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Morbus Cushing

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Bei Morbus Cushing wird im Körper zu viel Kortisol produziert. Ursache dafür ist häufig ein Tumor in der Hirnanhangdrüse. Häufiger sind Frauen betroffen. Sie leiden dann unter anderem an Übergewicht, Kräfteverlust und erhöhter Infektanfälligkeit. Kann der verursachende Tumor entfernt werden, sind die Heilungschancen gut. Lesen Sie hier alles über Ursachen, Symptome und Behandlung bei Morbus Cushing.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. E24ArtikelübersichtMorbus Cushing

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Morbus Cushing: Beschreibung

Morbus Cushing wurde nach seinem Beschreiber, dem Neurochirurgen Harvey Cushing, benannt. Patienten, die an Morbus Cushing leiden, haben zu viel Kortisol in ihrem Körper (Hyperkortisolismus). Kortisol ist ein Hormon, das in den Nebennierenrinden produziert wird. Es gilt als Stresshormon und mobilisiert Energiereserven in Belastungssituationen.

Damit Kortisol in der Nebennierenrinde gebildet wird, muss diese durch ein anderes Hormon dazu angeregt werden: das Kortikotropin (ACTH). ACTH wird in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gebildet. Bei einem Morbus Cushing zirkuliert zu viel ACTH in der Blutbahn, wodurch ein sogenannter ACTH-abhängiger Hyperkortisolismus entsteht.

Neben Morbus Cushing gibt es noch andere Formen des Hyperkortisolismus wie zum Beispiel das Cushing-Syndrom, das nicht vom ACTH aus der Hirnanhangdrüse ausgelöst wird.

Morbus Cushing: Zahlen und Fakten

Morbus Cushing zählt zu den sogenannten endogenen Hyperkortisolismus-Formen. Das bedeutet, dass der Körper von sich aus (endogen = von innen heraus) zu viel ACTH und damit Kortisol produziert.

Der endogene Hyperkortisolismus ist im Gegensatz zum exogenen (von außen verursacht) sehr selten. Laut Fachliteratur erkrankt jährlich eine von 100.000 Personen an Morbus Cushing. Vor allem Frauen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr sind betroffen. Man geht davon aus, dass etwa drei Viertel von ihnen einen Tumor in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) haben, der ACTH produziert.

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Morbus Cushing: Symptome

Die folgenden Symptome sind typisch bei Morbus Cushing:

  • Umverteilung der Fettdepots: Vor allem am Rumpf und im Gesicht wird Fett gespeichert. Deshalb haben Patienten ein Vollmondgesicht und einen sogenannten Stiernacken, aber vergleichsweise dünne Arme und Beine.
  • Kräfteverlust: Die Muskelmasse nimmt ab (Myopathie) und die Knochen werden brüchig (Osteoporose).
  • Infektanfälligkeit: Weil das Abwehrsystem des Körpers durch Kortisol teilweise unterdrückt wird, können sich Krankheitserreger leichter vermehren. Auch die Wundheilung ist gestört.
  • Bluthochdruck
  • Erhöhte Blutzuckerwerte
  • Streifige rötliche Verfärbungen der Haut (Striae rubrae) vor allem an den Oberarmen und -beinen sowie an den Flanken
  • Dünne, pergamentpapierartige Haut, an der vermehrt offene Stellen (Ulzera) auftreten können.

Zusätzlich können Frauen beim Morbus-Cushing Symptome wie die folgenden haben, die auf einen Überschuss männlicher Hormone zurückzuführen sind:

  • Zyklusstörungen
  • Veränderung des Behaarungstyps: Frauen wachsen verstärkt Haare im Gesicht, auf der Brust und am Bauch (Hirsutismus)
  • Vermännlichung (Virilisierung): Frauen bekommen eine tiefere Stimme, männliche Körperproportionen oder ihre Klitoris wächst.

Außerdem können Patienten mit Morbus Cushing psychisch auffällig werden zum Beispiel durch Depressionen. Kinder mit Morbus Cushing leiden häufig an einem Wachstumsstillstand.

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Morbus Cushing: Ursachen und Risikofaktoren

Die Hauptursache für Morbus Cushing ist in 80 Prozent der Fälle ein Mikroadenom der Hypophyse. Ein Mikroadenom ist ein kleiner, in den meisten Fällen gutartiger Tumor. Im gesunden Körper gibt es Regelkreise, die die Mengen an gebildeten Hormonen steuern. Ein Mikroadenom, das selbst Hormone produziert, unterliegt nicht diesem Regelkreis. Deshalb steigt die Menge an Hormonen im Körper über die erforderlichen Mengen hinaus an.

Liegt ein Morbus Cushing vor, wird vermehrt Kortikotropin (ACTH) produziert. ACTH stimuliert die Nebennierenrinde dazu, Kortisol zu bilden. Deshalb spricht man auch von einem ACTH-abhängigen Hyperkortisolismus. ACTH bedingt neben der Produktion von Kortisol auch eine Produktion von männlichen Hormonen (Androgenen) in der Nebennierenrinde. Deshalb haben Frauen mit Morbus Cushing Symptome, die sich auf einen erhöhten Androgenspiegel im Blut zurückführen lassen.

Nicht nur ein Mikroadenom kann die Ursache für Morbus Cushing sein. In einigen Fällen liegt eine Funktionsstörung des Hypothalamus vor. In diesem Gehirngebiet wird Kortikoliberin (CRH) produziert. Dieses Hormon stimuliert die Produktion von ACTH in der Hypophyse. Wird zu viel Kortikoliberin im Hypothalamus gebildet, wird dementsprechend über eine gesteigerte Bildung von ACTH auch vermehrt Kortisol in der Nebennierenrinde produziert.

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Morbus Cushing: Untersuchungen und Diagnose

Beim Verdacht auf Morbus Cushing werden Sie von Ihrem Hausarzt zu einem Facharzt für Endokrinologie überwiesen. Zunächst befragt er Sie ausführlich zu Ihrer Krankheitsgeschichte (Anamnese). Dabei stellt er Ihnen unter anderem folgende Fragen:

  • Haben Sie an Gewicht zugenommen?
  • Haben sich Ihre Körperproportionen verändert?
  • Haben Sie Knochenschmerzen?
  • Sind Sie häufiger erkältet?

Anschließend untersucht Ihr Arzt Sie körperlich. Dabei achtet er auch auf Ihr Hautfarbe und mögliche Hautveränderungen. Er klopft Ihre Wirbelsäule ab und fragt, ob Sie dabei Schmerzen haben. Ihr Arzt bittet Sie, aus der Hocke aufzustehen, um Ihre Muskelkraft zu testen. Außerdem nimmt er Ihnen Blut ab.

Video: Abenteuer Diagnose Morbus Cushing Cushing-Syndrom (August 2020).

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