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Mumps

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Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für lifelikeinc.com - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

Mehr über die lifelikeinc.com-ExpertenMumps (Parotitis epidemica) ist eine akute Virusinfektion, die typischerweise die Ohrspeicheldrüsen seitlich am Kopf bzw. Hals stark anschwellen lässt. Sehr oft erkranken Kinder daran. Aber auch Mumps bei Jugendlichen und Erwachsenen kommt vor. Die Erkrankung lässt sich nicht ursächlich behandeln. Man kann aber die Symptome lindern. In den meisten Fällen heilt Mumps ohne Komplikationen oder Spätfolgen von allein aus. Lesen Sie hier alles Wichtige zu Mumps: Symptome, Ansteckung, mögliche Komplikationen, Behandlung und Prognose.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. B26ArtikelübersichtMumps

  • Symptome
  • Ansteckung
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Verlauf und Prognose
  • Impfung

Kurzübersicht

  • Was ist Mumps? Eine akute, ansteckende Virusinfektion, die umgangssprachlich auch "Ziegenpeter" oder Tölpel" genannt wird. Mumps zählt zu den Kinderkrankheiten, obwohl zunehmend auch Jugendliche und Erwachsene daran erkranken.
  • Ansteckung: Mit dem Mumps-Virus steckt man sich meist über Tröpfcheninfektion oder direkten Speichelkontakt (Küssen) an. Seltener ist eine indirekte Übertragung durch gemeinsames Benutzen von Besteck, Gläsern etc… Eine Ansteckung mit Mumps ist ganzjährig möglich.
  • Symptome: Anfangs unspezifische Symptome wie Mattigkeit, Appetitmangel, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber. Dann schmerzhaftes Anschwellen der Ohrspeicheldrüse seitlich am Kopf/Hals (einseitig oder beidseitig).
  • Mögliche Komplikationen: u.a. Hirnhautentzündung (Meningitis), Hirnentzündung (Enzephalitis), Innenohrentzündung bzw. Entzündung des Gehörnervs (evtl. mit bleibender Schwerhörigkeit), Hodenentzündung (Orchitis) bzw. Nebenhodenentzündung (Epididymitis), Eierstockentzündung (Oophoritis), Brustentzündung (Mastitis), Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), Herzmuskelentzündung (Myokarditis), Nierenentzündung (Nephritis), Gelenkentzündung (Arthritis), Blutarmut (Anämie)
  • Behandlung: Linderung der Symptome (symptomatische Therapie) mit Schmerzmitteln, fiebersenkenden Mitteln etc.
  • Prognose: Bei ca. 40 Prozent aller Mumps-Infektionen zeigen sich keine oder nur sehr leichte Symptome. Vor allem Mumps bei Kindern verläuft meist harmlos. Je älter der Patient, desto eher kommt es zu Komplikationen. Bleibende Spätfolgen wie Taubheit oder Unfruchtbarkeit sind selten.
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Mumps: Symptome

Nicht bei allen Infizierten löst Mumps Symptome aus: Maximal sechs von zehn Infizierten entwickeln deutliche Beschwerden.

Erste Mumps-Symptome sind unspezifisch. Es treten beispielsweise Appetitlosigkeit, Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen auf. Viele Patienten beklagen auch ein allgemeines Krankheitsgefühl und fühlen sich schlapp und unwohl.

Weil das Mumps-Virus in die Mundspeicheldrüsen eintritt, können sich zudem ein trockenes Gefühl im Mund und Schluckbeschwerden einstellen.

Vor allem bei Kindern unter fünf Jahren ähnelt Mumps oftmals einer einfachen Erkältung (grippalen Infekt) mit Beschwerden wie Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen und leichtem Fieber. Bei Kindern unter zwei Jahren verläuft die Infektion sehr oft auch ganz ohne erkennbare Symptome.

Ein bis zwei Tage nach Krankheitsbeginn beginnt das typische entzündliche Anschwellen der Ohrspeicheldrüsen (Parotitis). Die paarige Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) liegt an beiden Seiten des Gesichts und reicht vom Jochbogen auf Höhe des Ohres bis zum Kieferwinkel. Bei Mumps schwellen meist beide Ohrspeicheldrüsen an (manchmal eine etwas früher als die zweite). Seltener ist nur eine der beiden Drüsen geschwollen. Die Schwellung im Wangen- und Halsbereich führt zu den typischen „Hamsterbacken“ (vor allem bei Kindern). Sie klingt meist innerhalb einer Woche wieder ab.

Mit der Drüsenschwellung sind oft Schmerzen verbunden: Durch Druck auf den Gehörgang entstehen Ohrenschmerzen. Auch das Kauen und weite Öffnen des Mundes können schmerzhaft sein. In schweren Fällen können Patienten nur weiche oder flüssige Nahrung zu sich nehmen wie Kartoffelpüree, Suppen oder Brei.

