Krankheiten

Makuladegeneration

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Die Makuladegeneration ist in Deutschland die häufigste Ursache von Erblindungen im Erwachsenenalter. Der wichtigste Teil der Netzhaut wird hierbei zerstört, sodass scharfes Sehen nicht mehr möglich ist. Im schlimmsten Fall droht eine weitgehende Erblindung. Mit Medikamenten und kleinen Eingriffen kann man die Erkrankung bei frühzeitiger Behandlung aber verzögern. Lesen Sie hier mehr über die Formen und Ursachen der Makuladegeneration und ihre Behandlung.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. H35

"Das Rauchen zählt zu den größten Risikofaktoren für die Makuladegeneration. Schützen Sie sich vor Erblindung, indem Sie das Rauchen sein lassen!"

Dr. med. Mira SeidelArtikelübersichtMakuladegeneration
  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Makuladegeneration: Beschreibung

Die Netzhaut (Retina) ist ein spezieller Teil des Nervensystems, der einen Großteil der Augapfel-Innenseite auskleidet. Sie ist dafür zuständig, Lichtreize in Nervenimpulse umzuwandeln: Das Licht trifft auf bestimmte Moleküle in den Fotozellen der Netzhaut, wodurch die Nervenimpulse erzeugt werden. Diese Impulse werden wiederum vom Sehnerv zum Gehirn geleitet, dort verarbeitet und schließlich als Bilder erkannt.

Der Netzhaut-Aufbau und ihre Funktion

Die Netzhaut besteht aus vielen Schichten, die von verschiedenen Arten von Nervenzellen gebildet werden. Das erste Glied in der Verarbeitung von Lichtsignalen zu Nervenimpulsen sind die Lichtsinneszellen, die sogenannten Zapfen und Stäbchen. Sie wandeln die Lichtreize um und geben sie an andere Nervenzellen weiter, die wiederum mit weiteren Zellen verschaltet sind. Auf diese Weise wird das Signal über mehrere Zwischenstationen zum Sehnerven und von dort zum Gehirn transportiert.

Die Lichtsinneszellen befinden sich in der tiefsten Schicht der Netzhaut, sodass das Licht zunächst durch alle anderen Schichten hindurch muss. Wenn das Licht dort angekommen ist, verändert sich ein bestimmter Zellbestandteil, das Retinal, und spaltet dabei kleine Teile („Membranscheibchen“) ab. Es wird dabei verbraucht und muss wieder erneuert werden.

Gestörter Abfall-Abtransport

Für diese Wiederaufbereitung der Lichtsinneszellen ist das mit ihnen verbundene retinale Pigmentepithel (RPE) zuständig. Es transportiert die entstandenen Abfallprodukte ab und regeneriert die Zapfen und Stäbchen.

Ist diese Abbau-Komponente geschädigt, können anfallende Stoffwechselprodukte in der Netzhaut, zum Beispiel das Lipofuszin und abgespaltene Membranscheibchen nicht mehr richtig abtransportiert werden. Sie häufen sich an und zerstören zunächst das RPE. In der Folge gehen auch die Lichtsinneszellen zugrunde und es kommt zur Makuladegeneration.

Was passiert bei der Makuladegeneration?

Die Makuladegeneration ist zwar eine Erkrankung der Netzhaut, es wird dabei aber nicht die gesamte Netzhaut geschädigt, sondern hauptsächlich ein bestimmtes Areal. Das Areal wird Makula lutea oder auch „gelber Fleck“ genannt. Das ist ein rundlicher, circa fünf Millimeter großer Bereich im Zentrum der Netzhaut, der sich durch eine besondere Dichte von Lichtsinneszellen gelblich von seiner Umgebung abhebt.

Bei den Lichtsinneszellen der Makula handelt es sich vorwiegend um Zapfen, die das scharfe Sehen in Farbe ermöglichen. Die andere Gruppe der Lichtsinneszellen (Fotorezeptoren) stellen die Stäbchen dar. Sie sind für das Schwarz-Weiß-Sehen bei schlechten Lichtverhältnissen zuständig und deshalb vor allem im Dämmerlicht oder bei Nacht wichtig. Ohne den gelben Fleck könnte man nicht lesen, keine Gesichter erkennen und die Umwelt nur schemenhaft wahrnehmen.

Ist die Makula zerstört, hat das eine massive Einschränkung des Sehvermögens zur Folge. Da die Netzhaut um den gelben Fleck herum oft intakt bleibt, erblindet man bei dieser Erkrankung nicht komplett. Dementsprechend werden bei der Makuladegeneration die Ränder des Sichtfeldes noch wahrgenommen, aber nicht das, was man im Zentrum des Sehfeldes fixiert.

