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Ein Myom ist ein gutartiger Tumor, der sich aus Muskelzellen enzwickelt. Oft wird der Begriff Myom verallgemeinernd für das Gebärmuttermyom verwendet. Myome in der Gebärmutter sind die häufigsten gutartigen Tumoren bei Frauen. Sie sind an sich nicht gefährlich, können aber unangenehme Beschwerden und ernste Komplikationen verursachen. Lesen Sie hier alles Wichtige über Myome - Ursachen, Symptome, Behandlung und Prognose.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. C49D21N85D25ArtikelübersichtMyom

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Myom: Beschreibung

Ein Myom ist ganz allgemein ein Tumor, der sich aus Muskelzellen entwickelt. Je nachdem, welche Art von Muskelzellen betroffen ist, unterscheidet man zwischen:

  • Leiomyom: entwickelt sich aus glatten Muskelzellen. Diese finden sich an den inneren Organen, etwa in der Gebärmutter (Gebärmuttermyom), in den Nieren und im Magen.
  • Rhabdomyom: entwickelt sich aus quergestreifter Muskulatur, die sich am Herzen und der Skelettmuskulatur befindet.
  • Fibroleiomyom: entwickelt sich ebenfalls aus glatten Muskelzellen, enthält zusätzlich aber auch noch Anteile Bindegewebe.

Das Myom gehört zu den gutartigen Tumoren. Gutartig bedeutet, dass die Tumoren nur langsam wachsen. Dabei dringen sie nicht in umliegendes Gewebe ein - sie sind also nicht infiltrierend-, sie verdrängen es nur. Außerdem bilden gutartige Tumore keine Tochtergeschwülste (Metastasen).

Myome sind im Unterschied zu bösartigen Tumoren also nicht gefährlich. Dennoch können auch sie die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinflussen und gefährliche Komplikationen verursachen.

Myome: Einteilung nach der Lage

Je nachdem, wo ein Myom in der Gebärmutter entsteht und in welche Richtung es sich ausdehnt, unterscheiden Mediziner verschiedene Myom-Typen:

  • Subseröses Myom: Es sitzt an der Außenseite der Gebärmutter und wächst von der Muskelschicht der Gebärmutterwand nach außen in die „äußere“ Schicht (Serosa oder Bauchfell) hinein. Störungen der Regelblutung treten hierbei nicht auf. Manchmal sind subseröse Myome gestielt. Dieser Stil kann sich verdrehen, was Schmerzen und Komplikationen nach sich ziehen kann.
  • Intramurales Myom: Das Myom wächst hier nur innerhalb der Muskelschicht der Gebärmutter. Dieser Myom-Typ kommt am häufigsten vor.
  • Transmurales Myom: Hier entwickelt sich das Myom aus allen Schichten der Gebärmutter.
  • Submuköses Myom: Dieser eher seltene und oft kleine Myom-Typ wächst von der Muskelschicht der Gebärmutter in die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) hinein. Dadurch kommt es in der Regel zu Blutungsstörungen.
  • Intraligamentäres Myom: Dieser Myom-Typ entwickelt sich neben der Gebärmutter.
  • Zervixmyom: Dieser relative seltene Myom-Typ entsteht in der Muskelschicht des Gebärmutterhalses (Zervix).

Was ist ein Uterus myomatosus?

Myome in der Gebärmutter können einzeln oder in größerer Zahl auftreten. Ist nur ein einzelner Tumor vorhanden, sprechen Fachleute von einem solitären Myom. Bilden sich gleichzeitig mehrere Myome aus, liegt ein sogenannter Uterus myomatosus vor. Ein Uterus myomatosus ist meist stark vergrößert und kann zu schweren Komplikationen führen.

Zahlen und Fakten

Ein Leiomyom des Uterus (Gebärmuttermyom) ist keine Seltenheit. Es ist der häufigste gutartige Tumor im weiblichen Genitaltrakt. Etwa zehn bis zwanzig Prozent aller Frauen ab dem 30. Lebensjahr haben ein Myom an der Gebärmutter. Meist entwickeln sich Myome zwischen dem 35. und dem 50. Lebensjahr. Vor dem 25. Lebensjahr sind sie sehr selten.

Etwa 25 Prozent aller betroffenen Frauen haben keine Beschwerden durch das Myom. Der Rest hatte mehr oder weniger starke Symptome. Im Jahr 2011 wurden etwa 75.600 Frauen mit einem Myom in der Gebärmutter stationär behandelt.

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Myom: Symptome

Myome verursachen bei ungefähr 25 Prozent der betroffenen Frauen keine Symptome. Der gutartige Tumor in der Gebärmutter wird hier meist nur zufällig bei einer Routineuntersuchung beim Frauenarzt entdeckt.

