Krankheiten

Eierstockkrebs

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Eierstockkrebs (mediz. Ovarialkarzinom) ist ein bösartiger Tumor der Eierstöcke. Der Krebs wird oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung entdeckt, wenn sich der Tumor bereits in der Bauchhöhle ausgebreitet hat. Das Risiko steigt mit dem Alter - meist sind Frauen nach den Wechseljahren betroffen. Hier erfahren Sie alles Wichtige über Eierstockkrebs.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. C56D39C57ArtikelübersichtEierstockkrebs

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Eierstockkrebs: Beschreibung

Eierstockkrebs (mediz.: Ovarialkarzinom) ist ein bösartiger Tumor der Eierstöcke. Diese liegen links und rechts neben der Gebärmutter und haben verhältnismäßig viel Platz - denn während des weiblichen Zyklus verändert sich ihre Lage und Größe etwas. Ein Tumor am Eierstock verursacht deshalb meist erst im fortgeschrittenen Stadium Symptome und wird häufig spät bemerkt. In rund 50 Prozent der Fälle befällt der Krebs beide Eierstöcke.

Mediziner unterscheiden sogenannte Keimstrang-Stroma-Tumoren von Krebs, der aus den Eierstockzellen selbst entsteht. Diese Tumorform entwickelt sich aus embryonalen Keimsträngen. 15 bis 20 Prozent der Eierstocktumoren entstehen so. Ein Beispiel ist der Brenner-Tumor, ein rundlicher, bis mehrere Zentimeter großer Tumor, der meist gutartig ist und nur in 0,5 bis 9 Prozent der Fälle entartet.

Bösartiger Eierstockkrebs bildet schnell Tochtergeschwüre, sogenannte Metastasen. Diese breiten sich vor allem innerhalb der Bauchhöhle und des Bauchfells aus. Über Blut- und Lymphbahnen können aber auch Leber, Lunge, Brustfell oder Lymphknoten befallen werden.

Die Krankheit verläuft in vier Stadien, die nach der sogenannten FIGO-Klassifikation eingeteilt werden:

  • FIGO I: Frühes Stadium. Der Eierstockkrebs befällt nur das Eierstockgewebe. Es können ein Eierstock oder beide Eierstöcke betroffen sein.
  • FIGO II: Der Tumor hat sich bereits im Becken ausgebreitet.
  • FIGO III: Der Krebs hat Metastasen ins Bauchfell (mediz.: Peritonealkarzinose) oder in die Lymphknoten gestreut.
  • FIGO IV: Stark fortgeschrittenes Stadium. Das Tumorgewebe befindet sich bereits außerhalb der Bauchhöhle. Beispielsweise können Fernmetastasen in der Lunge entstehen. Sie gelangen über den Blutweg oder das Lymphsystem dorthin.

Meist sind ältere Frauen nach den Wechseljahren von der Krankheit betroffen. Vor dem 40. Lebensjahr tritt nur selten ein Ovarialkarzinom auf. Eierstockkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane nach dem Brustkrebs. Jährlich erkranken in Deutschland zwischen 7000 und 8000 Frauen neu, schreibt das Robert Koch-Institut. Das Risiko, einen bösartigen Tumor an den Eierstöcken zu entwickeln, liegt damit bei 1,5 Prozent (eine von 68 Frauen ist betroffen).

Andere Eierstocktumoren

In den Eierstöcken können auch Tumoren auftreten, die nicht auf eine Entartung der Eierstockzellen zurückzuführen sind - etwa Tochtergeschwulste anderer Krebserkrankungen. Dazu gehört der Krukenberg-Tumor, der als Sekundärtumor von Magenkrebs entsteht.

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Eierstockkrebs: Symptome

Alles Wichtige zu den typischen Anzeichen von Eierstockkrebs lesen Sie im Beitrag Eierstockkrebs - Symptome.

