Krankheiten

Tripper

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Tripper (auch Gonorrhoe genannt) ist eine sexuell übertragbare Krankheit, welche durch eine Infektion mit Bakterien (Gonokokken) ausgelöst wird. Typisch für Tripper ist eine Entzündung der Geschlechts- und Harnorgane mit eitrigem Ausfluss aus der Harnröhre. Doch auch andere Körperstellen können von Tripper betroffen sein. Die Verwendung von Kondomen kann die Ansteckungswahrscheinlichkeit mit Tripper drastisch reduzieren. Lesen Sie hier alles Wichtige über Tripper.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. A54ArtikelübersichtTripper

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Tripper: Beschreibung

Tripper (Gonorrhoe) ist eine sexuell übertragbare Krankheit (englisch: sexually transmitted disease, kurz: STD). Hervorgerufen wird Tripper durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken), welches im Jahr 1879 von dem Hautarzt Albert Neisser entdeckt wurde.

Bei Tripper kommt es zu Entzündungen der Geschlechtsorgane und der Harnwege. Typisch für Tripper beim Mann ist ein eitriger Ausfluss aus der Harnröhre. Bei Frauen sind die Symptome meist deutlich schwächer, daher bleibt Tripper bei Frauen häufig unerkannt. Unbehandelt kann es auch zu einer Ausbreitung der Gonokokken im Körper kommen. Die Gonokokken werden durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person übertragen.

Auch eine Infektion des Kindes bei der Geburt durch die Mutter ist möglich. Früher war diese Form der Gonorrhoe die wohl häufigste Ursache für die Erblindung von Kindern in der westlichen Welt („Neugeborenen-Blennorrhö“). Um dies zu verhindern, wurde den Neugeborenen damals eine einprozentige Silbernitratlösung in die Augen getropft (Credé-Prophylaxe). Heute können zu diesem Zweck antibiotische Augentropfen oder Salben angewendet werden.

Vorkommen und Häufigkeit von Tripper

Tripper ist auf der ganzen Welt verbreitet. Ausschließlich Menschen erkranken an dieser sexuell übertragbaren Erkrankung (STD). Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt Tripper mit etwa 106 Millionen Neuerkrankungen pro Jahr die dritthäufigste sexuell übertragbare Erkrankung (STD) dar.

Die Anzahl der Tripper-Erkrankungen war einige Jahre lang rückläufig. Seit Mitte der 1990er-Jahre wird eine Zunahme von Erkrankungsfällen von Gonorrhoe auch in Deutschland beobachtet. Von Tripper sind insbesondere jüngere Erwachsene betroffen, wobei gleichermaßen Frauen und Männer erkranken können. Der Altersdurchschnitt liegt bei etwa 30 Jahren. Bis zum Jahr 2000 war Gonorrhoe eine meldepflichtige Erkrankung. Allerdings wurden die meisten Tripper-Erkrankungen nicht angegeben, daher hat man die Meldepflicht in Deutschland zurückgenommen. Aus diesem Grund gibt es in Deutschland kaum aktuelle, zuverlässige Daten über die Häufigkeit von Tripper.

Einige Gonokokkenstämme sind resistent gegen Antibiotika

Tripper könnte nach Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den kommenden Jahren die Menschheit vor große Probleme stellen. Grund für die Sorge ist die Beobachtung, dass einige Gonokokkenstämme resistent gegen die übliche antibiotische Gonorrhoe Therapie geworden sind. (Antibiotikaresistenz). Bereits heute wird Tripper (Gonorrhoe) mit einer Kombination von zwei Antibiotika behandelt, da ein Präparat allein keine ausreichende Sicherheit mehr bietet. Weltweit werden immer mehr vollständig resistente Gonokokkenstämme gefunden, vor allem im asiatischen Raum.

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Tripper: Symptome

Alles Wichtige zu den typischen Anzeichen von Tripper lesen Sie im Beitrag Tripper -Symptome.

