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Darmkrebs

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Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für lifelikeinc.com - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

Mehr über die lifelikeinc.com-ExpertenUnter Darmkrebs (kolorektales Karzinom) versteht man einen bösartigen Tumor des Dick- oder Mastdarms. Er entsteht meist aus gutartigen Darmpolypen. Die bis jetzt einzige Heilungsmöglichkeit bei Darmkrebs ist eine Operation. Weitere Methoden wie Chemo- oder Strahlentherapie unterstützen oft die Behandlung. Lesen Sie hier alles Wichtige zum Thema: Wie erkennt man Darmkrebs? Was sind seine Ursachen und Risikofaktoren? Wie wird Darmkrebs behandelt? Wie groß sind die Heilungschancen?

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. C17C21C19C18C26C20ArtikelübersichtDarmkrebs

  • Symptome
  • Darmkrebs: Rektumkarzinom
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Darmkrebs-Stadien
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose
  • Darmkrebsvorsorge

Kurzübersicht

  • Was ist Darmkrebs? Bösartiger Tumor im Dickdarm (Kolonkarzinom) oder Mastdarm (Rektumkarzinom). Zusammengefasst sprechen Mediziner bei Darmkrebs von einem kolorektalen Karzinom.
  • Häufigkeit: In Deutschland ist Darmkrebs bei Frauen die zweithäufigste und bei Männern die dritthäufigste Krebsart. Pro Jahr erkranken etwa 29.500 Frauen und 33.500 Männer an Darmkrebs. Bei der Diagnose sind die Patienten im Schnitt 73 Jahre (Männer) bzw. 75 Jahre (Frauen) alt.
  • Symptome: Darmkrebs entwickelt sich langsam, und bleibt meist lange Zeit ohne Beschwerden. Mögliche Anzeichen im weiteren Verlauf sind veränderte Stuhlgewohnheiten (Durchfall und/oder Verstopfung), Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust, Blutarmut, evtl. Bauchschmerzen, leichtes Fieber, Müdigkeit, Leistungsschwäche.
  • Ursachen und Risikofaktoren: falsche Ernährung (wenig Ballaststoffe, viel Fleisch und Fett), Bewegungsmangel, Übergewicht, Alkohol, Nikotin, genetische Faktoren, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (v.a. Colitis ulcerosa), Diabetes mellitus Typ 2
  • Behandlung: Abhängig von mehreren Faktoren wie Lage, Größe und Ausbreitung des Tumors. Wichtigste Therapiemöglichkeit ist die Operation. Unterstützend können weitere Behandlungen eingeleitet werden, wie Chemo- oder Strahlentherapie.
  • Prognose: Je frühzeitiger Darmkrebs entdeckt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Haben sich bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Körperregionen gebildet, verschlechtert sich die Prognose.
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Darmkrebs: Symptome

Darmkrebs bleibt meist lange unbemerkt. Beschwerden treten erst auf, wenn der Tumor eine gewisse Größe erreicht hat. Dann kann er die Passage der Nahrungsreste beeinträchtigen. In der Folge verändert sich der Stuhlgang (Verstopfung, Durchfall). Oft findet sich auch Blut im Stuhl.

Wie jede Krebserkrankung schwächt der Tumor zudem den gesamten Körper. Deshalb können auch unspezifische Beschwerden wie Leistungsschwäche, ungewollte Gewichtsabnahme und gegebenenfalls leichtes Fieber auftreten. Wenn der Tumor in einem fortgeschrittenen Stadium bereits in andere Organe gestreut hat (Metastasen), können weitere Beschwerden auftreten.

Im Folgenden können Sie genauer nachlesen, woran man Darmkrebs erkennen kann. Aber Vorsicht: Die genannten Beschwerden sind kein eindeutiges Anzeichen für Darmkrebs, sondern können auch andere Ursachen haben. Man sollte sie aber immer von einem Arzt abklären lassen. Das gilt besonders, wenn relativ junge Menschen potenzielle Darmkrebs-Symptome bei sich feststellen. Bei jüngeren Menschen ist Darmkrebs nämlich extrem selten.

Darmkrebs-Symptome: Veränderter Stuhlgang

Viele Patienten leiden abwechselnd unter Verstopfung und Durchfall, weil der Tumor den Darm verengt: Der Stuhl staut sich zunächst vor dem Tumor auf. Dann wird er durch bakterielle Zersetzung verflüssigt und als manchmal übelriechender Durchfall ausgeschieden. Dieser Wechsel von Verstopfung (Obstipation) und Durchfall (Diarrhö) wird auch als paradoxe Diarrhö bezeichnet. Es handelt sich um ein klassisches Warnzeichen für Darmkrebs.

Einige Patienten leiden auch nur unter wiederholter Verstopfung oder wiederholtem Durchfall.

Wenn beim Abgang von Winden zusätzlich ungewollt Stuhl ausgeschieden wird, kann das ebenfalls ein Hinweis auf Darmkrebs sein. Mediziner sprechen hier vom Phänomen des „falschen Freundes“. Es entsteht, wenn die Muskelspannung des analen Schließmuskels verringert ist. Der Grund dafür kann ein tief sitzender Darmkrebs sein, der den Muskel durchwandert und damit seine Funktion stört.

Bei Menschen über 40 Jahren sollte generell jede Änderung der Stuhlgewohnheiten, die über drei Wochen andauert, ärztlich abgeklärt werden.

