Krankheiten

Dengue-Fieber

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Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der lifelikeinc.com und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

Mehr über die lifelikeinc.com-ExpertenDas Dengue-Fieber ist eine tropische Viruserkrankung. Sie wird durch eine bestimmte Stechmückenart übertragen, die tagaktive Aedes-Mücke. Dengue-Fieber äußert sich in stark erhöhter Temperatur, Kopf- und Gliederschmerzen. Meist erholen sich Betroffene innerhalb weniger Tage wieder. Dengue-Fieber kann aber auch zu schweren Komplikationen oder sogar zum Tod führen. Erfahren Sie hier, in welchen Regionen die Tropenkrankheit auftritt, wie Sie eine Ansteckung vermeiden können und wie das Dengue-Fieber behandelt wird.

ArtikelübersichtDengue-Fieber

  • Ansteckungswege & Vorkommen
  • Symptome
  • Behandlung
  • Vorbeugen
  • Untersuchungen & Diagnose
  • Verlauf & Prognose

Kurzübersicht

  • Was ist Dengue-Fieber? Eine durch die Aedes-Mücke übertragene Virusinfektion.
  • Vorkommen: hauptsächlich in tropischen und subtropischen Ländern, aber auch (vereinzelt) in Europa.
  • Symptome: manchmal keine, ansonsten typischerweise grippeähnliche Beschwerden (wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen); bei Komplikationen u. a. Blutgerinnungsstörungen, Erbrechen, Blutdruckabfall, Unruhe, Benommenheit
  • Behandlung: symptomatisch mit Flüssigkeitszufuhr sowie Schmerz- und Fiebermitteln; bei Komplikationen stationäre Intensivbehandlung
  • Prognose: meist gutartiger Verlauf, bei Kindern und/oder Zweitinfektionen erhöhtes Komplikationsrisiko
  • Vorbeugung: Vermeiden von Mückenstichen (lange Kleidung, Moskitonetz, Mückenschutzmittel etc.)
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Dengue-Fieber: Ansteckungswege und Vorkommen

Dengue-Fieber wird vom Dengue-Virus verursacht, das in vier verschiedenen Varianten (Serotypen) vorkommt: DENV 1-4. Allesamt werden von der Aedes-Mücke übertragen: am häufigsten von der Gelbfieber- oder Tigermücke (Aedes aegypti oder Stegomyia aegytpi), manchmal auch von der asiatischen Tigermücke (Aedes oder Stegomyia albopictus).

So wird das Dengue-Fieber übertragenDengue-Fieber kann ausschließlich von Aedes-Mücken auf den Menschen übertragen werden. Man nennt solche tierischen Überträger "Vektoren".

Diese Mücken kommen hauptsächlich in städtischer Umgebung beziehungsweise generell in von Menschen besiedelten Regionen vor. Sie legen ihre Eier bevorzugt in der Nähe von Wasser (Flaschen, Regentonnen, Eimern etc.) ab. Sind Weibchen infiziert, können sie den Virus direkt auf die Brut übertragen. Die weiblichen Mücken sind es auch, die die Krankheit an Menschen weitergeben. Menschen untereinander können sich nicht anstecken - sie dienen der Mücke lediglich als Reservoir, also als Lebensraum, von wo aus diese das Virus weitertragen.

Anders als zum Beispiel Grippeviren kommen die Dengue-Viren nicht in der menschlichen Schleimhaut oder im Speichel vor. Das Dengue-Fieber kann also nicht durch Niesen, Husten oder Küssen übertragen werden.

Vorkommen von Dengue-Fieber

In Deutschland ist die Aedes-Mücke nicht heimisch, weil sie zum Überwintern mindestens Temperaturen von zehn Grad Celsius benötigt. Sie kann also höchstens in den warmen Monaten weit in sonst Aedes-Mücken-freie Regionen vordringen. Durch die globale Erwärmung könnten die Mücken jedoch ihren Lebensraum ausdehnen, glauben Experten.

Bislang gilt: Wenn hierzulande jemand das Dengue-Fieber bekommt, hat er sich im Allgemeinen bei einem Aufenthalt im tropisch-subtropischen Ausland infiziert. So gab es beispielsweise im Jahr 2017 fünf Fälle von Dengue-Fieber in Deutschland nach Aufenthalten in Ägypten.

Da die Deutschen gerne und immer mehr reisen, ist die Anzahl an eingeschleppten Dengue-Fieber-Fälle in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Im Jahr 2015 wurden mehr als 700 Menschen in Deutschland wegen Dengue-Fiebers behandelt. Die häufigsten Infektionsländer dabei waren laut Meldedaten des Infektionsschutzgesetzes (IfSG):

  • Thailand: 29 Prozent
  • Indonesien: 16 Prozent
  • Brasilien: 7 Prozent
  • Indien: 6 Prozent
  • Kuba, Philippinen, Vietnam, Malaysia, Costa Rica, Kambodscha: je 3 Prozent
  • Andere: 24 Prozent

Insgesamt kommt das Dengue-Fieber in mehr als 100 tropischen und subtropischen Ländern vor, besonders in Südostasien, Lateinamerika, Teilen Afrikas und im Westpazifik.

Dengue-Fieber zählt in Deutschland zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Das bedeutet, der behandelnde Arzt muss dem Gesundheitsamt jeden Fall mitteilen. Diese Maßnahme soll helfen, größere Ausbrüche möglichst schnell erkennen und Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Dengue-Fieber: Erkrankungen nehmen zu

Das Dengue-Fieber hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verbreitet. In den letzten 50 Jahren hat sich die Zahl der infizierten Menschen verdreißigfacht. Experten schätzen, dass weltweit jedes Jahr rund 400 Millionen Menschen am Dengue-Virus erkranken. Damit ist das Dengue-Fieber die am stärksten durch Mücken verbreitete Erkrankung der Welt.

Mittlerweile wurde auch bereits in Europa entdeckt: So kam es zum Beispiel im Oktober 2012 zu einem Ausbruch von Dengue-Fieber auf Madeira, einer beliebten portugiesischen Urlaubsinsel vor der Küste Afrikas. Auch auf Fuerteventura, in Kroatien, Griechenland und Frankreich trat das Virus bereits (lokal) auf.

Video: Wie kann man die Dengue-Plage verhindern? DW Deutsch (August 2020).

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