

Auch bei einem Ballenzeh (Hallux valgus) können Hammerzehen entstehen. Hier weicht die Großzehe manchmal so stark nach außen ab, dass sie sich unter die anderen Zehen schiebt oder diese verdrängt.

Neurologische Störungen:

Bei einer spastischen Lähmung treten manchmal Muskelverkrampfungen (Kontrakturen) an den Füßen auf, die zu einem Hammerzeh führen können. Auch bei anderen neurologischen Krankheiten wie der Friedreich-Ataxie entstehen häufiger Hammerzehen. Das liegt daran, dass Erkrankte oft zusätzlich an einem Hohlfuß leiden, der ein Risiko für eine Hammerzehe darstellt.

Nach Trauma:

Ein Trauma (etwa ein Unfall) kann ein sogenanntes Kompartmentsyndrom zur Folge haben - eine massive, umschriebene Druckerhöhung im Gewebe, welche die Durchblutung beeinträchtigen und die Funktion von Muskeln und Nerven stören kann. Als Folge kann ein Hammerzeh entstehen.

Rheuma:

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische Gelenkentzündung. Sie kann auch in den Zehengelenken auftreten und einen Hammerzeh begünstigen.

Ein Hammerzeh ist in seltenen Fällen angeboren. Dann tritt er schon bei Kleinkindern auf, die noch gar nicht laufen können und keine einengenden Schuhe tragen. Bei diesen Kindern sind meistens beide Füße betroffen, bevorzugt die zweite Zehe. Anfangs ist die Zehenkuppe leicht nach unten gebeugt. In den ersten Lebensjahren ist es aber noch möglich, den betroffenen Zeh flexibel zu bewegen. Lässt man die Hammerzehe aber nicht behandeln, können die Zehengelenke versteifen. Es bildet sich ein typischer Hammerzeh aus.

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Hammerzeh: Untersuchungen und Diagnose

Einen Hammerzeh erkennt ein Arzt meistens schon, wenn er sich den Fuß anschaut. Diese Diagnose wird unterstützt, wenn der Patient von den typischen Symptomen berichtet.

Der Arzt prüft, ob sich der Zeh noch bewegen lässt. Dadurch kann er unterscheiden, ob es sich um eine steife (kontrakte) oder bewegliche (flexible) Form von Hammerzeh handelt. Bei einer flexiblen Fehlstellung kann der Arzt die Krümmung ausgleichen, wenn er von der Fußsohle her gegen das Zehengelenk drückt (Push-up-Test). Bei einer steifen Fehlstellung funktioniert dies nicht. Die Unterscheidung zwischen einer steifen und einer beweglichen Hammerzeh ist wichtig für eine korrekte Behandlung.

Manchmal werden Röntgenaufnahmen des Fußes angefertigt. Sie dienen vor allem dazu, eine Hammerzeh-Operation zu planen.

Video: Hammerzeh und Krallenzeh loswerden (August 2020).

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