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Scheidenkrebs

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Der Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom) ist ein seltener, bösartiger Tumor, der vor allem bei Frauen in höherem Lebensalter vorkommt. In frühen Stadien verursacht ein Scheidenkrebs keine Symptome, sodass er häufig erst spät entdeckt wird. Er entwickelt sich meist aus Krebsvorstufen, die sich noch gut behandeln lassen. Hier lesen Sie unter anderem, wie man Scheidenkrebs möglichst frühzeitig erkennt und wie man ihn behandeln kann.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. C52C51ArtikelübersichtScheidenkrebs

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Scheidenkrebs: Beschreibung

Der Scheidenkrebs ist ein bösartiger Tumor im weiblichen Geschlechtsorgan. Die Scheide gehört zusammen mit der Gebärmutter, den Eileitern und den Eierstöcken zu den inneren, die Schamlippen, der Schamhügel und der Kitzler (Klitoris) zu den äußeren Geschlechtsorganen der Frau.

Ein bösartiger Scheidentumor wird in der Fachsprache als Vaginalkarzinom bezeichnet, wenn die bösartigen Zellen von der Scheide ausgehen. Der bösartige Tumor im Bereich der äußeren Geschlechtsorgane wie beispielsweise der Schamlippen heißt hingegen Vulvakarzinom.

Es gibt mehrere Arten von Scheidenkrebs. Die Unterschiede bestehen in der Zellart, aus der sich der Vaginalkrebs entwickelt. In über 95 Prozent entwickelt sich ein bösartiger Scheidenkrebs aus der obersten Schleimhautschicht, dem Plattenepithel. Bildet sich der Scheidenkrebs aus Drüsengewebe, nennt man das ein Adenokarzinom. Nimmt es seinen Ursprung von den Muskelzellen, handelt es sich um ein Rhabdomyosarkom. Auch ein schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) kann sich in der Scheide bilden.

Vorstufen und Stufen von Scheidenkrebs

Eine mögliche Vorstufe von Scheidenkrebs ist die Vaginale Intraepitheliale Neoplasie (VAIN). Dabei handelt es sich um eine Schleimhautveränderung (Dysplasie), die sich unbehandelt zu einem Scheidenkrebs entwickeln kann. Es gibt drei Entartungsgrade der VAIN: geringe, mittelgradige und schwere Dysplasie.

Liegt bereits ein Vaginalkarzinom vor, wird zur Einteilung der Stadien die sogenannte FIGO-Klassifikation verwendet. Sie umfasst ebenfalls vier Krankheitsstadien. Berücksichtigt wird, in welche Gewebeschichten der Scheidentumor hineinwächst, ob er benachbarte Organe durchsetzt oder bereits in die Lymphknoten oder entferntere Organe gestreut hat.

Meistens wächst ein Vaginalkarzinom in der Scheidenhinterwand oder- im oberen Scheidendrittel. Schon früh kann es sich auf die benachbarten Organe ausdehnen und über die Lymphbahnen in die Leisten- und Beckenlymphknoten verbreiten.

Das Vaginalkarzinom ist eine selten vorkommende Krebsart. In Deutschland werden nur rund 0,3 Prozent aller bösartigen Neubildungen der weiblichen Geschlechtsorgane als Scheidenkrebs diagnostiziert. Jährlich erkrankt durchschnittlich etwa eine von 100.000 Frauen. Die meisten Betroffenen sind zwischen 62 und 74 Jahre alt.

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Scheidenkrebs: Symptome

Meistens verursacht Scheidenkrebs erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium Symptome. Die Krebsvorstufen VAIN I, II und III verursachen in der Regel keine Beschwerden.

Die ersten Anzeichen von Vaginalkrebs sind ein vermehrter Scheidenausfluss oder ungewöhnliche Zwischenblutungen. Solche Blutungen können harmlose Ursachen haben, aber auch auf ein Vaginalkarzinom hindeuten. Sie sollten daher vom Arzt abgeklärt werden.

Häufig treten Blutungen während oder nach dem Geschlechtsakt auf. Erreicht der Scheidenkrebs eine bestimmte Größe, können Wasserlassen oder Stuhlgang erschwert sein. Auch am Rückenmark die sogenannten Nervenwurzeln, können komprimiert sein, wodurch Rückenschmerzen und Gefühlsstörungen oder Schmerzen in den Beinen auftreten können.

Video: Scheidenkrebs Vaginalkarzinom. (August 2020).

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