Darmkrebs-Symptome: Blut im Stuhl

Ein bösartiger Tumor ist nicht so stabil wie gesundes Gewebe. Deshalb blutet er oft. Bei Darmkrebs wird dieses Blut zusammen mit dem Stuhl ausgeschieden. So findet man bei der Mehrzahl der Darmkrebs-Patienten Blutbeimengungen im Stuhl.

Diese Blutbeimengungen sind manchmal mit bloßem Auge sichtbar. Die Farbe gibt dabei einen Hinweis auf die Lage des Tumors: Sitzt der Darmkrebs im Bereich des Enddarms, erscheint das Blut im Stuhl rot (frisches Blut). In anderen Fällen ist der Stuhl durch älteres (dunkles) Blut pechschwarz verfärbt. Dieser sogenannte Teerstuhl deutet auf eine Blutung im oberen Verdauungstrakt (Magen, Zwölffingerdarm) hin. Jedoch ist nicht auszuschließen, dass Teerstuhl auch bei einer Blutungsquelle im Dickdarm auftritt.

Viele Darmkrebs-Patienten scheiden aber so wenig Blut aus, dass es im Stuhl nicht auffällt. Diese „unsichtbaren“ Blutbeimengungen werden auch als okkultes Blut bezeichnet. Es lässt sich mit bestimmten Tests (zum Beispiel Hämoccult-Test) nachweisen.

Trotz seiner Häufigkeit ist Blut im Stuhl kein spezifisches Darmkrebs-Anzeichen. Es können auch andere Ursachen dahinter stecken. Meist sind Blutreste auf dem Stuhl oder dem Toilettenpapier auf Hämorrhoiden zurückzuführen. Typischerweise ist das Blut dann eher hellrot und dem Stuhl aufgelagert. Das Blut bei Darmkrebs ist aufgrund der Darmbewegungen dagegen meist mit dem Stuhl vermengt.

Neben Hämorrhoiden sind auch Blutungsquellen in der Speiseröhre, im Magen oder Zwölffingerdarm mögliche Ursachen für Blut im Stuhl (zum Beispiel ein Magengeschwür).

Allgemeine Darmkrebs-Symptome

Darmkrebs kann auch dazu führen, dass sich der Allgemeinzustand eines Menschen verschlechtert. Die Betroffenen fühlen sich zum Beispiel ungewöhnlich müde und schwach und sind nicht so leistungsfähig wie sonst. Auch Fieber kann ein Anzeichen für Darmkrebs sein.

Besonders im fortgeschrittenem Krankheitsstadium kann Blutarmut (Anämie) auftreten. Sie entsteht, weil der bösartige Darmtumor oft blutet. Mit dem Blut geht auch Eisen verloren. Da Eisen aber notwendig für die Bildung des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) ist, entsteht eine Blutarmut infolge Eisenmangels (Eisenmangelanämie). Sie macht sich mit Symptomen wie Blässe, Leistungsschwäche, Müdigkeit und in schweren Fällen auch mit Atemnot bemerkbar.

Ein weiteres Darmkrebs-Anzeichen in fortgeschrittenen Stadien ist ungewollter Gewichtsverlust. Mediziner sprechen hier von einer Tumorkachexie: Aufgrund der Krebserkrankung baut der Körper viel Fett- und Muskelmasse ab. So wirken die Patienten zunehmend abgemagert und ausgezehrt.

Weitere Darmkrebs-Anzeichen

Wenn der Darmkrebs in andere Körperregionen gestreut hat (Metastasierung), können weitere Beschwerden auftreten. Oft bildet er Tochtergeschwülste in der Leber (Lebermetastasen). Das kann beispielsweise Schmerzen im rechten Oberbauch, Gelbsucht oder erhöhte Leberwerte im Blut verursachen. Auch Lungenmetastasen sind bei Darmkrebs nicht selten. Sie können sich etwa durch Atemnot oder Husten bemerkbar machen.

Darmkrebs kann aber auch im Darm immer weiter wachsen. Dabei kann er die Darmwand oder umliegendes Gewebe schädigen. Ein großer Tumor kann beispielsweise den Darm so einengen, dass die Nahrungsreste die Stelle nicht mehr passieren können. So entsteht ein Darmverschluss (Ileus) - eine schwerwiegende Komplikation von Darmkrebs.

So ist der Dickdarm aufgebautMeistens entwickelt sich Darmkrebs im Dickdarm, welcher dem Nahrungsbrei auf dem Weg zum After Wasser und Salze entzieht.

Schmerzen können bei Darmkrebs ebenfalls auftreten, zum Beispiel krampfartige Bauchschmerzen. Manche Patienten haben auch Schmerzen beim Stuhlgang.

In einigen Fällen berichten Patienten von starken Darmgeräuschen und Blähungen. Beides kann natürlich auch bei Gesunden auftreten. Wenn sich solche Beschwerden aber häufen, handelt es sich manchmal um Anzeichen für Darmkrebs.

Bei weiterem Wachstum kann der Tumor die Darmwand durchbrechen und eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) verursachen. Breiten sich die Krebszellen in der Bauchhöhle auf dem Bauchfell aus, sprechen Mediziner von einer Peritonealkarzinose.

Video: Darmkrebs - Männer sollen früher vorsorgen. Visite. NDR (August 2020).

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