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Mesotheliom

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Das Mesotheliom ist ein Tumor, der zum Beispiel von Zellen des Lungenfells, des Bauchfells oder des Herzbeutels ausgeht und die Lunge mantelförmig umschließt. Er tritt besonders bei Menschen auf, die über eine lange Zeit mit Asbest Kontakt hatten. Das Mesotheliom kann gutartig oder bösartig (Rippenfellkrebs, Brustfellkrebs) sein. Die Behandlung besteht meist in einer Operation kombiniert mit einer Chemotherapie. Erfahren Sie hier mehr über das Mesotheliom.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. D19C45ArtikelübersichtMesotheliom

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Mesotheliom: Beschreibung

Des Mesotheliom ist eine Wucherung (Tumor) des Mesothels. Das ist ein einschichtiges Epithelgewebe, das die Begrenzung von Körperhöhlen bildet wie Brustfell, Herzbeutel und Bauchfell. Es legt sich meist als flächenhafter Tumor um die Lunge.

Wie die meisten Tumoren kann das Mesotheliom in gutartiger (benigner) und bösartiger (maligner) Form auftreten. Letztere ist häufig die Folge einer Asbestexposition. Die Latenzzeit ist lang: Zwischen der Asbestexposition und dem Auftreten der ersten Symptome vergehen ungefähr 35 Jahre. Wenn man beruflich Asbest ausgesetzt war und an einem bösartigen Mesotheliom erkrankt, gilt dies als anerkannte Berufskrankheit.

Bösartige Mesotheliome sind zu mehr als 80 Prozent Pleuramesotheliome, also Tumoren, die von der Pleura (Brustfell: Rippenfell und Lungenfell) ausgehen. Man spricht hierbei von Brustfellkrebs oder Rippenfellkrebs.

Etwa 20 Menschen pro eine Million Einwohner in Deutschland erkranken jährlich an einem Mesotheliom. In vielen Industriestaaten wurde Asbest verboten, dennoch scheint die Häufigkeit zuzunehmen. Männer erkranken drei- bis fünfmal häufiger an einem Mesotheliom als Frauen. Je höher das Alter, desto höher ist das Erkrankungsrisiko.

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Mesotheliom: Symptome

Die Rippenfellkrebs-Symptome können sehr unterschiedlich sein. Zwischen den ersten auftretenden Symptomen und der letztendlichen Diagnose kann es bis zu einem halben Jahr dauern.

Die meisten Betroffenen mit einem Mesotheliom der Pleura berichten von Atemnot als erstes Symptom. Zudem können Schmerzen im Bereich des Brustkorbs auftreten, wenn die Zwischenrippennerven irritiert werden oder die Brustwand infiltriert wird.

In seltenen Fällen kann ein Zwerchfellhochstand oder ein Reizhusten auftreten. Ebenfalls selten zeigen sich bei Rippenfellkrebs sogenannte paraneoplastische Symptome wie beispielsweise Blutarmut, Gewichtsverlust, Fieber oder ein Spontanpneumothorax (plötzliches Eindringen von Luft in den spaltförmigen Raum zwischen Lungen- und Rippenfell).

Einseitige Pleuraergüsse oder Lungenfellverdickungen mit gleichzeitigen Brustschmerzen können weitere Hinweise auf ein Mesotheliom sein.

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Mesotheliom: Ursachen und Risikofaktoren

Bis zu 90 Prozent der Pleura-Mesotheliom-Fälle können auf eine Asbestexposition zurückgeführt werden. Ein Asbest-Verbot gibt es in Deutschland seit 1993. In der EU ist Asbest seit 2005 verboten. Dennoch wird Asbest weltweit weiterhin massiv industriell eingesetzt, etwa als Dämmstoff in der Bauindustrie. Es wurde bisher noch kein Grenzwert festgelegt, unter dem kein Mesotheliom-Risiko besteht.

Etwa zehn bis zwanzig Prozent der Mesotheliom-Erkrankungen werden nicht durch Asbest verursacht, sondern zum Beispiel durch Zeolith (Erionit), eine asbest-ähnliche Faser. Daneben stehen auch andere Faktoren im Verdacht, ein Mesotheliom auslösen zu können. Dazu gehören zum Beispiel die sogenannten SV-40-Viren, wiederholte Entzündungen sowie eine genetische Veranlagung für ein Mesotheliom. Außerdem prüfen Experten zurzeit, ob Nanowerkstoffe wie Nanotubes ebenfalls zu einem bösartigen Mesotheliom führen können.

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Mesotheliom: Untersuchungen und Diagnose

Bei Anzeichen für ein Pleura-Mesotheliom sollten Sie einen Allgemeinarzt oder einen Lungenfacharzt aufsuchen. Um ein Mesotheliom zu diagnostizieren, wird der Arzt genau nach den Symptomen und Ihrer Krankenvorgeschichte fragen. Typische Fragen des Arztes wären beispielsweise:

  • Seit wann und wie häufig haben Sie Beschwerden, beispielsweise Husten?
  • Bekommen Sie schlecht Luft?
  • Haben Sie zähen Auswurf beim Husten?
  • Ist zusätzlich Fieber aufgetreten? Schwitzen Sie nachts stark?
  • Haben Sie beruflich oder privat Kontakt mit Asbest?
  • Wohnen Sie oder arbeiten Sie in der Nähe von astbestverarbeitenden Fabriken?
  • Haben Sie sich in Gegenden mit natürlichem Asbestvorkommen aufgehalten?
  • Wohnen Sie in einem Altbau mit asbesthaltigen Bauteilen?

Bei Verdacht auf ein Mesotheliom ist eine Überweisung an ein erfahrenes Lungenzentrum sinnvoll. Um die Verdachtsdiagnose zu sichern, folgen weitere körperliche Untersuchungen. Um die Größe des Tumors zu erfassen, können bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden. Letzte Gewissheit bei Verdacht auf ein Mesotheliom bringt eine feingewebliche Untersuchung des veränderten Gewebes.

Bildgebende Verfahren

Um festzustellen, ob sich Wasser zwischen Lungen- und Rippenfell eingelagert hat (Pleuraerguss), wird der Brustkorb mittels Ultraschall untersucht (transthorakaler Ultraschall). Auch eine Pleurapunktion (siehe unten) erfolgt unter Ultraschall-Kontrolle.

Eine Computertomographie (CT) ist die beste Methode, ein Mesotheliom festzustellen und seine Ausdehnung zu erfassen. Außerdem kann mittels CT festgestellt werden, ob der Tumor bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) in den Lymphknoten gebildet hat.

Wird vermutet, dass sich der Tumor auf das Zwerchfell oder die Brustwand ausgebreitet hat, kann eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden. Auch eine sogenannte Positronen-Emission-Tomographie (PET) bietet sich an, besonders um Fernmetastasen nachzuweisen.

Video: Ich müsste eigentlich schon tot sein - Doku (August 2020).

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