Krankheiten

Epilepsie

Pin
Send
Share
Send
Send


Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für lifelikeinc.com - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

Mehr über die lifelikeinc.com-ExpertenEpilepsie (lat. Epilepsia) wird im Deutschen auch "Fallsucht" genannt und umgangssprachlich häufig als Krampfleiden bezeichnet. Die Epilepsie ist eine Fehlfunktion des Gehirns. Sie wird durch Nervenzellen ausgelöst, die plötzlich gleichzeitig Impulse abfeuern und sich elektrisch entladen.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. G40G41ArtikelübersichtEpilepsie

  • Was ist Epilepsie?
  • Epileptischer Anfall
  • Erste Hilfe
  • Epilepsie bei Kindern
  • Symptome
  • Ursache und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Verlauf und Prognose
  • Leben mit Epilepsie

Kurzübersicht

  • Beschreibung: Eine Epilepsie ist durch epileptische Anfälle gekennzeichnet. Das sind kurzzeitige Funktionsstörungen des Gehirns, bei denen sich Nervenzellen in extremer Form elektrisch entladen.
  • Formen: Es gibt verschiedene Anfallsarten und Epilepsieformen, zum Beispiel generalisierte Anfälle (wie Absencen oder "Grand mal"), fokale Anfälle, Rolando-Epilepsie, Lennox-Gastaut-Syndrom, West-Syndrom etc.
  • Ursachen: teils unbekannt, teils auf eine andere Erkrankung zurückzuführen (Hirnschädigung oder Hinhautentzündung, Gehirnerschütterung, Schlaganfall, Diabetes etc.). Sehr oft führt erst die Kombination aus genetischer Veranlagung und einer anderen Erkrankung zur Entstehung der Epilepsie, glauben Experten.
  • Behandlung: meist mit Medikamenten (Antiepileptika). Wenn diese nicht ausreichend wirken, kommt manchmal eine Operation oder eine elektrische Stimulation des Nervensystems (wie Vagusnervstimulation) als Behandlung in Frage.
Ohnmacht - wann ist sie gefährlich?Eine Ohnmacht ist für den Betroffenen immer eine erschreckende Erfahrung. Aber muss jede Ohnmacht vom Arzt behandelt werden?Eine Ohnmacht ist für den Betroffenen immer eine erschreckende Erfahrung. Aber muss jede Ohnmacht vom Arzt behandelt werden?Zum Inhaltsverzeichnis

Was ist Epilepsie?

Die Epilepsie ("Fallsucht") gehört zu den häufigsten vorübergehenden Funktionsstörungen des Gehirns. Sie ist durch epileptische Anfälle gekennzeichnet: Dabei feuern Nervenzellen (Neuronen) im Gehirn plötzlich für kurze Zeit synchron und unkontrolliert Impulse ab.

Ein solcher Anfall kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Dementsprechend variabel sind auch die Auswirkungen. Manche Patienten verspüren zum Beispiel nur ein leichtes Zucken oder Kribbeln einzelner Muskeln. Andere sind kurzzeitig "wie weggetreten" (abwesend). Im schlimmsten Fall kommt es zu einem unkontrollierten Krampfanfall des ganzen Körpers und zu kurzer Bewusstlosigkeit.

Epilepsie: Definition

Laut der Internationalen Liga gegen Epilepsie (International League Against Epilepsy, ILAE) wird in folgenden Fällen eine Epilepsie diagnostiziert:

  • Es treten mindestens zwei epileptische Anfälle im Abstand von mehr als 24 Stunden auf. Meist kommen diese Anfälle "aus dem Nichts" (nicht provozierte Anfälle). Hingegen lassen sich bei selteneren Formen von Epilepsie Auslöser für die Anfälle festmachen, beispielsweise Lichtreize, Geräusche oder warmes Wasser (Reflexanfälle).
  • Es tritt zwar nur ein einziger nicht-provozierter Anfall oder Reflexanfall auf, aber die Wahrscheinlichkeit für weitere Anfälle in den nächsten zehn Jahren liegt bei mindestens 60 Prozent. Sie ist damit ebenso groß wie ist das allgemeine Rückfallrisiko nach zwei nicht provozierten Anfällen.
  • Es liegt ein sogenanntes Epilepsie-Syndrom vor, zum Beispiel das Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS). Epilepsie-Syndrome werden anhand bestimmter Befunde diagnostiziert, die etwa die Anfallsart, die elektrische Hirnaktivität (EEG), das Ergebnis bildgebender Untersuchungen und das Erkrankungsalter einbeziehen.

Von dieser "echten" Epilepsie muss man sogenannte Gelegenheitsanfälle unterscheiden. Das sind einzelne epileptische Anfälle, die im Verlauf verschiedener Krankheiten auftreten können. Sobald die akute Erkrankung abklingt, bleiben auch diese Gelegenheitskrämpfe aus. Ein Beispiel dafür sind Fieberkrämpfe: Diese epileptischen Anfälle treten im Zusammenhang mit Fieber besonders bei kleinen Kindern auf. Dabei gibt es aber keine Hinweise auf eine Infektion des Gehirns oder eine andere konkrete Ursache.

Außerdem können Gelegenheitskrämpfe zum Beispiel bei schweren Durchblutungsstörungen, Vergiftungen (mit Medikamenten, Schwermetallen), Entzündungen (wie Hirnhautentzündung = Meningitis), Gehirnerschütterung oder Stoffwechselstörungen auftreten.

Epilepsie: Häufigkeit

In Industrieländern wie Deutschland sind zwischen fünf und neun von 1.000 Menschen von einer Epilepsie betroffen. Jährlich erkranken etwa 40 bis 70 von 100.000 Menschen neu daran. Am höchsten ist das Erkrankungsrisiko im Kindesalter sowie jenseits des 50. bis 60. Lebensjahres. Eine Epilepsie kann aber grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten.

Generell gilt: Das Risiko, im Laufe des Lebens eine Epilepsie zu entwickeln, liegt derzeit bei drei bis vier Prozent - Tendenz steigend, weil der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung zunimmt.

Pin
Send
Share
Send
Send