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Gebärmuttersenkung

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Eine Gebärmuttersenkung bezeichnet das Absinken der Gebärmutter. Ursache ist eine Schwächung des Beckenbodens, die unter anderem durch die Geburt bedingt sein kann. Eine Gebärmuttersenkung lässt sich mit verschiedenen konservativen Methoden oder einer Operation behandeln. Lesen Sie hier alles Wichtige zur Gebärmuttersenkung.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. N81ArtikelübersichtGebärmuttersenkung

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Gebärmuttersenkung: Beschreibung

Eine Gebärmuttersenkung (Descensus uteri) ist ein Absinken der Gebärmutter (Uterus) nach unten, sprich die Gebärmutter „hängt“ tiefer im Becken als gewöhnlich. Im Extremfall tritt die Gebärmutter sogar teilweise oder ganz durch die Scheide nach außen. Mediziner sprechen dann von einem Gebärmuttervorfall (Uterusprolaps). In leichten Fällen kann eine Gebärmuttersenkung symptomlos sein. Meist treten aber verschiedene Beschwerden auf.

Normalerweise wird die Gebärmutter durch mehrere Haltestrukturen in ihrer Position gehalten. Dazu gehören Bänder (Ligamente), Bindegewebe und die Beckenbodenmuskulatur. Allerdings können diese Haltestrukturen schwächer werden und die Gebärmutter nicht mehr ausreichend stabilisieren. Im gesamten Beckenboden kommt es zu einer allgemeinen Senkung: Gebärmutter, Harnblase oder Rektum rutschen gegebenenfalls nach unten.

Insgesamt bekommen zwischen 30 und 50 Prozent aller Frauen im Laufe ihres Lebens eine Beckenbodensenkung. Symptome müssen sich aber nicht zwangsläufig bei jeder Frau einstellen. Viele Frauen haben bei einer leichten Gebärmuttersenkung keine Beschwerden, sodass die Gebärmuttersenkung medizinisch oft gar nicht relevant ist. Eine Behandlung ist nur bei einer stärkeren Gebärmuttersenkung mit spürbaren Symptomen oder Funktionsbeeinträchtigungen und natürlich bei einem Gebärmuttervorfall nötig.

Eine Senkung der Gebärmutter kann auch jüngere Frauen betreffen. Dies ist vor allem der Fall, wenn eine chronische Schwächung des Bindegewebes vorliegt.

Scheidensenkung und Scheidenvorfall

Neben der Gebärmuttersenkung gibt es auch die Scheidensenkung (Descensus vaginae). Hierbei sackt die Vagina nach unten ab. Hängen dabei Teile aus der Vagina heraus, spricht man von einem Scheidenvorfall (Prolaps vaginae oder Vaginalprolaps). Häufig tritt eine Scheidensenkung oder ein Scheidenvorfall zusammen mit einer Gebärmuttersenkung auf. Typisch für eine Scheidensenkung ist ein Fremdkörpergefühl in der Scheide, zusammen mit Problemen mit dem Harnverhalt.

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Gebärmuttersenkung: Symptome

Eine Gebärmuttersenkung kann sich auf verschiedene Arten bemerkbar machen. Klassische Gebärmuttersenkung-Symptome sind Unterleibs- oder Rückenschmerzen. Allerdings sind solche Schmerzen wenig spezifisch und werden von betroffenen Frauen in der Regel auf andere Ursachen zurückgeführt.

Eine Gebärmuttersenkung verursacht bei den meisten Frauen ein chronisches Druck- oder Fremdkörpergefühl in der Scheide sowie einen stetigen Zug nach unten. Dies erzeugt die Angst, es könne etwas aus der Scheide „herausfallen“. Betroffene Frauen überkreuzen deshalb häufig die Beine. Außerdem kommt es vermehrt zu Entzündungen und Schleimhautbelägen, da die Scheidenflora verändert ist. Auch Druckgeschwüre treten auf. Ein weiteres Symptom ist blutiger Ausfluss aus der Scheide.

Da die Gebärmutter in enger Nachbarschaft zur Harnblase liegt, kann sie bei Veränderung ihrer Position Druck auf diese ausüben. Typische Symptome sind Schmerzen beim Wasserlassen, ein abgeschwächter Harnstrahl sowie häufiges Wasserlassen mit kleinen Urinmengen (Pollakisurie). In einigen Fällen kommt es auch zur sogenannten Belastungsinkontinenz. Dabei geht beispielsweise beim Husten oder Niesen unbeabsichtigt Harn ab. Auch Harnwegsinfekte können sich häufen. Im Extremfall kann es zu einer Verlagerung oder ebenfalls einem Absinken der Harnblase kommen. Infolgedessen staut sich der Urin zurück in die Niere. Diese Komplikation ist aber selten.

