Krankheiten

Fehlgeburt

Pin
Send
Share
Send
Send


Von Fehlgeburt spricht man, wenn eine Schwangerschaft endet, bevor das Kind lebensfähig ist. Mediziner sprechen auch vom sogenannten Abort. Die meisten Fehlgeburten ereignen sich noch bevor die Schwangerschaft festgestellt wird. Für betroffene Mütter ist eine Fehlgeburt tragisch und verstärkt die Sorge vor weiteren Schwangerschaften. Doch einigen Risikofaktoren steht auch immer gegenüber, nach einer Fehlgeburt wieder schwanger zu werden. Erfahren Sie hier alles Wichtige über die Gründe für Fehlgeburten und wie Sie das Risiko verringern können.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. O03O06ArtikelübersichtFehlgeburt

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Fehlgeburt: Ursachen und Risikofaktoren
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Fehlgeburt: Beschreibung

Bei einer Fehlgeburt (medizinisch: Abort) endet eine Schwangerschaft bevor das Kind lebensfähig ist. Ein Kind gilt medizinisch nach der 23.Schwangerschaftswoche und ab 400 Gramm Geburtsgewicht als lebensfähig. Endet die Schwangerschaft nach diesem Zeitpunkt, spricht man von einer Frühgeburt, falls das Kind lebend zur Welt kommt. In diesem Fall werden spezielle Maßnahmen ergriffen, um das Kind am Leben zu halten. Dazu gehören Medikamente zur Lungenreifung und eine intensivmedizinische Behandlung. Ist das Kind jedoch schon im Mutterleib gestorben, heißt es Totgeburt.

Aborte werden zudem auch zeitlich unterteilt. Ein Frühabort ist eine Fehlgeburt vor der 13. Schwangerschaftswoche. Zwischen der 14. und 24. Schwangerschaftswoche spricht man vom Spätabort.

Ereignet sich die Fehlgeburt aus natürlichen Ursachen, spricht der Mediziner vom Spontanabort. Dem gegenüber stehen sogenannte artifizielle, also künstlich herbeigeführte Aborte durch medikamentöse oder chemische Maßnahmen. Ein Beispiel hierfür wäre die Abtreibung.

Häufigkeit

Etwa 15 Prozent der medizinisch festgestellten Schwangerschaften enden als Fehlgeburt. Es gibt auch Schwangerschaften, die nur im Labor nachgewiesen werden können. Dabei zeigt sich die Erhöhung eines bestimmten Wertes (ß-hCG), klinisch gibt es jedoch noch keine Anzeichen. Zählt man diese Schwangerschaften dazu, liegt die Aborthäufigkeit bei circa 50 bis 70 Prozent. Man beobachtet zudem, dass das Fehlgeburt-Risiko mit jedem erlittenen Verlust steigt. Dabei spielt das Alter der Mutter eine zusätzliche Rolle; es gilt: Mit zunehmenden Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit eines Aborts.

Zum Inhaltsverzeichnis

Fehlgeburt: Symptome

Die Anzeichen einer Fehlgeburt hängen von den verschiedenen Abort-Formen ab. Lesen Sie alles Wichtige darüber im Beitrag Fehlgeburt: Anzeichen und Symptome.

Zum Inhaltsverzeichnis

Fehlgeburt: Ursachen und Risikofaktoren

Zum Inhaltsverzeichnis

Video: Fehlgeburt: Anzeichen und Ursachen

Fehlgeburt: Anzeichen und UrsachenEin “Tabu-Thema” mal ganz offen angesprochen. Erfahren Sie im Video, wie sich eine Fehlgeburt ankündigt und welche Gründe es dafür gibt. Viele weitere, spannende Videos rund um das Thema Schwangerschaft findet Ihr hier: Jetzt anschauen!Ein “Tabu-Thema” mal ganz offen angesprochen. Erfahren Sie im Video, wie sich eine Fehlgeburt ankündigt und welche Gründe es dafür gibt. Viele weitere, spannende Videos rund um das Thema Schwangerschaft findet Ihr hier: Jetzt anschauen!

Wenn es zu einer Fehlgeburt kommt, kann das verschiedene Ursachen haben. Häufig kommen dabei gleich mehrere Faktoren zusammen.

Risikofaktoren der Mutter

Man unterscheidet zwischen Risikofaktoren, die das weibliche Geschlechtsorgan betreffen, und solchen, die vom restlichen mütterlichen Körper herrühren. Fehlgeburt-Auslöser, die das Genitale betreffen, sind:

Ursache

Erläuterung

Missbildungen der Gebärmutter

In manchen Fällen ist die Gebärmutter (Uterus) doppelt angelegt oder hat nur einen Eileiter. Laut einer Studie der University of Washington besteht das größte Fehlgeburt-Risiko, wenn die Gebärmutterhöhle durch eine Muskel- oder Faserwand geteilt ist. Außerdem können durch zu wenig Platz im Uterus Spätaborte auftreten.

