Krankheiten

Endometriose

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Von einer Endometriose spricht man, wenn sich Zellen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle (Cavum uteri) ansiedeln. Die Erkrankung ist zwar gutartig, aber viele Betroffene leiden unter starken Menstruationsbeschwerden, Unterleibsschmerzen zwischen den Regelblutungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie Unfruchtbarkeit. Lesen Sie hier alles Wichtige über Symptome, Ursachen, Diagnose, Behandlung und Prognose der Endometriose!

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. N80D39ArtikelübersichtEndometriose

  • Beschreibung
  • Symptome und Folgen
  • Behandlung
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Endometriose & Kinderwunsch
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Verlauf und Prognose

Endometriose: Kurzübersicht

  • Was ist Endometriose? Eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen. Die Gebärmutterschleimhaut siedelt sich hier auch außerhalb der Gebärmutterhöhle an, etwa auf den Eierstöcken oder zwischen Gebärmutter und Enddarm. Betroffen sind in der Regel geschlechtsreife Frauen. Nur selten macht sich Endometriose vor der ersten oder nach der letzten Regelblutung bemerkbar.
  • Ursachen: Unbekannt, aber es gibt verschiedene Vermutungen, etwa dass Schleimhautzellen mit rückwärts fließendem Menstruationsblut über die Eileiter in den Bauchraum gelangen oder dass eine Fehlfunktion des Immunsystems an der Krankheitsentstehung beteiligt ist.
  • Symptome und Folgen: Manche Patientinnen haben keinerlei Beschwerden. Andere berichten von starken Regelschmerzen, Unterleibsschmerzen auch unabhängig von der Menstruation, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Wasserlassen oder Stuhlgang. Die Erkrankung kann psychisch sehr belastend sein und mit Unfruchtbarkeit einhergehen.
  • Behandlungsmöglichkeiten: Medikamente (Schmerzmittel, Hormonpräparate), Operation; unterstützend oft komplementäre Methoden (wie Entspannungstechniken, Akupunktur etc.)
  • Prognose: Endometriose verläuft meist chronisch. Der Verlauf ist nicht vorhersagbar. Endometriose-Herde könenn sich sowohl spontan zurückbilden als auch weiter ausbreiten. Eine Therapie kann die Beschwerden meist lindern, oft kommt es danach aber zu Rückfällen. Mit dem Eintritt in die Wechseljahre kommt die Endometriose meist zur Ruhe.
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Endometriose: Beschreibung

Bei der Endometriose (engl. Endometriosis) treten versprengte Zellverbände aus Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutterhöhle auf. Diese Zellinseln werden Endometriose-Herde genannt. Je nach ihrer Lage unterscheiden Mediziner drei große Gruppen von Endometriose:

  • Endometriosis genitalis interna: Endometriose-Herde innerhalb der Muskelschicht der Gebärmutterwand (Myometrium). Mediziner sprechen hierbei von Adenomyose (Adenomyosis uteri). Darüber hinaus zählen auch Endometriose-Herde im Eileiter zur Gruppe Endometriosis genitalis interna.
  • Endometriosis genitalis externa: Häufigste Erkrankungsform. Endometriose-Herde im Genitalbereich (im kleinen Becken), aber außerhalb der Gebärmutter, also zum Beispiel in den Eierstöcken, auf den Haltebändern der Gebärmutter oder im Douglas-Raum (Vertiefung zwischen Gebärmutter und Enddarm).
  • Endometriosis extragenitalis: Endometriose-Herde außerhalb des kleinen Beckens, etwa im Darm (Endometriose-Darm), in der Blase, in den Harnleitern oder - ganz selten - in der Lunge, im Gehirn, in der Milz oder im Skelett.
Endometriose - dort tritt sie am häufigsten auf

  • Zellen auf Wanderschaft

    Starke Bauchschmerzen vor und während der Periode sind typisch für eine Endometriose. Hierbei siedeln sich gutartige Zellen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle an. Aus ihnen bilden sich oft Zysten. Zudem können Gewebe und Organe verkleben. Folge ist dann häufig Unfruchtbarkeit. So ist bei der Hälfte der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch eine Endometriose der Grund. Lesen Sie hier, wie Sie die Krankheit erkennen und was man dagegen tun kann.
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  • Diagnose erst nach vielen Jahren

