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Zyste am Eierstock

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Eine Zyste am Eierstock (Ovarialzyste) ist ein teilweise mit Flüssigkeit oder Gewebe gefüllter Hohlraum an den Eierstöcken. Eine Eierstockzyste ist entweder angeboren oder entwickelt sich unter bestimmten Bedingungen. Die meisten Eierstockzysten bereiten keine Beschwerden und bilden sich von alleine wieder zurück. Lesen Sie hier alles über Ursachen und Behandlung einer Zyste am Eierstock.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. D27N83E28ArtikelübersichtZyste am Eierstock

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Zyste am Eierstock: Beschreibung

Eine Zyste am Eierstock ist eine Art Blase, die mit Gewebe oder mit Flüssigkeit gefüllt sein kann. Meist ist sie nur wenige Millimeter bis Zentimeter groß und verursacht keine Beschwerden. Sie wird oftmals nur zufällig im Rahmen einer Ultraschall-Vorsorgeuntersuchung entdeckt. Am häufigsten entstehen solche Zysten in der Pubertät oder während der Wechseljahre, da hier starke hormonelle Schwankungen auftreten können, die das Wachstum einer Zyste begünstigen.

Nicht angeborene Eierstockzysten

Die meisten Eierstockzysten entwickeln sich erst im geschlechtsreifen Alter. Man nennt sie auch „funktionelle“ Zysten. Da sie hauptsächlich unter Hormoneinfluss gebildet werden, treten sie meist im Rahmen des weiblichen Zyklus auf. Besonders häufig sind allerdings Frauen in der Pubertät und in den Wechseljahren betroffen, da der Hormonhaushalt in dieser Zeit Veränderungen durchläuft. In einigen Fällen können die Zysten auch als Nebenwirkung einer Hormontherapie oder bei krankheitsbedingten Störungen des Hormonhaushalts auftreten. Man unterscheidet verschiedene funktionelle Eierstockzysten: Follikelzysten, Gelbkörper-Zysten, Schokoladenzysten und die polyzystischen Ovarien.

Angeborene Zysten

Die Keimdrüsenzellen der Eierstöcke produzieren Geschlechts- und Sexualhormone (Östrogene und Progesteron). Wenn ein Drüsengang verstopft oder verlegt ist und sich die Drüsenflüssigkeit zurückstaut, entsteht eine Zyste. Dieser Vorgang findet in der embryonalen Entwicklung statt. Die Zyste nennt man dann „angeboren“. Zu den angeborenen Zysten zählen unter anderem die Dermoidzysten und die Parovarialzysten (Nebeneierstockzysten). Sie sind viel seltener als die funktionellen Zysten.

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Zyste am Eierstock: Symptome

Lesen Sie alles Wichtige zu den Anzeichen der Erkrankung im Beitrag Eierstockzyste - Symptome.

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Zyste am Eierstock: Ursachen und Risikofaktoren

Während die angeborenen Eierstockzysten aufgrund verlegter Keimdrüsenausgänge entstanden sind, entwickeln sich die erworbenen Zysten unter hormonellem Einfluss. Man unterscheidet verschiedene Zystenarten.

Gelbkörper-Zyste

Nach dem Eisprung wandelt sich das Gewebe des Eierstocks, in dem die Eizelle gewachsen ist - der Follikel - in den sogenannten Gelbkörper um. Dieser produziert die Sexualhormone Östrogen und Progesteron. Wird die Eizelle befruchtet, bleibt der Gelbkörper während der Schwangerschaft zunächst bestehen. Bleibt eine Befruchtung der Eizelle aus, wird der Gelbkörper abgebaut und mit dem Rückgang der Hormonkonzentrationen im Blut tritt die Menstruationsblutung ein.

Wenn der Gelbkörper allerdings nicht ordnungsgemäß abgebaut wurde oder sogar weiter wächst, bilden sich eine oder mehrere Zysten. Sie können aber auch durch Einblutungen in den Gelbkörper entstehen. Gelbkörper-Zysten können bis zu acht Zentimeter groß werden. In den meisten Fällen bilden sie sich nach einiger Zeit selbstständig wieder zurück.

