Krankheiten

Piracetam

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Der Wirkstoff Piracetam wird zur Behandlung von Demenz und hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen eingesetzt. Da er die Zucker- und Sauerstoffverwertung in den Nervenzellen des zentralen Nervensystems steigert, wird er auch zur Behandlung von Tinnitus und Hörsturz angewendet. Hier lesen Sie alles Wichtige zu Piracetam: Wirkung, Anwendung und mögliche Nebenwirkungen.

ArtikelübersichtPiracetam
  • Wirkungsweise
  • Anwendungsgebiete
  • Richtige Anwendung
  • Nebenwirkungen
  • Wichtige Hinweise
  • Abgabevorschriften
  • Geschichte

So wirkt Piracetam

Die Wirkung von Piracetam ist noch nicht vollständig und umfassend verstanden. In Tierversuchen hat sich gezeigt, dass es bei Tieren mit einem herabgesetzten Hirnstoffwechsel den Stoffwechsel anregt, die Verwertung von Zucker zur Energiegewinnung steigert und die Produktion von Eiweißen stimuliert. Experten leiten daraus ab, dass Piracetam bei Demenz und anderen Hirnleistungsstörungen die Symptome verbessert.

Ein weiterer, experimentell beobachteter Effekt des Wirkstoffes betrifft die Gerinnung und Fließfähigkeit des Blutes. Der Wirkstoff verbessert die Verformbarkeit von roten Blutkörperchen, wodurch diese besser durch kleine Blutgefäße gelangen. Er hemmt das Zusammenlagern von roten Blutkörperchen und Blutplättchen (Gerinnselbildung) und senkt die Viskosität des Blutplasmas (flüssiger Bestandteil des Blutes ohne Blutkörperchen und Blutplättchen). Durch die Gesamtheit dieser Effekte wird die Durchblutung kleiner Gefäße, wie sie auch zahlreich im Gehirn vorkommen, verbessert.

Weitere Studien bescheinigen dem Wirkstoff Piracetam auch einen therapeutischen Vorteil bei der Nachsorge von Schlaganfallpatienten.

Die Einnahme zur Leistungssteigerung des Gedächtnisses beziehungsweise zur Verbesserung der Merkfähigkeit bei gesunden Patienten ist umstritten und nicht durch Studien belegt.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Piracetam

Nach der Einnahme über den Mund wird der Wirkstoff über die Darmschleimhaut ins Blut aufgenommen und erreicht dort bereits nach einer halben Stunde die höchsten Spiegel. Er kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden und so ins Gehirn gelangen.

Etwa vier bis sieben Stunden nach der Einnahme ist die Hälfte des Wirkstoffs unverändert über die Nieren ausgeschieden.

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Wann wird Piracetam eingesetzt?

Der Wirkstoff Piracetam ist zugelassen zur Behandlung von Leistungsstörungen, die das Gehirn betreffen, mit den Symptomen Gedächtnis-, Konzentrations- und Denkstörungen, Antriebs- und Motivationsmangel - vor allem aber bei Demenz. Die Einnahme erfolgt meist über einen längeren Zeitraum.

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So wird Piracetam angewendet

Das Antidementivum (Arzneimittel gegen Demenz) Piracetam wird üblicherweise als Tablette eingenommen. Gängig sind Tagesgesamtdosen von bis zu 2,4 Gramm Piracetam, aufgeteilt auf dreimal täglich 800 Milligramm oder zweimal täglich 1,2 Gramm. Wenn der Patient nicht ausreichend auf die Behandlung anspricht, kann der Arzt die Tagesgesamtdosierung auf 4,8 Gramm steigern.

Die Tabletten werden zu oder nach einer Mahlzeit mit einem Glas Wasser eingenommen.

Für Patienten mit Schluckstörungen oder Ernährung per Sonde gibt es auch flüssige Darreichungsformen.

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Welche Nebenwirkungen hat Piracetam?

Das Auftreten von Nebenwirkungen ist dosisabhängig, höhere Dosierungen führen zu vermehrtem Auftreten von Nebenwirkungen.

Bei einem von zehn bis hundert Patienten treten Piracetam-Nebenwirkungen wie Nervosität, Aggressivität, Schlafstörungen, übermäßiger Bewegungsdrang und Gewichtszunahme auf.

Gelegentlich kann es auch zu Nebenwirkungen wie Depressionen, Schläfrigkeit, Blutdrucksenkung oder -steigerung, Schwächegefühl und gesteigerter Libido kommen.

Video: Piracetam LONG TERM USE? Hear this (September 2020).

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