Krankheiten

Giardiasis

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Die Giardiasis ist eine Durchfallerkrankung, die durch einzellige Darmparasiten ausgelöst wird. In manchen Regionen sind bis zu 30 Prozent mit dem Schmarotzer infiziert. Unregelmäßiger Stuhlgang oder langanhaltender Durchfall können dadurch ausgelöst werden. Bei Kindern, Menschen mit Vorerkrankungen und Immungeschwächten kann der Darmparasit schwere Folgen haben. Lesen Sie hier alles Wichtige über die Giardiasis (Lamblienerkrankung).

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. A07ArtikelübersichtGiardiasis

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Giardiasis: Beschreibung

Wie auch Malaria wird die Giardiasis von kleinen Lebewesen ausgelöst, die keine Bakterien oder Viren sind. Giardien (Lamblien) gehören zu der Parasitengruppe der Protozoen, auch Einzeller mit Zellkern genannt. Giardien werden fäkal-oral übertragen. Dies bedeutet, dass Lebensmittel oder Trinkwasser mit Spuren von Stuhl verunreinigt sein müssen, damit jemand infiziert wird. Oft geschieht dies bei der Zubereitung von Essen durch „schmutzige Hände“ oder verseuchtes Trinkwasser.

Die Giardiasis ist weltweit verbreitet, kommt allerdings besonders häufig in südlichen Ländern vor. Abhängig von den hygienischen Verhältnissen der Allgemeinbevölkerung, ist bis zu ein Drittel der Bevölkerung infiziert. In Deutschland wurden im Jahr 2013 mehr als 4.000 Fälle diagnostiziert.

Besonders Reiserückkehrer bringen die Parasiten aus dem Urlaub mit, sodass knapp die Hälfe aller Diagnosen in direkter Verbindung mit einer Auslandsreise stehen. Besonders häufig sind südliche Urlaubsregionen wie Indien, Ägypten, Türkei oder Afrika Ursprung der Infektion.

Lebenszyklus: Giardiasis

Die Giardiasis hat einen sehr einfachen Übertragungsweg und Lebenszyklus. Die ausgewachsenen Parasiten (Trophozoiten) leben in den Furchen der Dünndarmwand. Nur bei Vorschädigungen oder einem schwachen Abwehrsystem brechen sie durch die Darmwand und es kann zu körperweiten Komplikationen kommen.

In aller Regel verlassen die Giardien die Schleimhaut nicht und die Infektion bleibt nur auf den Darm begrenzt. Allerdings verändern sie die Darmoberfläche, sodass es zu Aufnahmeproblemen und Mangelerscheinungen kommen kann. Obwohl die Lamblien keine Bakterien sind, können sie sich asexuell fortpflanzen, indem sie sich einfach teilen und so Nachkommen erzeugen. Einige ausgewachsene Erreger wandern den Darm entlang und verwandeln sich in Zysten (inaktives Stadium). Dabei bilden Sie eine Hülle, die sie in der Außenwelt überleben lässt, sodass sie von einem Menschen auf den nächsten übertragen werden können. Ohne die Kapsel sterben die Trophozoiten an der Außenwelt sehr schnell ab. In Wasser können die Zysten bis zu drei Monate infektiös bleiben. Werden die Zysten von einem Mensch über Nahrung oder Trinkwasser aufgenommen, entwickeln sich die Zysten im Darm erneut zu ausgewachsenen Trophozoiten und der Zyklus beginnt wieder.

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Giardiasis: Symptome

Bei der Giardiasis haben viele Menschen überhaupt keine Beschwerden, sodass sie nie einen Arzt aufsuchen oder behandelt werden. Kommt es zu Symptomen, ist der immer wiederkehrende, wochenlange Durchfall meist das Hauptproblem. Unklare Bauchschmerzen und Völlegefühl kommen auch häufig vor. Folgende Symptome sind außerdem typisch für die Giardien-Infektion:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kolikartige Bauchschmerzen
  • Mäßiger, oft schaumig-wässriger Durchfall, eventuell mit Blutbeimengungen
  • Blähungen
  • Wasseransammlung im Gewebe (Ödeme, in langwierigen Fällen)
  • In schweren Fällen Mangelernährung, da zu wenig Nährstoffe über den Darm aufgenommen werden
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Gallengangsentzündung bei massivem Befall oder bei immungeschwächten Menschen

Da viele Menschen keine Symptome haben, oder nie den Arzt aufsuchen, sind viele Menschen lange Zeit infiziert und stellen damit eine Infektionsquelle für andere dar.

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Giardiasis: Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursache der Giardiasis ist die Infektion mit dem Einzeller Giardia intestinalis. Manche Quellen nennen den Parasiten bei seinem alten Namen: Giardia Lamblia. Neben dem Menschen infiziert der Parasit auch noch andere Säugetiere. Bieber, Katzen und Hunde stellen dabei ein wichtiges Reservoir dar. Als Reservoir bezeichnet man solche Tiere, die den Krankheitserreger in der Natur beheimaten und damit eine das Überleben des Erregers sichern, selbst wenn alle Menschen effizient behandelt würden.

Da der Parasit besonders über verunreinigtes Trinkwasser oder Lebensmittel übertragen wird, ist einer der Hauptrisikofaktoren eine schlechte Nahrungsmittelhygiene. Weltweit kommen ungefähr 200 Millionen Neuinfektionen pro Jahr vor.

Es ist ein möglicher Erreger des Reisedurchfalls, allerdings macht die Giardiasis eher länger anhaltende, mäßige Beschwerden. Typisch ist eher langanhaltender, relativ leichter Durchfall auch Wochen nach Reiseheimkehr.

Länder und Lebensbedingungen mit niedrigem hygienischem Standard sind besonders risikoreich. Aber auch im südlichen und östlichen Europa besteht ein Ansteckungsrisiko. Selbst in Deutschland oder der USA ist der Parasit heimisch und eine Ansteckung möglich.

Kinder sind häufiger betroffen. Säuglinge, die gestillt werden, sind so gut wie nie infiziert. Besucht das Kind eine Tageseinrichtung (Kindergarten, Krippe) steigt das Risiko. Mit der Pubertät fällt die Infektionswahrscheinlichkeit wieder.

Insgesamt ist die Giardiasis eine ungefährliche Krankheit, die gut behandelt werden kann, und nur in seltenen, extremen Fällen ein größeres Risiko darstellt. In diesen Fällen gibt es meist eine Vorerkrankung, die den Erkrankungsverlauf beeinflusst.

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Giardiasis Untersuchungen und Diagnose

Die Erreger der Giardiasis lassen sich oft im (frischen) Stuhl nachweisen. Meist dient dazu ein empfindlicher, immunologischer Test auf Oberflächenmoleküle von Giardia Lamblia. Seltener wird nach den Einzellern mittels Mikroskop gesucht. In der Regel sind dafür drei Stuhlproben nötig, die zu unterschiedlichen Zeiten abgegeben werden müssen. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, eine Infektion mit Giardiasis auch wirklich zu erkennen.

Sollte die Diagnose der Giardiasis im Stuhl nicht gelingen, kann eine Darmbiopsie erforderlich werden; hier entnimmt der Arzt eine Probe der Dünndarmschleimhaut. In fast allen Fällen ist der Erreger darin nachweisbar.

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