Follikel-Zyste am Eierstock

Während der ersten Hälfte des Menstruationszyklus reift eine Eizelle in einem Follikel des Eierstocks heran. Der Follikel enthält zum Schutz der Eizelle Flüssigkeit. Beim Eisprung zerplatzt der Follikel, die Eizelle gelangt in den Eileiter, wo sie befruchtet werden kann. Bleibt ein Eisprung aus, produziert der Follikel weiterhin Flüssigkeit. Es bildet sich eine Follikelzyste. Besonders Frauen im gebärfähigen Alter sind von diesen Zysten betroffen. Die Follikel-Zyste besteht etwa vier bis acht Wochen und produziert dabei weiterhin Hormone. In den meisten Fällen bildet sie sich schließlich von selbst zurück.

Schokoladen-Zysten

Bei der Krankheit „Endometriose“ kommt Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter vor. Das Endometriosegewebe reagiert wie die normale Gebärmutterschleimhaut auf die zyklischen Hormonschwankungen. Es baut sich auf, blutet ab und baut sich erneut auf. Wenn das Blut jedoch, bedingt durch eine Lokalisation am Eierstock, nicht richtig abfließen kann, können sich blutgefüllte Zysten bilden. Diese Zysten werden dann aufgrund ihres eingedickten, dunkel-blutigen Inhaltes auch „Schokoladenzysten“ genannt.

Polyzystische Ovarien

Bei polyzystischen Ovarien finden sich viele kleine Zysten in den Eierstöcken. Die zahlreichen Zysten entstehen aufgrund eines hormonellen Ungleichgewichts. Als Ursache wird ein Überschuss an männlichen Geschlechtshormonen und Insulin vermutet, was die normale Reifung der Follikel verhindert. Zu viel Insulin produziert der Körper beispielsweise bei Übergewicht oder einer (latenten) Diabetes-Typ-2-Erkrankung, um die geringere Empfindlichkeit der Zellen auf das Stoffwechselhormon auszugleichen. Das begünstigt die Bildung von zahlreichen Zysten in den Eierstöcken. Das sogenannte polyzystische Ovarien-Syndrom kann nicht nur zu Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten, sondern auch zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und psychischen Erkrankungen führen.

Dermoidzysten

Die sogenannte Dermoidzysten zählen zu den angeborenen Zysten. Sie haben sich aus dem embryonalen Keimdrüsengewebe gebildet und können Haare, Talg, Zähne, Knorpel- und/oder Knochengewebe enthalten. Die Dermoidzysten wachsen sehr langsam und können eine Größe von bis zu 25 Zentimetern erreichen. Eine bösartige Entartung der Zyste in Form eines Tumors findet sich aber nur in etwa ein bis zwei Prozent der Fälle.

Parovarialzysten

Die Nebeneierstockzysten (Parovarialzysten) entstehen aus embryonalem Gewebe und befinden sich neben den eigentlichen Eierstöcken. Sie stellen Restgewebe aus der embryonalen Entwicklungszeit dar. Die Parovarialzysten können eine variable Größe haben und eventuell an einem Stiel wachsen.

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Zyste am Eierstock: Untersuchungen und Diagnose

Der Arzt wird bei Verdacht auf eine Ovarialzyste zunächst nach den Beschwerden und Vorerkrankungen fragen. Folgende Fragen können unter anderem gestellt werden:

  • Wie alt sind Sie und in welchem Alter hatten Sie Ihre erste Monatsblutung?
  • Wann war die letzte Regelblutung?
  • Haben Sie einen regelmäßigen Zyklus?
  • Wie viele Tage dauert die Blutung?
  • Nahmen oder nehmen Sie Hormonpräparate ein?
  • Wie viele Schwangerschaften und Geburten hatten Sie bisher?
  • Leiden Sie bekannterweise an Endometriose?
  • Sind in Ihrer Familie Erkrankungen der Eierstöcke bekannt?
  • Haben Sie einen Kinderwunsch?

Anschließend wird der Arzt die Patientin untersuchen, um eventuelle (schmerzhafte) Vergrößerungen der Eierstöcke zu tasten. Je nach Ursache der Zyste kann diese mittels einer Bauchspiegelung beurteilt und gleichzeitig entfernt werden.

Besonders bei Frauen ab dem 40. Lebensjahr sollte stets eine genaue Abklärung einer Zyste am Eierstock erfolgen, um ein bösartiges Geschehen auszuschließen.

Video: Eierstockzysten: Symptome, Diagnose & Therapie von Ovarialzysten. Dr. Novak (August 2020).

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