Krankheiten

Spinalkanalstenose

Pin
Send
Share
Send
Send


Sabine Schrör

Sabine Schrör ist freie Autorin der lifelikeinc.com. Sie studierte Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit in Köln. Als freie Redakteurin ist sie seit mehr als 15 Jahren in den verschiedensten Branchen zu Hause. Die Gesundheit gehört zu ihren Lieblingsthemen.

Mehr über die lifelikeinc.com-ExpertenMartina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für lifelikeinc.com - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

Mehr über die lifelikeinc.com-ExpertenBei einer Spinalkanalstenose (Spinalstenose, spinale Stenose, Wirbelkanalstenose) ist der Kanal in der Wirbelsäule verengt, durch den das Rückenmark verläuft. Der entstehende Druck auf Rückenmark, Nerven und Blutgefäße kann Rückenschmerzen und bleibende Nervenschädigungen verursachen. Meist entsteht eine Spinalkanalverengung infolge von Alterungsprozessen. Lesen Sie hier Wissenswertes zu den Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten der Spinalkanalstenose.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. M48M51M99ArtikelübersichtSpinalkanalstenose

  • Ursachen
  • Symptome
  • Behandlung
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Verlauf und Prognose

Kurzübersicht

  • Ursachen: Meist Verschleiß (Degeneration) der Wirbelsäule. Seltener angeborene Verengungen (Hohlkreuz, Fehlbildungen der Wirbelsäule), Wirbelsäulenoperationen, Bandscheibenvorwölbung oder -vorfall, hormonelle Veränderungen, Knochenerkrankungen wie Morbus Paget.
  • Symptome: Anfangs oft symptomlos. Später häufig unspezifische Beschwerden wie Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in die Beine (Lumboischialgie), verminderte Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule sowie Muskelverspannungen im unteren Rückenbereich. Bei schwerer Spinalkanalstenose Gefühlsstörungen und Schwächegefühl in den Beinen, Hinken (Claudatio spinalis), Blasen- und/oder Mastdarmstörungen, gestörte Sexualfunktion. Sehr selten Querschnittssyndrom mit Lähmungen der Beine sowie Problemen beim Stuhlgang und/oder Wasserlassen.
  • Diagnose: Anhand der charakteristischen Symptome in Verbindung mit bildgebenden Verfahren (Kernspintomografie, Computertomografie).
  • Behandlung: Meist konservative Therapie mit einer Kombination aus Physiotherapie, Rückenschule, Wärmetherapie, Elektrotherapie, Stützkorsett (Orthese), Schmerzbewältigungstraining und Schmerztherapie. Selten ist eine Operation nötig, um den Spinalkanal zu entlasten.
  • Verlauf und Prognose: Auch ohne Therapie meist sehr langsamer Verlauf. Mit konsequenter konservativer Therapie lassen sich die typischen Beschwerden meist gut behandeln und lindern.
Zum Inhaltsverzeichnis

Spinalkanalstenose: Ursachen

Häufigste Ursache der spinalen Stenose ist der Verschleiß (Degeneration) der Wirbelsäule: Mit der Zeit verlieren die Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern Flüssigkeit. Sie werden dadurch flacher und können so schlechter bewegungsbedingten Druck abfedern - die Wirbelkörper werden also stärker belastet und drücken dann auf den Wirbelkanal (Spinalkanal).

Durch die geschrumpften Bandscheiben sind zudem die Bänder entlang der Wirbelsäule weniger straff gespannt und verlieren an Elastizität. So kann das gesamte Wirbelsäulengefüge latent instabil werden. Die Wirbelkörper können sich gegeneinander verschieben (Wirbelgleiten, Spondylolisthesis) und den Wirbelkanal zusammendrücken.

Eine gut trainierte Rückenmuskulatur stabilisiert dann die Wirbelsäule, so dass man trotz Spinalkanalstenose beschwerdefrei ist. Patienten mit schlecht ausgebildeten Rückenmuskeln entwickeln dagegen häufig typische Stenose-Symptome. Denn wenn die Muskeln die instabile Wirbelsäule nicht stützen können, bildet der Körper neue Knochenstrukturen an den Wirbelkörpern, um das Rückgrat zu stabilisieren. Diese neu entstandenen knöchernen Gebilde werden Osteophyten genannt. Sie können eine Spinalkanalverengung nicht nur verschlimmern, sondern auch verursachen.

Das passiert bei einer SpinalkanalstenoseBei einer Spinalkanalstenose verengt sich der Spinalkanal, durch den das Rückenmark verläuft. Meistens ist ein Verschleiß der Wirbelkörper oder Bandscheiben die Ursache.