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Eierstockkrebs: Ursachen und Risikofaktoren

Wie fast jede Krebsart entsteht Eierstockkrebs aus Zellen, die unkontrolliert wachsen. Im späteren Stadium bildet der Tumor dann Metastasen, die sich im umgebenden Gewebe ausbreiten, etwa in der Bauchhöhle. Warum die Zellen entarten, ist nicht im Detail bekannt. Genetische Faktoren scheinen aber eine Rolle zu spielen, denn Eierstockkrebs tritt familiär gehäuft auf und bestimmte Genveränderungen (Mutationen) kommen bei Krebspatientinnen gehäuft vor. Im Weiteren spielt die Zahl der weiblichen Zyklen eine Rolle bei der Krankheitsentstehung. Frauen mit einer späten ersten Regelblutung und einem frühen Einsetzen der Wechseljahre erkranken demnach seltener an einem Eierstocktumor. Das gilt auch für Frauen, die ein oder mehrmals schwanger waren oder über einen längeren Zeitraum hormonell verhütet haben.

Genetische und Umweltfaktoren

Veränderungen der Gene BRCA1 und BRCA2 steigern das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, deutlich. Allerdings wurden sie nur bei einem kleinen Teil der betroffenen Frauen gefunden. Weitere genetische Faktoren sind derzeit noch Gegenstand der Forschung. Auch Brustkrebspatientinnen besitzen häufig veränderte Gene der BRCA-Gruppe (BReast CAncer). Frauen, deren Verwandte ersten Grades Brust- oder Eierstockkrebs hatten, tragen ein erhöhtes Risiko zu erkranken. Auch schädliche Umwelteinflüsse und ungesunde Ernährung können eine Rolle spielen. Es gibt Hinweise, dass Übergewicht (Adipositas) das Erkrankungsrisiko erhöht.

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Eierstockkrebs: Untersuchungen und Diagnose

Einen ersten Hinweis auf einen Tumor am Eierstock liefert das Abtasten der Bauchdecke und der weiblichen Geschlechtsorgane. Meist folgt eine Ultraschalluntersuchung (mediz.: Sonografie) der Bauchregion und der Scheide. Sie gibt bereits Aufschluss über Größe, Lage und Beschaffenheit der Krebsgeschwülste. Unter Umständen lässt sich auch bereits abschätzen, ob der Tumor gut- oder bösartig ist. Wie weit sich die Krankheit bereits ausgebreitet hat, lässt sich mithilfe einer Computer- oder Magnetresonanztomografie feststellen. Hierbei kann der Arzt Metastasen im Brust- oder Bauchraum entdecken. Besteht der Verdacht, dass der Tumor bereits die Blase oder den Enddarm befallen hat, kann eine Blasenspiegelung- oder Mastdarmspiegelung Aufschluss geben. Eine sichere Diagnose ist erst nach der Untersuchung einer Gewebeprobe möglich, die vorher operativ entfernt werden muss (mediz.: Biopsie).

Um den Krankheitsverlauf zu beurteilen, kann der Arzt spezifische Tumormarker im Blut messen. Wenn die Menge dieser Zellproteine ansteigt, deutet das auf gewachsene Metastasen hin. Nach der operativen Entfernung eines Tumors kann die Untersuchung Hinweise auf einen Tumorrückfall, ein sogenanntes Rezidiv, liefern.

Für Eierstockkrebs gibt es keine gesetzlich vorgesehene Untersuchung zur Prävention. Regelmäßige gynäkologische Untersuchungen und ein vaginaler Ultraschall können aber helfen den Krebs frühzeitig zu erkennen. In der Diskussion ist auch, ob eine Blutuntersuchung in Kombination mit Ultraschall ein Standardverfahren sein könnte, um früh Hinweise auf Eierstockkrebs zu erhalten.

Video: "Eierstockkrebs" - Hirslanden & TeleZüri: Gesundheitssendung CheckUp (August 2020).

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