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Grauer Star

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Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der lifelikeinc.com und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

Mehr über die lifelikeinc.com-ExpertenGrauer Star (Katarakt) ist eine Augenerkrankung, bei der sich die sonst klare Linse zunehmend trübt. Das Sehvermögen nimmt dadurch stetig ab. Oft ist Grauer Star altersbedingt. Er kann aber auch andere Auslöser haben. Dazu zählen zum Beispiel Stoffwechselerkrankungen sowie Fehlbildungen und Verletzungen des Auges. Mit einer Operation lässt sich Grauer Star gut therapieren. Unbehandelt kann er zur Erblindung führen. Lesen Sie hier, welche Anzeichen auf Grauen Star hindeuten, welche Rolle das Alter spielt und warum eine Sonnenbrille unter Umständen einen Katarakt verhindern kann.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. H28H25Q12H26

"Haben Sie einen grauen Star, achten Sie auf Ihre Symptome. Bei starker Blendempfindlichkeit, unscharfem Sehen und Problemen beim Autofahren sollten Sie an eine Graue-Star-Operation denken."

Dr. med. Mira SeidelArtikelübersichtGrauer Star
  • Symptome
  • Ursachen & Risikofaktoren
  • Untersuchung & Diagnose
  • Behandlung
  • Verlauf & Prognose
  • Vorbeugung

Kurzübersicht

  • Symptome: Verschlechterung der Sehkraft, Blendempfindlichkeit, Sehen „wie durch einen Schleier/Nebel“
  • Ursachen: Alter, genetische Faktoren, andere Erkrankungen (z. B. Diabetes mellitus), Augenentzündungen, -verletzungen oder -fehlbildungen
  • Diagnose: u. a. Patientengespräch, Sehtest, diverse Untersuchungen des Auges mittels Licht (Brückner-Text, Spaltlampe)
  • Behandlung: Operation
  • Prognose: gute Erfolgsaussichten bei Operation
Wie wird Grauer Star operiert? - Teil 1Grauer Star lässt sich mit Medikamenten nicht behandeln. Aber mit einer Operation kann der Arzt die getrübte Linse durch eine künstliche ersetzen. Sehen Sie hier, wie die OP abläuft.Grauer Star lässt sich mit Medikamenten nicht behandeln. Aber mit einer Operation kann der Arzt die getrübte Linse durch eine künstliche ersetzen. Sehen Sie hier, wie die OP abläuft.Zum Inhaltsverzeichnis

Grauer Star: Symptome

Trübt sich der Blick und scheint die Welt hinter einem Schleier zu verschwinden, könnte das ein Anzeichen für die Augenkrankheit Grauer Star sein. „Grau“ deshalb, weil sich die Linse bei fortgeschrittener Erkrankung gräulich färbt. Der Namenszusatz „Star“ leitet sich vom starren Blick ab, den Erkrankte haben, wenn sie durch die Augenerkrankung (nahezu) erblindet sind.

  • Grauer Star: „Einmal im Jahr zum Augencheck“

    Drei Fragen an

    Dr. med. habil. Wolfgang Herrmann,
    Facharzt für Augenheilkunde
  • 1

    Bekommt jeder (altersbedingten) Grauen Star?

    Dr. med. habil. Wolfgang Herrmann

    Eine zunehmende Eintrübung der Linse gehört zum Altern dazu. Von einem „Grauen Star“ sprechen wir Augenärzte erst dann, wenn durch die trübe Linse die Sehschärfe abnimmt und sich die Sehqualität verschlechtert. Erkrankungen wie Diabetes, eine ungesunde Ernährung oder Rauchen können dazu führen, dass sich die Linse schneller eintrübt. Auch UV-Licht begünstigt einen Grauen Star - eine Sonnenbrille kann hier schützen.

  • 2

    Kann ich selbst testen, ob ich Grauen Star habe?

    Dr. med. habil. Wolfgang Herrmann

    Betroffenen fällt oft auf, dass sie schlechter sehen oder sie nachts beim Autofahren stark geblendet sind. Auch Farben werden anders wahrgenommen. Das sind alles Sehprobleme, die auch von anderen Augenerkrankungen hervorgerufen werden können. Darum sollten Sie zum Augenarzt. Nur er kann zweifelsfrei einen grauen Star erkennen. Mein Rat: Ältere Menschen sollten einmal im Jahr ihre Augen checken lassen.

  • 3

    Wie schnell muss operiert werden?

    Dr. med. habil. Wolfgang Herrmann

    Generell wird der graue Star dann operiert, wenn Sie im Alltag Probleme haben, oder zu schlecht sehen, um noch Fahren zu können. Aber keine Angst: Mit über 700.000 Eingriffen im Jahr, ist die Behandlung des grauen Stars eine der häufigsten Operationen. Und weil sich die Methoden immer weiter verbessern - Sie können dabei auch Fehlsichtigkeiten korrigieren - lassen sich die meisten eher früher als später operieren.

