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Subclavian-steal-Syndrom

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Das Subclavian-steal-Syndrom ist eine Durchblutungsstörung des Gehirns. Sie kommt durch eine Verengung einer Armarterie in Nähe des Schlüsselbeins (Arteria subclavia) zustande. Patienten empfinden häufig Schwindel oder Sehstörungen. Durch invasive Verfahren kann das Subclavian-steal-Syndrom geheilt werden. Hier lesen Sie alles Wichtige zum Subclavian-steal-Syndrom.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. G45ArtikelübersichtSubclavian-steal-Syndrom

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Subclavian-steal-Syndrom: Beschreibung

Das Subclavian-steal-Syndrom ist eine sehr seltene Durchblutungsstörung des Gehirns. Es tritt auf, wenn die Schlüsselbeinarterie (Arteria subclavia) verengt ist. Diese Verengung ist meist durch eine Verkalkung der Gefäße bedingt. Die verengte Schlüsselbeinarterie zapft zum Ausgleich die Wirbelarterie (Arteria vertebralis) an, die eigentlich Blut ins Gehirn leitet: Das heißt, die Schlüsselbeinarterie „stiehlt“ (englisch „to steal“ = stehlen) Blut aus der Arteria vertebralis und damit aus dem Gehirn. Dadurch kommt es zu einer Mangelversorgung verschiedener Hirnabschnitte. Um die Ursachen für ein Subclavian-steal-Syndrom besser verstehen zu können, lohnt sich ein Blick auf die Anatomie:

Anatomie

Das Gehirn wird sowohl durch die rechte und linke Arteria carotis interna als auch durch die rechte und linke Arteria vertebralis mit Blut versorgt. Diese Arterien sind über zwischengeschaltete Blutgefäße miteinander verbunden.

Die linke Karotisarterie entspringt der Hauptschlagader (Aorta). Links zweigt die linke Arteria subclavia ab. Die rechte Körperhälfte wird versorgt, indem aus der Aorta der Truncus brachiocephalicus entspringt. Dieser teilt sich anschließend in die rechte Arteria subclavia und die rechte Karotisarterie auf.

Aus der rechten und linken Arteria subclavia entspringt die jeweilige Arteria vertebralis. Diese verläuft entlang der Wirbelkörper Richtung Schädel und versorgt dort Teile des Gehirns. Die Arteria subclavia verläuft weiter unter dem Schlüsselbein entlang Richtung Achsel und übernimmt die Blutversorgung der Arme.

Aufgrund der Verläufe der Blutgefäße stehen die Arteria carotis, die Arteria vertebralis und die Arteria subclavia in Verbindung miteinander.

Subclavian-steal-Syndrom und Subclavian-steal-Phänomen

Das Subclavian-steal-Syndrom wird als solches bezeichnet, wenn verschiedene Krankheitszeichen vorliegen, die gleichzeitig auftreten und in einem Zusammenhang zueinander stehen. Man spricht dann auch von einem Symptomkomplex. Davon zu unterscheiden ist das Subclavian-steal-Phänomen. Ärzte verwenden diesen Begriff, wenn die Ursache für ein mögliches Subclavian-steal-Syndrom vorliegt, aber der Patient (noch) keine Symptome zeigt, das heißt asymptomatisch ist.

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Subclavian-steal-Syndrom: Symptome

Das Subclavian-steal-Syndrom äußert sich durch verschiedene Krankheitszeichen, die meist nur eine Körperhälfte betreffen. Es müssen nicht immer alle der folgenden Symptome vorliegen, einige Patienten bleiben bei Verengungen der Arteria subclavia beschwerdefrei (asymptomatisch, Subclavian-steal-Phänomen).

Die folgenden Krankheitszeichen sind beim Subclavian-steal-Syndrom typisch:

  • ungerichteter Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Ohrensausen
  • Sehstörungen, Augenmuskellähmungen
  • Bewusstseinsstörungen
  • Lähmungen, Sensibilitätsstörungen
  • Sprach-, Schluckstörungen
  • Kopfschmerzen am Hinterkopf

Bei einem Subclavian-steal-Syndrom verstärken sich die Beschwerden häufig, wenn der Patient den Arm der betroffenen Seite bewegt.