Auch eine Arthrose der Wirbelgelenke (Facettengelenke) kann zu knöchernen Neubildungen führen und damit eine spinale Stenose begünstigen.

Seltenere Ursachen für eine Spinalkanalstenose sind:

  • angeborene Fehlbildungen wie ein starkes Hohlkreuz, Wirbelgleiten (Spondylolisthesis), Chondrodystrophie (Störungen bei der Umwandlung von Knorpel zu Knochengewebe im Embryonalalter). Die Beschwerden treten in solchen Fällen bereits im Alter von 30 bis 40 Jahren auf.
  • Wirbelsäulenoperationen (die überschießende Bildung von Narbengewebe kann den Spinalkanal verengen)
  • Verletzungen an den Wirbelkörpern
  • Vorwölbungen oder Vorfall von Bandscheibenmaterial in den Wirbelkanal
  • hormonelle Veränderungen, welche die Knochensubstanz und die Stabilität der Wirbelkörper beeinträchtigen (z.B. Morbus Cushing)
  • Knochenerkrankungen (wie Morbus Paget): Dabei kommt es zu einem lokal begrenzten Umbau und Anbau von Knochen. Die Spinalkanalstenose tritt bei dieser Krankheit häufiger in der Lendenwirbel- als in der Halswirbelsäule auf.
  • von Geburt an verengter Wirbelkanal unbekannter Ursache (idiopathische Spinalkanalstenose)
Zum Inhaltsverzeichnis

Spinalkanalstenose: Symptome

Eine Spinalkanalstenose tritt meist im Lendenwirbelbereich (lumbale Spinalkanalstenose) auf. Sie führt nicht zwangsläufig zu Beschwerden. Solche treten erst auf, wenn der Spinalkanal derart verengt ist, dass Nerven oder Blutgefäße zusammengepresst werden. Welche Beschwerden das konkret sind, wann und wie stark sie auftreten, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen der Schweregrad der Erkrankung, die Körperhaltung des Patienten und das Ausmaß der körperlichen Belastung.

Zu Beginn der Erkrankung sind die Symptome wenig charakteristisch und vielfältig. Zu diesen unspezifischen Beschwerden zählen:

  • Rückenschmerzen im Lendenbereich (Lumbago), die meist einseitig in die Beine ausstrahlen (Lumboischialgie)
  • verminderte Beweglichkeit im Lendenwirbelbereich
  • Muskelverspannungen im Lendenwirbelbereich

Schreitet die Stenose weiter fort, sind folgende Beschwerden möglich:

  • Gefühlsstörungen in den Beinen
  • Missempfindungen in den Beinen, z.B. Brennen, Ameisenlaufen, Kältegefühl, Wattegefühl unter den Füßen
  • Schwächegefühl in der Beinmuskulatur
  • schmerzbedingtes Hinken (Claudicatio spinalis)
  • Blasen- und/oder Mastdarmstörungen (Probleme beim Stuhlgang und Wasserlassen oder Inkontinenz)
  • gestörte Sexualfunktion

Typisch für die Erkrankung ist, dass sich die Beschwerden im Sitzen oder in anderen Positionen, in denen der Rumpf nach vorn gebeugt wird (zum Beispiel beim Fahrradfahren, Bücken und bergauf Gehen) meist deutlich bessern.

Das Hinken bei Spinalkanalstenose (Claudicatio spinalis) muss unterschieden werden vom zeitweisen Hinken infolge von Durchblutungsstörungen bei der "Schaufensterkrankheit" (pAVK). Letzteres wird Claudicatio intermittens genannt.

Sehr selten führt die Spinalkanalstenose zu einem sogenannten Querschnittssyndrom: Dabei sind beide Beine gelähmt, und es treten Probleme bei Stuhlgang und Wasserlassen auf.

Manchmal betrifft die Wirbelkanalverengung nicht den Lendenwirbelbereich, sondern den Halswirbelbereich (zervikale Spinalkanalstenose). Die Betroffenen haben oft Nackenschmerzen, die in die Arme ausstrahlen. Mit der Zeit können sich dann auch hier Gefühlsstörungen in den Beinen, Mastdarm- und Blasenstörungen entwickeln.

Zum Inhaltsverzeichnis

Spinalkanalstenose: Behandlung

In den meisten Fällen lässt sich die spinale Stenose gut mit konservativen Therapieverfahren behandeln. Nur selten (in sehr schweren Fällen) ist ein operativer Eingriff nötig.

Video: Operation Leben: Spinalkanalstenose. Visite. NDR (September 2020).

Pin
Send
Share
Send
Send