  • Dr. med. habil. Wolfgang Herrmann,
    Facharzt für Augenheilkunde

    Herrmann leitet die Augenklinik am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg. Zu seinem Schwerpunkten gehören die refraktive Chirurgie bei Fehlsichtigkeiten und die Behandlung von Netzhauterkrankungen.

Je nach Stadium verursacht Grauer Star unterschiedliche Symptome. Zu Beginn der Erkrankung verschlechtert sich das Sehen, Betroffene werden zunehmend blendempfindlich. In der Mitte des Gesichtsfeldes entsteht eine Art Nebel, durch den Gegenstände unscharf oder wie hinter einem Schleier wahrgenommen werden.

Dieser Nebel wird mit der Zeit immer dichter und breitet sich im Laufe der Erkrankung auf das gesamte Gesichtsfeld aus. Farben, Kontraste und Konturen verblassen nach und nach und scheinen miteinander zu verschmelzen. Die räumliche Wahrnehmung und damit auch die Orientierungsfähigkeit verschlechtern sich.

Häufig ignorieren Betroffene die Symptome zunächst, überspielen sie oder führen sie auf andere Ursachen wie Müdigkeit zurück. Vor allem beim Grauen Altersstar, der sich als Folge des normalen Alterungsprozesses entwickelt, werden Symptome häufig auf das altersbedingte Nachlassen der Augen und nicht auf eine manifeste Augenerkrankung wie Grauer Star zurückgeführt.

So verändert sich das Bild bei Grauem StarDurch die Eintrübung der Augenlinse können Farben, Kontraste und Konturen von Objekten nicht mehr so gut wahrgenommen werden.

Einzelne und komplette Ausfälle des Sichtfeldes, wie sie beim Grünen Star (Glaukom) auftreten, gibt es beim Grauen Star nicht.

Grauer Star: Symptome im Krankheitsverlauf

Im weiteren Verlauf der Erkrankung stellen sich beim Grauen Star Symptome ein, die Betroffene im Alltagsleben stark belasten können. Dazu gehören:

  • deutliche Blendempfindlichkeit (etwa bei hellem Sonnenlicht oder Blitzlicht)
  • undeutliche optische Wahrnehmung
  • schlechtere Hell-Dunkel-Anpassung
  • Anstrengung beim Lesen oder Fernsehen
  • eingeschränktes räumliches Sehen
  • Unsicherheit im Straßenverkehr

Diese Symptome können bei jedem Patienten unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Sie müssen auch nicht zwangsläufig (alle) auftreten.

Grauer Star im Spätstadium macht ein normales Alltagsleben fast unmöglich: Die Sehleistung kann sich innerhalb kurzer Zeit so dramatisch verschlechtern, dass es einer Erblindung gleichkommt.

Betrifft Grauer Star beide Augen, ist es für Betroffene oft schwer einzuschätzen, wie weit fortgeschritten die Sehverschlechterung ist. Gefährlich wird das zum Beispiel im Straßenverkehr.

Grauer Star: Angehörige sollten auf Anzeichen achten

Gerade weil Betroffene die Sehverschlechterung oft falsch einschätzen oder verleugnen, ist es wichtig, dass die Angehörigen Symptome für Grauen Star kennen und richtig deuten. In frühen Stadien der Erkrankung werden Betroffene bei gewohnten Aktivitäten unsicherer, zum Beispiel beim Autofahren oder Lesen. Das merkt man etwa daran, dass die Patienten häufig einen angestrengten Gesichtsausdruck zeigen.

In späteren Stadien kann die Sehverschlechterung so schlimm werden, dass Betroffene oft danebengreifen, wenn man ihnen etwas reicht oder sie selbst etwas in die Hand nehmen möchten. Außerdem brauchen sie lange, um sich in einer Umgebung zurechtzufinden, in der sie sich nicht auskennen. Deshalb meiden sie oft fremde und unbekannte Regionen. Auch im eigenen häuslichen Umfeld wird die Orientierung schwieriger. Meist tendieren Menschen mit Grauem Star dazu, penibel Ordnung zu halten, damit sie auch ohne volle Sehkraft alles wiederfinden können.

Angeborener Grauer Star: Symptome

Auch Kinder können am Grauen Star erkranken. Mediziner sprechen dann vom kindlichen oder angeborenem Katarakt. Die Linsentrübung kann bereits bei der Geburt bestehen oder sich im Laufe der ersten Lebensjahre entwickeln. Erstes Anzeichen ist oft, dass die Kinder anfangen zu schielen.

Unbehandelt kann der Verlust an Sehschärfe die Entwicklung des Sehsystems beeinträchtigen, das in den ersten Lebensmonaten besonders empfindlich für Störungen ist. Wird Grauer Star beim Baby nicht erkannt und behandelt, kann daraus eine sogenannte Schwachsichtigkeit (Amblyopie) entstehen. Diese lässt sich spätestens mit Erreichen der Pubertät nicht mehr beheben. Gehen Sie deshalb sofort zum Arzt, wenn sich Anzeichen für Grauen Star beim Kind zeigen!

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