In allen anderen Fällen lösen Myome Beschwerden aus. Welche das sind und wie stark ausgeprägt sie sind, hängt von der Größe und Lage des Myoms ab.

Häufige Anzeichen für ein Myom sind:

  • Blutungsstörungen: Myome können eine verstärkte Regelblutung (Hypermenorrhoe), eine verstärkte und verlängerte Regelblutung (Menorrhagie) sowie Zwischenblutungen außerhalb des Menstruationszyklus (Metrorrhagie) verursachen.
  • Heftige, manchmal wehenartige Schmerzen während der Menstruation. Bei myom-bedingten starken Blutungen können sich Blutgerinnsel bilden, deren Ausscheidung mit Krämpfen einhergeht.

Weniger häufige Beschwerden bei einem Myom sind:

  • Unterbauchschmerzen
  • Rückenschmerzen und/oder Beinschmerzen, wenn das Myom Stellen im Rückenmark drückt, an denen Nerven austreten.
  • Nieren- oder Seitenschmerzen
  • Starker Harndrang, wenn das Myom auf die benachbarte Harnblase drückt.
  • Verstopfung (Obstipation), wenn das Myom auf den benachbarten Enddarm drückt.
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Mehr über Funktionsstörungen benachbarter Organe (wie dem Darm) und weitere Komplikationen bei einem Myom (etwa im Falle einer Schwangerschaft) lesen Sie im Abschnitt „Krankheitsverlauf und Prognose“.

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Myom: Ursachen und Risikofaktoren

Wie genau es zu einem Myom in der Gebärmutter kommt, ist noch unbekannt. Wissenschaftler vermuten, dass das weibliche Hormon Östrogen dabei eine wichtige Rolle spielt. Östrogen sorgt für das Wachstum der Schleimhaut, welche die Gebärmutter im Inneren auskleidet (Endometrium). Es kann auch das Wachstum der Muskelschicht in der Gebärmutterwand beeinflussen. So könnte eine Fehlregulation für das Leiomyom des Uterus verantwortlich sein. Wenn die Östrogenproduktion nach den Wechseljahren (Klimakterium) nachlässt, treten in der Regel keine Myome mehr auf. Bereits vorhandene Myome stellen ihr Wachstum ein und bilden sich in der Regel sogar zurück.

Auch eine genetische Ursache bei der Myom-Entstehung wird diskutiert. Myome treten nämlich in bestimmten Familien gehäuft auf. Außerdem haben Studien zufolge afrikanische Frauen ein etwa neunmal höheres Risiko, ein Myom zu entwickeln, als europäische Frauen. Verantwortlich für die Myom-Entstehung soll ein einzelnes Gen sein.

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Myom: Untersuchungen und Diagnose

Beschwerden wie verstärkte Menstruation oder vermehrter Harndrang können auf Gebärmuttermyome hinweisen. Um einem solchen Verdacht nachzugehen, erkundigt sich der Frauenarzt zunächst ausführlich über bestehende Beschwerden sowie eventuelle Vorerkrankungen (Anamnese).

Nach der Erhebung der Krankengeschichte folgt eine gynäkologische Tastuntersuchung (einmal durch die Scheide und einmal gleichzeitig durch den Enddarm und über die Bauchdecke). Ein größeres Myom kann der Arzt dabei ebenso ertasten wie das Vorhandensein mehrerer Myome (Uterus myomatosus).

Mit der Ultraschalluntersuchung (Sonographie) lässt sich der Myom-Verdacht in der Regel bestätigen. Außerdem können dabei die genaue Lage und Größe des Myoms beziehungsweise der Myome ermittelt werden. Die Ultraschalluntersuchung kann über die Bauchdecke oder über die Scheide (Vaginalsonographie) erfolgen. Meistens wird die Variante über die Scheide gewählt.

Bringt der Ultraschall keine genaue Diagnose (etwa bei einem Myom in der Gebärmutterschleimhaut oder in der Muskelwand), kann der Arzt eine Spiegelung der Gebärmutter (Hysteroskopie) oder des Bauchraumes (Laparoskopie) durchführen.

Wenn das Myom auf den Harnleiter drückt, kann es notwendig sein, die Nieren und ableitenden Harnwege mittels Ultraschall und einer Röntgendarstellung mit Kontrastmittel (Pyelogramm) zu untersuchen.

Sind die Untersuchungsergebnisse unklar, wird der Arzt manchmal eine Magnetresonanztomografie (MRT) anordnen. Außerdem werden bei Bedarf eine Blutuntersuchung (bei Verdacht auf eine Blutarmut) sowie eine Messung des Hormonspiegels durchgeführt.

Video: Myome in der Gebärmutter: Behandlungsoptionen (August 2020).

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