Bei einigen Patienten schwellen zusätzlich zu den Ohrspeicheldrüsen auch die paarigen Speicheldrüsen im Unterkiefer oder unter der Zunge an. Auch benachbarte Lymphknoten können sich vergrößern.

Daran erkennt man MumpsMumps-Viren befallen unter anderem die Ohrspeicheldrüse und führen zu einer schmerzhaften, sehr gut sichtbaren Schwellung vor dem Ohr.

Mumps: Komplikationen

Mumps bei Kindern verursacht nur sehr selten Komplikationen. Dagegen verläuft Mumps bei Erwachsenen viel öfter problematisch. Generell nimmt das Risiko für Komplikationen einer Mumps-Infektion mit dem Alter des Patienten zu. Solche Komplikationen entstehen dadurch, dass sich die Mumps-Viren im Körper ausbreiten und weitere Organe befallen.

So zählt eine Beteiligung des zentralen Nervensystems (ZNS) zu den häufigsten Komplikationen bei Mumps. Männer sind davon häufiger betroffen als Frauen. Die ZNS-Beteiligung kann sich zum Beispiel als Hirnhautentzündung (Meningitis) oder als Gehirnentzündung (Enzephalitis) äußern:

  • In einem bis zehn Prozent der Fälle entwickelt sich eine symptomatische Hirnhautentzündung. Ein Hinweis darauf ist, wenn Patienten mit Mumps Anzeichen wie steifer Nacken, Übelkeit und Erbrechen sowie Teilnahmslosigkeit bis hin zu Bewusstlosigkeit zeigen. Bleibende Spätfolgen oder Todesfälle durch eine Mumps-Meningitis sind nicht bekannt.
  • Weniger als ein Prozent der Mumps-Patienten entwickelt eine Gehirnentzündung. Diese Mumps-Enzephalitis kann allerdings in Einzelfällen zum Tod führen.

Eine ZNS-Beteiligung bei Mumps macht sich meist vier bis fünf Tage nach der Ohrspeicheldrüsenentzündung bemerkbar. Sie kann aber auch schon vor dem Anschwellen der Speicheldrüsen auftreten oder sogar das einzige Symptom der Mumps-Infektion sein.

Die Mumps-Viren können auch eine Innenohrentzündung (Labyrinthitis) beziehungsweise eine Entzündung des Gehörnervs (Akustikus-Neuritis) hervorrufen. In seltenen Fällen tragen die Betroffenen eine bleibende Schwerhörigkeit (Innenohrschwerhörigkeit) davon.

Eine häufigere Mumps-Komplikation bei Männern ist eine Hodenentzündung. Diese Mumps-Orchitis entwickelt sich bei 15 bis 30 Prozent der erwachsenen Mumps-Patienten. Meist betrifft sie nur einen Hoden, manchmal aber auch beide. Hinterher kann die Fruchtbarkeit eingeschränkt sein. Nur selten aber führt die Hodenentzündung zu völliger Unfruchtbarkeit. Eine Nebenhodenentzündung (Epididymitis) ist ebenfalls eine mögliche Folge einer Mumps-Infektion.

Mumps bei Frauen führt in drei von zehn Fällen zu einer Brustentzündung (Mastitis). Wesentlich seltener ist eine Eierstockentzündung (Oophoritis): Bis zu fünf Prozent der erwachsenen Frauen mit Mumps erkranken daran.

Manchmal rufen Mumps-Viren eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) hervor. Diese entwickelt sich bei etwa vier Prozent der Patienten mit Mumps. Symptome wie starke Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen deuten auf eine Pankreatitis hin.

Weitere mögliche Komplikationen bei Mumps sind Gelenkentzündung (Arthritis), Nierenentzündung (Nephritis), Blutarmut (Anämie) sowie Herzmuskelentzündung (Myokarditis).

Tipp: Wenn bei Patienten mit Mumps Symptome auftreten, die man nicht klassischerweise mit der Krankheit in Verbindung bringt, sollten Sie unbedingt einen Arzt verständigen. Sie könnten auf eine ernste Komplikation hinweisen. Je früher dann mit der richtigen Therapie begonnen wird, desto besser und schneller erfolgt die Genesung.

Mumps: Schwangerschaft

Viele Frauen fürchten, dass eine Infektion mit dem Mumps-Virus während der Schwangerschaft auf das Ungeborene übergreifen kann. Eine Mumpsinfektion während der Schwangerschaft erhöht aber weder das Risiko für kindliche Fehlbildungen noch für eine Fehlgeburt. Das ungeborene Baby ist also nicht gefährdet.

Video: Mumps - symptoms, diagnosis, treatment, pathology (August 2020).

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