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Salmonellenvergiftung

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Als Salmonellenvergiftung (Salmonellose) wird eine Infektion mit Salmonellen bezeichnet. Diese Bakterien können verschiedene Erkrankungen auslösen, darunter Typhus, Paratyphus und eine Darmentzündung (Enteritis). Eine typhöse Erkrankung wird stets mit Antibiotika behandelt, eine Enteritis meist nur in schweren Fällen. Lesen Sie hier mehr über Salmonellenvergiftung!

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. A02ArtikelübersichtSalmonellenvergiftung

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Salmonellenvergiftung: Beschreibung

Eine Salmonellenvergiftung (Salmonellose) ist ganz allgemein eine Infektion mit Salmonellen, also bestimmten Bakterien. Sie kann unterschiedlich verlaufen - je nachdem, um welche Salmonellenart es sich handelt und wie die Verfassung des Betroffenen ist. Einerseits kann sich eine Salmonellenvergiftung in Form einer Darmentzündung und andererseits auch systemisch (also im ganzen Körper) manifestieren (typhöse Erkrankung).

Was sind Salmonellen?

Salmonellen sind bewegliche, stäbchenförmige Bakterien, die in Zellen eindringen können. Man unterscheidet zwei Arten: Salmonella enterica und S. bongori. Die erste Art, Salmonella enterica, wird in sechs Unterarten und über 2.000 sogenannte Serovare eingeteilt, die zum Teil unterschiedliche Erkrankungen hervorrufen. Manche dieser Serovare tragen Eigennamen wie:

  • Salmonella typhi: Typhuserreger
  • Salmonella parathyphi (A,B,C): Paratyphuserreger
  • Salmonella enteritidis (und Salmonella typhimurium): Enteritiserreger

Die Erreger von Typhus und Paratyphus lösen nur bei Menschen eine Erkrankung aus. Sie dringen vom Darm ins Blut ein, verteilen sich über die Blutbahn im ganzen Körper (systemische Infektion) und können eine gefährliche Blutvergiftung (Sepsis) verursachen.

Die Enteritiserreger kommen sowohl bei Mensch als auch Tier vor und verlassen den Darm meist nicht. Sie lösen Brechdurchfälle aus.

Salmonellen sind mehrere Monate überlebensfähig (auch im Gefrierschrank) und passen sich ihrer Umgebung sehr gut an. Dies hat besonders für die Salmonellen-Enteritis Bedeutung: Salmonella enteritidis kommt häufig in Geflügel vor. Aufgetautes Geflügel und auch das Auftauwasser können eine große Zahl von Salmonellen enthalten und dadurch leicht zu einer Salmonellenvergiftung führen.

Salmonellenvergiftungen: Häufigkeit

Die bereits in der Antike bekannte Salmonellenvergiftung gewann im 19. und 20. Jahrhundert an Bedeutung. Durch eine Verbesserung der Wasserversorgung, Sanitäranlagen und Hygiene sowie der Einführung der Antibiotika konnten solche Infektionen eingedämmt werden.

Die Salmonellen-Enteritis ist nach der Campylobacter-Infektion die zweithäufigste meldepflichtige lebensmittelbedingte Darmerkrankung in Deutschland. Diese Form der Salmonellenvergiftung tritt vor allem bei Kleinkindern und im Sommer auf. In Deutschland erkranken pro Jahr rund 65 von 100.000 Menschen an einer Salmonellen-Enteritis. Weltweit sind jährlich rund 94 Millionen Menschen betroffen, wovon 150.000 sterben.

An Typhus erkranken weltweit pro Jahr geschätzte 22 Millionen Menschen, 200.000 davon sterben. Am größten ist das Erkrankungsrisiko in Indien und Pakistan. Die meisten in Europa vorkommenden Fälle kommen nach Reisen in (sub)tropische Gebiete vor. In Deutschland werden pro Jahr weniger als 100 Fälle von Typhus verzeichnet. Paratyphus, eine typhusähnliche Erkrankung, tritt ähnlich selten in Deutschland auf und kommt meist in Folge von Reisen nach Indien und in die Türkei vor.

Salmonellose ist meldepflichtig

Jeder Verdacht auf Salmonellen-Enteritis, Typhus oder Paratyphus muss dem Gesundheitsamt gemeldet werden (Meldepflicht), weil Salmonellen ansteckend sind. Ebenfalls meldepflichtig sind die festgestellte Erkrankung und der Tod durch eine Salmonellenvergiftung.

Wer in Schulen, Kindergärten oder ähnlichen Gemeinschaftseinrichtungen oder in Lebensmittelbetrieben tätig ist, darf in bestimmten Fällen schon bei Verdacht auf eine Salmonellenvergiftung nicht mehr arbeiten. Das Gesundheitsamt überwacht Erkrankte und erlaubt die Arbeit erst wieder, wenn in drei Stuhlproben keine Salmonellen mehr nachgewiesen werden können.

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Salmonellenvergiftung: Symptome

Nach Aufnahme der Erreger dauert es entweder nur Stunden bis Tage (Enteritis) oder Wochen (Typhus), bis erste Salmonellen-Symptome auftreten. Die genaue Dauer dieser Salmonellen-Inkubationszeit ist abhängig von der Art und Menge der aufgenommenen Bakterien.

Wie schwer die Symptome ausfallen, ist sehr variabel. Manche Infizierte (vor allem abwehrstarke Menschen) zeigen sogar gar keine Salmonellen-Symptome („stille Salmonelleninfektion“).

Enteritis

Der Erreger, Salmonella enteritidis, lässt sich bevorzugt im Dünndarm nieder und sondert Giftstoffe (Toxine) ab. Sie lösen fünf bis 72 Stunden nach der Salmonellenvergiftung die ersten Symptome aus: akuter Brech-Durchfall mit starken Bauchkrämpfen, Fieber und Kopfschmerz. Eine gefährliche Folge des Brechdurchfalls ist Dehydratation (Wasserverlust), da viel Flüssigkeit und Elektrolyte verloren gehen. Die Salmonellen-Symptome bessern sich normalerweise nach einigen Tagen. Manchmal lassen sich die Bakterien auch im Blut nachweisen (Bakteriämie) und siedeln sich in Organen an, vor allem bei Risikopatienten mit geschwächtem Immunsystem.

Video: Durchfall Salmonellen Infektion (August 2020).

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