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Subclavian-steal-Syndrom: Ursachen und Risikofaktoren

Ursache vom Subclavian-steal-Syndrom ist eine starke Verengung (Stenose) oder ein Verschluss (Okklusion) der Arteria subclavia oder des Truncus brachiocephalicus. Entscheidend dabei ist, dass diese Verengung vor dem Abgang der Arteria vertebralis aus der Arteria subclavia liegt. Durch die Verengung gelangt zu wenig Blut in den Arm der betroffenen Seite. Um die Blutversorgung am Arm zu gewährleisten, zapft die Arteria subclavia die Arteria vertebralis an, die normalerweise das Gehirn mitversorgt. Der Blutstrom der Arteria vertebralis wird umgedreht und das Blut fließt von ihr in die Arteria subclavia und nicht mehr ins Gehirn. Die Verengung der Arteria subclavia wird also umgangen, in dem der Arm Blut über die Arteria vertebralis bekommt, die wiederum Blut aus dem Gehirn über die Karotisarterie erhält, die ihrerseits aus der Aorta beziehungsweise dem Truncus brachiocephalicus gespeist wird.

Aufgrund dieser Ausgleichs- oder Umgehungsmechanismen beim Subclavian-steal-Syndrom fehlt Blut im Gehirn. Vor allem, wenn der betroffene Arm einen erhöhten Blutbedarf hat wie bei Bewegung, wird die Mangelversorgung im Gehirn verstärkt. Dadurch kommt es insbesondere auf der betroffenen Seite zu Ausfallerscheinungen wie Schwindel oder Sehstörungen.

Risikofaktoren für ein Subclavian-steal-Syndrom

Besonders gefährdet, an einem Subclavian-steal-Syndrom zu erkranken, sind Patienten mit einem Gefäßleiden. Vor allem Verkalkungen (Arteriosklerose) führen dazu, dass sich die Blutgefäße verengen. Risikofaktoren dafür sind Rauchen, erhöhte Blutfettwerte und Bewegungsmangel. Außerdem können Fehlbildungen der Gefäße ebenfalls zu einer Verengung führen.

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Subclavian-steal-Syndrom: Untersuchungen und Diagnose

Um ein Subclavian-steal-Syndrom festzustellen, kann Ihr Arzt verschiedene Untersuchungsmethoden einsetzen. Zunächst befragt er Sie nach Ihrer Krankengeschichte (Anamnese). Dazu stellt er Ihnen unter anderem folgende Fragen:

  • Ist Ihnen öfters schwindelig?
  • Tritt der Schwindel verstärkt nach einer Belastung der Arme auf?
  • Haben Sie Ohrensausen?
  • Ist der Schwindel schwankend, drehend oder ungerichtet?
  • Leiden Sie an Blutverfettung?
  • Haben Sie Probleme mit dem Herzen oder den Gefäßen?

Anschließend untersucht Ihr Arzt Sie körperlich. Dabei tastet er unter anderem den Puls und misst den Blutdruck. Wenn auf einer Seite der Puls abgeschwächt ist und zwischen beiden Armen eine Blutdruckdifferenz von über 20 mmHg besteht, deutet dies auf eine mögliche Verengung der Arteria subclavia und damit ein Subclavian-steal-Syndrom hin.

Außerdem hört Ihr Arzt Ihr Herz und die umliegenden Blutgefäße ab. Bei einer Verengung der Arteria subclavia kann er dort ein nicht normales Strömungsgeräusch vernehmen.

Beim Verdacht auf ein Subclavian-steal-Syndrom kann Ihr Arzt weitere Untersuchungen veranlassen. Die Methode der ersten Wahl ist dabei die Doppler- oder Duplex-Sonografie. Dies ist eine Ultraschalluntersuchung, mit der sowohl die Gefäße als auch der Blutfluss dargestellt werden können. So können eine eventuelle Verengung der Arteria subclavia und eine Umkehr des Blutflusses in der Arteria vertebralis dargestellt werden.

Andere bildgebende Verfahren können zusätzlich zur Diagnostik vom Subclavian-steal-Syndrom eingesetzt werden. Dazu zählt eine Röntgenuntersuchung der Gefäße mittels Computertomografie oder Magnetresonanztomografie (CT- oder MRT-Angiografie).

Vom Subclavian-steal-Syndrom muss ein Aortenbogensyndrom unterschieden werden, bei dem es zu ähnlichen Symptomen kommen kann, aber bei dem Verengungen in mehreren Gefäßen vorliegen.

Video: Subclavian Steal Syndrome (September 2020).

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