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Tripper: Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursache von Tripper (Gonorrhoe) ist eine Infektion mit dem Bakterium Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken). Tripper wird in erster Linie durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person übertragen. Dabei müssen bakterienhaltige Körperflüssigkeiten direkt mit der Schleimhaut in Kontakt kommen (beispielsweise Harnröhre, Muttermund, Enddarm, Rachen, Augenbindehaut). Außerhalb des menschlichen Körpers gehen Gonokokken sehr rasch zugrunde, weswegen eine Übertragung fast ausschließlich durch ungeschützten Vaginal-, Oral- und Analverkehr stattfindet. Die Bakterien vermehren sich zunächst lokal am Infektionsort und lösen dort eine Entzündung aus. Diese kann sich unbehandelt weiter ausbreiten.

Auch Schwangere, die an Tripper erkrankt sind, können ihr Baby während der Geburt anstecken. Dadurch kann vor allem eine schwere Infektion der Augen verursacht werden („Neugeborenen-Blennorrhö“). Eine Infektion kann durch eine vorbeugende (prophylaktische) Behandlung mit antibiotischen Augentropfen oder Salben verhindert werden.

Vor allem bei Frauen sind die Symptome bei Tripper (Gonorrhoe) oft sehr gering ausgeprägt und schwer zu erkennen. Dadurch kann sich die Erkrankung leicht verbreiten. Gefährdet durch Tripper sind vor allem Menschen, die sexuelle Dienstleistungen anbieten oder in Anspruch nehmen, sowie Menschen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern. Durch die Anwendung von Kondomen lässt sich die Ansteckungswahrscheinlichkeit bei Gonorrhoe drastisch senken.

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Tripper: Untersuchungen und Diagnose

Ein Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten ist der richtige Ansprechpartner bei Verdacht auf Tripper (Gonorrhoe). Diese Ärzte tragen auch die Bezeichnung „Venerologe“. Die Venerologie ist die Lehre der sexuell übertragbaren Erkrankungen. Auch der Hausarzt oder die Frauenärztin können eine erste Anlaufstelle bei Verdacht auf Gonorrhoe sein.

Ärzte unterliegen einer Schweigepflicht: Scheuen Sie sich also nicht bei Symptomen, die zu Tripper passen könnten, einen Arzt aufzusuchen. Bei eitrigem Ausfluss aus der Harnröhre oder der Vagina, ist eine Untersuchung in jedem Fall sinnvoll. Auch alle Partner von Infizierten oder Personen mit unklaren entzündlichen Unterleibsbeschwerden sollten sich einer Gonorrhoe-Kontrolle unterziehen. Für Männer unter 40 Jahren mit einer Hoden- oder Nebenhodenentzündung ist es ebenfalls wichtig, sich auf eine Infektion mit Gonokokken untersuchen zu lassen.

Für die Diagnose von Tripper müssen die Krankheitserreger (Gonokokken) nachgewiesen werden. Die Gonokokken sind in einem Abstrich von der Harnröhre, der Gebärmutter, dem Rachen, dem After oder der Augenbindehaut mikroskopisch nachweisbar. Zur Sicherung der Diagnose Tripper muss zudem ein kultureller Nachweis erfolgen. Dies bedeutet, dass sich Gonokokken von einem Abstrich auf einem geeigneten Nährmedium vermehren und sich dann sicher nachweisen lassen.

Für eine wirksame Gonorrhoe-Therapie testet man in der bakteriellen Kultur auch verschiedene Antibiotika auf ihre Wirksamkeit (Antibiogramm). So erkennt man, auf welche Antibiotika die Gonokokken besonders empfindlich und welche Wirkstoffe wirkungslos sind. In den vergangenen Jahren ließen sich immer wieder Bakterien nachweisen, die gegen die üblichen Antibiotika resistent waren. (Antibiotikaresistenz). Bei Tripper-Infizierten ohne Beschwerden (asymptomatisch) sind Testverfahren, die auf einer labortechnischen Vermehrung des Bakterien-Erbguts beruhen (PCR, Polymerase-Kettenreaktion), genauer als die Bakterienkulturen. Auch wenn keine Beschwerden vorliegen, ist eine Ansteckung anderer Menschen möglich.

Video: Brennt es beim Wasserlassen? - Tripper richtig behandeln Gonorrhoe. Urologie am Ring (August 2020).

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