Krankheiten

Magen-Darm-Grippe

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Magen-Darm-Grippe ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine durch Krankheitserreger verursachte Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis). Mit der echten Grippe (Influenza) hat die Magen-Darm-Grippe aber nichts zu tun. Sie ist meist ungefährlich, verursacht aber unangenehme Symptome wie den Brechdurchfall. In seltenen Fällen kann ein Magen-Darm-Infekt komplizierter verlaufen. Hier erfahren Sie das Wichtigste zur Magen-Darm-Grippe.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. A09K52A08J11

Auch nach Genesung von einer Magen-Darm-Grippe ist man noch einige Tage bis Wochen ansteckend. Achten Sie deshalb besonders auf Hygiene nach dem Toilettengang.

Dr. med. Mira SeidelArtikelübersichtMagen-Darm-Grippe
  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Magen-Darm-Grippe: Beschreibung

In der medizinischen Fachsprache wird eine Magen-Darm-Grippe auch allgemein als Gastroenteritis, also eine Entzündung des Magen-Darm-Trakts, bezeichnet. Streng genommen muss eine solche Magen-Darm-Entzündung nicht ausschließlich durch eine Infektion mit Erregern wie Viren oder Bakterien hervorgerufen werden, sondern kann zum Beispiel auch die Folge einer Krebsbehandlung sein. Meistens ist mit dem Begriff „Gastroenteritis“ aber die infektiöse (ansteckende) Form gemeint.

Der umgangssprachliche Ausdruck „Magen-Darm-Grippe“ ist etwas irreführend, weil die infektiöse Gastroenteritis von anderen Erregern hervorgerufen wird als die klassische Grippe (Influenza) und zwischen diesen Erkrankungen keinerlei Zusammenhang besteht.

Letztlich kann man in jedem Alter eine Magen-Darm-Grippe bekommen. Besonders oft betrifft sie aber Babys und Kleinkinder. In den ersten drei Lebensjahren leiden Kinder im Durchschnitt ein- bis zweimal pro Jahr an einem Magen-Darm-Infekt. Dreiviertel aller erkrankten Kinder sind zwischen sechs und 24 Monate alt. Auch bei älteren Menschen nimmt die Wahrscheinlichkeit, an einer Magen-Darm-Grippe zu erkranken, wieder zu.

Magen-Darm-Grippe - was steckt dahinter?Wie man sich vor gefährlichen Durchfallkeimen schützen kann. Und welche Erreger sogar über die Luft übertragen werden.Wie man sich vor gefährlichen Durchfallkeimen schützen kann. Und welche Erreger sogar über die Luft übertragen werden.

Was passiert bei der Magen-Darm-Grippe?

Eine Magen-Darm-Grippe ist die Folge einer Ansteckung mit bestimmten Erregern, welche die Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt angreifen. Diese Keime, meistens Viren oder Bakterien, gelangen durch die Aufnahme über den Mund zunächst in den Magen und wandern dann weiter durch den Darm, wo sie sich vermehren, bevor sie mit dem Kot wieder ausgeschieden werden. Entsprechend dieser „Wanderung“ durch den Verdauungstrakt gestalten sich meist die Beschwerden der Magen-Darm-Grippe: Symptome in der Anfangsphase sind meist Übelkeit und Erbrechen. Sie werden später von Durchfall (Diarrhö) abgelöst.

Wodurch entsteht der Brechdurchfall?

Wenn Erreger die Magenschleimhaut schädigen (entweder direkt oder über produzierte Gifte), kann dies im Gehirn einen Brechreiz auslösen. Das Erbrechen ist ein Schutzreflex des Körpers, der auf diese Weise versucht, die unerwünschten Eindringlinge wieder aus dem Körper zu befördern.

Der oft starke Durchfall bei einem Magen-Darm-Infekt entsteht hingegen durch die Beeinträchtigung der Schleimhautzellen im Dünn- und Dickdarm. Grundsätzlich führen die verschiedenen Krankheitserreger auf unterschiedliche Weise zum Durchfall. Man unterscheidet dabei drei verschiedene Mechanismen. Häufig ist es die Kombination dieser Mechanismen, welche den Durchfall bei einer Magen-Darm-Grippe bewirkt:

  • Sekretorische Diarrhö
  • Exsudative Diarrhö
  • Osmotische Diarrhö

Manche Erreger, wie zum Beispiel Cholera-Bakterien, lösen in den Schleimhautzellen des Darms eine gesteigerte Wasserausscheidung (Sekretion) in den Innenraum des Darms aus. Der dort befindliche Nahrungsbrei wird dadurch sehr flüssig (sekretorische Diarrhö).

Andere Erreger einer Magen-Darm-Grippe sorgen für eine starke Entzündung der Schleimhaut, die in der Folge vermehrt Schleim und gelegentlich sogar Blut absondert (exsudative Diarrhö).

Außerdem wird die Nahrung nicht mehr richtig verdaut, weil viele Nahrungsbestandteile von den kaputten Schleimhautzellen nicht mehr aufgenommen werden können. Über einen physikalischen Vorgang, der als Osmose bezeichnet wird, ziehen diese unverdauten Bestandteile Wasser in das Darminnere aus dem umliegenden Gewebe, was wiederum zu Durchfall führt beziehungsweise diesen verstärkt (osmotische Diarrhö).

Ab wann spricht man von Durchfall?

Mehr als drei Stuhlgänge am Tag sowie eine sehr weiche bis wässrige Stuhlkonsistenz sprechen für Durchfall. Dabei müssen aber die normalen Stuhlgewohnheiten eines Menschen als Vergleich hinzugezogen werden. Wenn beispielsweise jemand gewohnheitsgemäß nur alle ein bis zwei Tage Stuhlgang hat und plötzlich zweimal täglich auf die Toilette muss und dabei dünnflüssigen Stuhl ausscheidet, dann handelt es sich auch in diesem Fall um Durchfall.

Durchfall kann viele Ursachen haben. Neben einer Magen-Darm-Grippe können zum Beispiel auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen dahinter stecken.

Video: Was hilft dir bei Magen-Darm wirklich? Quarks (August 2020).

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