    Etwa 40.000 Frauen erkranken jährlich an Endometriose. Viele führen die Schmerzen zunächst allein auf ihre Periode zurück und gehen nicht zum Arzt. Daher erfolgt die Diagnose im Durchschnitt erst sechs Jahre nach dem Auftreten der ersten Symptome - im Alter von 30 bis 40. Unbehandelt breitet sich die versprengte Gebärmutterschleimhaut stetig weiter aus und selbst nach einer Behandlung kehrt die Endometriose meist zurück.
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  • Hormongesteuerte Zellhaufen

    Die versprengten Inseln aus Gebärmutterschleimhautzellen sind östrogenabhängig. Das heißt, sie bauen sich während des Monatszyklus auf. Dies ist oft mit krampfhaften Unterbauchschmerzen verbunden. Wie bei der regulären Periode, bluten auch die ausgewanderten Zellhaufen. Doch da sie nicht nach außen abbluten können, bilden sich oft blutgefüllte Zysten. Erst mit dem Eintritt der Wechseljahre hat das Leiden vieler Betroffener ein Ende, da der Östrogenspiegel sinkt.
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  • Verklebte Organe

    Auch Verklebungen und Verwachsungen verschiedener Organe im Unterleib wie beispielsweise Eierstöcke und Darm sind häufig. Damit verbunden sind oft dauerhafte Schmerzen. Auch das Liebesleben können die Verwachsungen entscheidend beeinträchtigen: Je nach Ort und Grad verursachen sie starke Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Zudem setzten die Herde Entzündungsbotenstoffe frei, die das Gewebe reizen und Schmerzen verursachen.
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  • Sogar auf der Lunge können sich Zellhaufen bilden

    Theoretisch können sich die Gebärmutterschleimhautzellen in weite Teile des Körpers versprengen beispielsweise auch die Lunge. Meisten sind sie jedoch im Bauch- und Beckenraum, an den Eileitern, Eierstöcken, der Gebärmutterwand oder dem Bauchfell zu finden. Die Größe der Zellinsel kann sehr variieren - sie reicht von stecknadelkopfgroßen Auflagerungen bis zu mehreren zentimetergroßen Zysten.
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  • Ursache unklar

    Was die genauen Ursachen für die am falschen Ort siedelnden Zellinseln sind, wissen die Forscher bisher nicht. Denkbar ist, dass das Zusammenspiel der Hormone und des Immunsystems bei den betroffenen Frauen verändert ist. Denn es ist eigentlich Aufgabe des Immunsystems zu verhindern, dass Zellen aus bestimmten Organen in anderen Körperteilen wachsen. Da meist mehrere Frauen in einer Familie mit einer Endometriose zu kämpfen haben, ist eine erbliche Komponente wahrscheinlich.
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  • Bauchspiegelung - die Methode der Wahl

    Eine Ultraschalluntersuchung oder ein MRT können einen ersten Verdacht auf Endometriose erhärten. In der Regel ist jedoch eine Bauchspiegelung nötig. Sie ermöglicht dem Arzt, über einen kleinen Schnitt am Bauchnabel in die Bauchhöhle zu sehen und eventuelle Endometriose-Herde mit Messer, Laser oder Strom zu entfernen.
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  • Medikamente, OP oder beides

    Eine Endometriose, die keine Beschwerden bereitet, muss nicht unbedingt behandelt werden. Doch bei starken Schmerzen, unerfüllten Kinderwunsch oder Funktionsbeeinträchtigung eines Organes kommen drei Methoden zum Einsatz: eine operative Entfernung der Herde, Medikamente, die die Hormonproduktion in den Eierstöcken reduzieren, oder eine Kombination aus beidem.
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  • Spezielle Kliniken und Selbsthilfegruppen

    Da sehr viele Frauen eine Endometriose haben, gibt es Kliniken - sogenannte Endometriose-Zentren -, die sich auf diese Krankheit spezialisiert haben und Betroffene umfangreich betreuen und beraten können. Darüber hinaus ist es auch für viele Frauen hilfreich sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Denn die ständigen Schmerzen und Arztbesuche zehren auch an der Psyche.
  • Video: Kaum bekanntes Frauenleiden: Was ist Endometriose? mehrwert. BR (August 2020).

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