Welche Formen der Makuladegeneration gibt es?

Man unterscheidet die altersbedingte Makuladegeneration von solchen, bei denen Gendefekte oder andere Faktoren die Ursache sind. Außerdem wird die feuchte und die trockene Makuladegeneration unterschieden.

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Häufigste Form ist die altersbedingte oder altersabhängige Makuladegeneration genannt. Die Zerstörung des gelben Flecks setzt dabei selten vor dem 60. Lebensjahr ein.

In den westlichen Industrieländern ist diese Krankheit insgesamt die häufigste Ursache für eine Erblindung. Alleine in Deutschland sind etwa 4,5 Millionen Menschen betroffen. Der Begriff „Erblindung“ mag irreführend sein, weil ja ein geringes Sehvermögen erhalten bleibt. Im späteren Stadium der Erkrankung kann man aber nahezu von einer Erblindung sprechen.

In ärmeren Ländern steht die altersbedingte Makuladegeneration oft nicht an erster Stelle der Erblindungsursachen, weil andere Augenkrankheiten dominieren, die aufgrund der mangelnden medizinischen Versorgung nicht ausreichend behandelt werden können. Beispiele sind der grüne Star (Glaukom) oder Infektionskrankheiten wie das Trachom.

Die trockene Makuladegeneration

Bei 75 Prozent der Patienten mit altersabhängiger Makuladegeneration handelt es sich um die sogenannte trockene Makuladegeneration. Die nicht ausreichend abtransportierten Abfallprodukte der Fotorezeptoren und vor allem Lipofuszin lagern sich ab und bilden dabei an manchen Stellen größere Verbände, die man „Drusen“ nennt.

Die durch Drusen verursachte, ausgedehnte Schädigung des retinalen Pigmentepithels wird auch als „geographische Atrophie“ bezeichnet. Da die trockene Makuladegeneration nur langsam voranschreitet, beeinträchtigt sie das Sehvermögen zunächst nur wenig. Allerdings kann sie jederzeit in eine feuchte Makuladegeneration übergehen.

Die feuchte Makuladegeneration

Die feuchte Makuladegeneration (exsudative Form) entsteht fast immer als Folge einer trockenen Makuladegeneration. Die krankhaften Ablagerungen in der Netzhaut führen zur Zerstörung der Zellen des retinalen Pigmentepithels und erzeugen Lücken in den Membranen unter der Netzhautschicht. Außerdem wird die Blutversorgung durch die Aderhaut gestört und die Netzhaut an den betroffenen Stellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Gefäße zerstören die Netzhaut

Der Körper bildet daher bestimmte Botenstoffe, sogenannte Wachstumsfaktoren, die die Neubildung von kleinen Blutgefäßen anregen. Diese Faktoren spielen auch bei der Makuladegenerations-Behandlung eine wesentliche Rolle. Durch ihre Wirkung sprießen aus der Aderhaut kleine Gefäße. Den Vorgang nennt man choroidale Neovaskularisationen (CNV).

Zwar möchte der Körper damit der Sauerstoffunterversorgung entgegenwirken, die neuen Gefäße wachsen aber auch durch die Membranlücken unter die Netzhaut , wo sie eigentlich nicht hingehören. Dadurch kann sich die Netzhaut ablösen, was zu Sehstörungen und schließlich zur teilweisen oder sogar völligen Erblindung führt. Zudem sind die Wände der neu gebildeten Gefäße nicht so stabil wie die normaler Blutgefäße. Deshalb tritt ständig ein wenig Flüssigkeit in die Umgebung aus, was die Netzhautablösung noch weiter fördert. Dieses Phänomen erklärt auch die Bezeichnung „feuchte Makuladegeneration“. Die kleinen Gefäße können zudem einreißen, sodass es in die Netzhaut blutet.

Die feuchte Makuladegeneration verläuft wesentlich schneller und gefährlicher als die trockene Form. Man schätzt, dass etwa jede siebte trockene Makuladegeneration irgendwann in eine feuchte übergeht.

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Makuladegeneration: Symptome

Die Makula ist für das Sehen der wichtigste Bereich der Netzhaut, wenn man etwas scharf fixiert, ist das nur durch den gelben Fleck möglich. In den Randbereichen des Sehfeldes nimmt man die Umwelt nur schemenhaft wahr. Aber auch das unscharfe Sehen aus den Randbereichen rund um die Makula ist wichtig. Nur so kann man sich im Raum orientieren und Bewegungen um sich herum registrieren.

Video: Makuladegeneration: Sehschwäche erkennen und behandeln (August 2020).

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