Nach hinten befinden sich nahe der Gebärmutter der Mastdarm und der Analkanal. Rutscht die Gebärmutter nach unten und hinten, kann sie auch auf den Enddarm Druck ausüben. Folgen sind Verstopfung (Obstipation) und/oder Schmerzen beim Stuhlgang. Auch Stuhlinkontinenz tritt vereinzelt auf.

Bleibt eine Gebärmuttersenkung lange Zeit unbemerkt, übt sie zunehmend Druck auf den Beckenboden aus. Im Extremfall kann die Gebärmutter ganz oder teilweise aus der Scheide hervortreten. Mediziner sprechen dann von einem Uterusprolaps oder einem Gebärmuttervorfall. Symptome sind hier offensichtlich: Die Gebärmutter ist optisch von außen zu sehen.

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Gebärmuttersenkung: Ursachen und Risikofaktoren

Eine Gebärmuttersenkung entsteht, wenn die Bänder und Muskeln, die die Stabilität des Beckens normalerweise gewährleisten, nicht mehr ausreichend stark sind. Die Gebärmutter sinkt dann gemäß der nach unten wirkenden Schwerkraft ab. Im Laufe des Lebens können verschiedene Faktoren dazu beitragen, die Haltestrukturen überzustrapazieren. Dazu gehören:

  • Über- und Fehlbelastung des Beckenbodens durch schwere körperliche Arbeit
  • Druckerhöhung im Bauchraum durch Erkrankungen wie chronische Bronchitis oder chronische Verstopfung
  • Fettleibigkeit
  • allgemeine Bindegewebsschwäche

Außerdem kann es von Geburt an zu einer abweichenden Lage der Gebärmutter Lage kommen. Auch bei solchen Lageanomalien ist das Risiko für eine Gebärmuttersenkung erhöht. Hier zeigen sich häufig schon ab dem 30. Lebensjahr erste Symptome.

Gebärmuttersenkung nach Geburt

Auch nach Geburten ist die Wahrscheinlichkeit für eine Gebärmuttersenkung erhöht. Haben die Föten ein hohes Gewicht, werden dadurch die Bänder im Beckenbereich stark belastet. Vaginalverletzungen bei der Geburt stellen ebenfalls ein mögliches Risiko dar. Frauen, die in ihrem Leben mehrere Kinder bekommen haben, leiden daher erstens häufiger und zweitens früher unter einem Gebärmuttervorfall.

Nach einer vaginalen Geburt kann außerdem eine vorübergehende Gebärmuttersenkung entstehen. Diese bildet sich in den meisten Fällen von alleine innerhalb weniger Tage wieder zurück. Sollte dies nicht der Fall sein, ist auch hier eine Behandlung nötig. Ein Dammschnitt mindert das Risiko für eine Gebärmuttersenkung, da durch den gezielten Einschnitt eine überhöhte Druckbelastung und auch das Einreißen des Gewebes vermieden werden.

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Gebärmuttersenkung: Untersuchungen und Diagnose

Bei dem Verdacht auf einen Gebärmuttervorfall ist der Frauenarzt der richtige Ansprechpartner. In einem ersten Gespräch wird die Krankengeschichte (Anamnese) erfasst. Dabei haben Sie die Möglichkeit, Ihre Symptome zu schildern. Anhand der klassischen Beschwerden besteht meist relativ schnell der Verdacht auf eine Gebärmuttersenkung.

Bei der gynäkologischen Untersuchung kann dann eine eindeutige Diagnose gestellt werden. Mithilfe eines Spekulums (Scheidenspiegel) begutachtet der Arzt in die Scheide und kann eine Gebärmuttersenkung erkennen.

Auch eine rektale Untersuchung gehört bei dem Verdacht auf eine Gebärmuttersenkung dazu. Dabei tastet der Arzt direkt in das Rektum hinein. So kann er zum Beispiel eine Einstülpung der Wand des Rektums (Rektozele) zur Scheide hin ertasten. Eine solche Aussackung ist eine häufige Ursache für Verstopfung.

Um abschätzen zu können, inwieweit die Harnblase von der Gebärmuttersenkung betroffen ist, wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. So können mögliche Folgen der Gebärmuttersenkung besser bestimmt werden. Besteht der Verdacht auf eine Harnröhreninfektion, wird eine Urinprobe genommen und im Labor untersucht.

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