Tumore der Gebärmutter

Ist die Gebärmutter durch einen Tumor verändert, kann das Kind unter Umständen nicht richtig versorgt werden und es kommt zum Abort. Manchmal kann sich die befruchtete Eizelle dadurch auch nicht richtig in die Schleimhaut einnisten.

Gebärmutterhalsschwäche

Öffnet sich der Gebärmutterhals aufgrund einer Schwäche seiner Muskulatur zu früh, droht eine Fehlgeburt. Er hält die Frucht nicht mehr in der Gebärmutterhöhle. Außerdem können Keime so leichter aufsteigen, was eine Fehlgeburt begünstigt. Diese ungenügende Verschluss- und Haltefunktion stellt vor allem ein Risiko für Spätaborte dar.

Infektionen

Erreger können beispielsweise den Gebärmutterhals oder die Gebärmutterschleimhaut infizieren. Die daraus entstehende Entzündung verursacht einen Funktionsverlust und eine Fehlgeburt kann folgen. Zudem können die Erreger auf das Kind übergehen. Bei Befall des Mutterkuchens (Plazenta) kann der Fetus nicht mehr richtig versorgt werden.

hormonelle Störung

Bezüglich des Fehlgeburt-Risikos ist in erster Linie die Gelbkörperschwäche (medizinisch: Corpus-luteum-Insuffizienz) von Bedeutung. Der Gelbkörper entsteht nach dem Eisprung im Eierstock. Er produziert normalerweise Hormone, die Gestagene. Bei einer Schwangerschaft verhindern sie das Abbluten der Gebärmutterschleimhaut (=Menstruationsblutung). Ist die Gelbkörperfunktion gestört, kann dieser seine Funktion nicht mehr erfüllen und es kommt zur Fehlgeburt. Der Zyklus nach Fehlgeburt sollte vor allem bei Unregelmäßigkeiten beobachtet werden.

Alter

Allgemein steigt die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt mit dem Alter. Laut einer aktuellen dänischen Studie gilt bei Frauen das Abort-Risiko bereits als erhöht, wenn sie über 30 Jahre alt sind.

häufige Schwangerschaft

Mit jeder Schwangerschaft steigt das Risiko, dass die nächste in einer Fehlgeburt endet. Einer der wichtigsten Faktoren dafür ist die Gebärmutterhalsschwäche, als Folge vieler vaginaler Entbindungen.

Weitere mütterliche Ursachen für Fehlgeburten sind:.

Blutarmut (Anämie)

Am häufigsten tritt eine Blutarmut durch Eisenmangel auf. Dadurch kann es zur Unterversorgung des Kindes mit Sauerstoff kommen. Zudem ist der Mutterkuchen dann häufig zu klein, was ebenfalls zu einer Mangelversorgung des Fetus führen kann.

Infektionen

Fieberhafte Infektionen können die Muskulatur der Gebärmutter anregen und so wehenähnliche Kontraktionen auslösen. Zudem werden Bakteriengifte durch das Blut auf den Fetus übertragen und können diesen schädigen.

hormonelle Störungen

Zuckerkrankheit (Diabetes) oder Schilddrüsenüberfunktionen erhöhen das Abort-Risiko. Diese Erkrankungen beeinträchtigen beispielsweise die Gelbkörperfunktion, oder der Mutterkuchen kann sich durch Gefäßschäden nicht richtig entwickeln. Wenn die Nebenschilddrüsen ungenügend arbeiten, fällt der Kalziumgehalt des Blutes. Das kann zu übermäßigen Krämpfen des Uterus führen und damit eine Fehlgeburt verursachen.

Risikofaktoren des Vaters

Nicht nur die Mutter, auch der Vater kann Risikofaktoren für eine Fehlgeburt liefern. Defekte Spermien können das Abort-Risiko erhöhen. Bei vermehrten Fehlgeburten gibt ein Spermiogramm eventuell Aufschluss. Dabei werden Aussehen, Anzahl und Beweglichkeit beurteilt. Studien haben gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für veränderte Spermien mit dem Lebensalter zunimmt.

Risikofaktor Immunsystem

Es gibt Störungen im Immunsystem der Mutter, die eine Fehlgeburt begünstigen. Bei der bedeutendsten greift die Körperabwehr die befruchtete Eizelle an. Die Einnistung erfolgt meist gar nicht erst. Wenn doch, so ist sie fehlerhaft und endet im frühen Abort.

Video: ICH HATTE EINE FEHLGEBURT . (August 2020).

Pin
Send
Share
Send
Send