Krankheiten

Zöliakie

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Die Zöliakie ist eine entzündliche Darmerkrankung. Sie wird durch eine fehlgeleitete Immunreaktion auf das Klebereiweiß Gluten ausgelöst, das in vielen Getreidesorten steckt. Patienten bekommen starke Durchfälle und Bauchschmerzen, wenn sie glutenhaltige Nahrungsmittel zu sich nehmen. Bisher beschränkt sich die Therapie hauptsächlich auf eine lebenslange glutenfreie Ernährung, unter der die Beschwerden nicht mehr auftreten. Hier lesen Sie, wie eine Zöliakie entsteht und welche Symptome sie auslöst.

Ist die Diagnose Zöliakie gesichert, sollte eine glutenfreie Diät lebenslang eingehalten werden.

Dr. med. Mira SeidelArtikelübersichtZöliakie
  • Beschreibung
  • Symptome
  • Behandlung
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Krankheitsverlauf und Prognose
  • Häufigkeit

Zöliakie: Kurzübersicht

  • Beschreibung: Überreaktion des Immunsystems auf das Klebereiweiß Gluten und ein körpereigenes Enzym, welches dieses spaltet; Entzündung der Dünndarmschleimhaut; Mangelerscheinungen durch schlechtere Nährstoffaufnahme.
  • Symptome: treten nach dem Genuss glutenhaltiger Nahrungsmittel auf: Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, häufig atypische Beschwerden.
  • Behandlung: glutenfreie Diät, kein Weizen, Gerste, Roggen, Grünkern u.a., Ausgleich von Mangelzuständen, bisher keine ursächliche Therapie.
  • Diagnose: Zöliakie-Test: Nachweis von Antikörpern im Blut, Biopsie der Dünndarmschleimhaut, Selbsttests liefern nur unzureichendes Ergebnis.
  • Progonose: Unbehandelt können sich Komplikationen entwickeln, etwa eine Laktoseintoleranz oder Krebserkankungen im Magen-Darm-Trakt.
Zöliakie - was darf ich essen?Welche Getreidesorten sind glutenfrei? Und in welchen anderen Lebensmitteln versteckt sich möglicherweise das Klebereiweiß?Welche Getreidesorten sind glutenfrei? Und in welchen anderen Lebensmitteln versteckt sich möglicherweise das Klebereiweiß?Zum Inhaltsverzeichnis

Was ist Zöliakie?

Bei der Zöliakie entzündet sich der Dünndarm. Schuld ist das Immunsystem. Es stuft das eigentlich harmlose Klebereiweiß Gluten als gefährlich ein und reagiert über, sobald Patienten Gluten mit der Nahrung aufnehmen. Dieses steckt in vielen Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel oder Grünkern. Und auch ein körpereigener Stoff ruft das Immunsystem von Zöliakie-Patienten auf den Plan: das Enzym Gewebetransglutaminase. Es spaltet bei Gesunden das Gluten.

Weil Gluten und die Gewebetransglutaminase auf der Darmschleimhaut sitzen, entzündet sich diese durch die Angriffe des Immunsystems. Mit der Zeit wird die Schleimhaut durch die chronische Entzündung so stark geschädigt, dass die Nahrung nicht mehr normal über den Darm ins Blut aufgenommen werden kann. Normalerweise ist die Darmschleimhaut faltig aufgeworfen, sie bildet sogenannte Zotten. Diese Struktur vergrößert die Oberfläche des Darms. Das hat den Vorteil, dass die Nahrungsbestandteile schneller vom Darm ins Blut übertreten können. Bei Zöliakie zerstören die Autoantikörper diese Ausstülpungen. Die Folge: Es kann zu schweren Mangelerscheinungen kommen, weil weniger Oberfläche für die Nährstoffaufnahme zur Verfügung steht.

So verändern sich die Darmzotten bei ZöliakieBei Zöliakie entzündet sich die Darmschleimhaut. Dadurch werden die Darmzotten zerstört und die für die Nahrungsaufnahme zur Verfügung stehende Schleimhautoberfläche nimmt ab.

Allergie oder Autoimmunerkrankung?

Ob es sich bei der Zöliakie um eine Allergie oder eine Autoimmunerkrankung handelt, darüber streiten auch Experten. Tatsache ist: Die Zöliakie hat sowohl Elemente einer Allergie als auch einer Autoimmunerkrankung.

Bei einer Allergie handelt es sich allgemein um eine übermäßige Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Substanzen. Dies ist bei der Zöliakie der Fall, da das Immunsystem auf das eigentlich harmlose Gluten mit einer überschießenden Immunantwort reagiert.

Zum anderen bildet das Immunsystem bei der Zöliakie aber auch Antikörper gegen das körpereigene Enzym Gewebetransglutaminase. Da bei der Zöliakie also das Immunsystem auch körpereigene Strukturen angreift, ist somit für die Glutenallergie ebenso die Definition einer Autoimmunerkrankung erfüllt. Nach derzeitigem Wissensstand ist die Zöliakie also am ehesten eine Mischform aus Allergie und Autoimmunerkrankung. Die Bezeichnung Glutenallergie hat sich aber in der Wissenschaft nicht durchgesetzt und sollte daher eher vermieden werden.

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