Krankheiten

Magenpolypen

Pin
Send
Share
Send
Send


Magenpolypen sind Ausstülpungen der Magenschleimhaut ins Innere des Magens. Sie können einzeln oder gehäuft auftreten und unterscheiden sich in Größe und Gestalt. Große Polypen verursachen eventuell Beschwerden, während kleinere Exemplare häufig unbemerkt bleiben. Viele Magenpolypen sind gutartig, andere entarten und entwickeln sich zu Magenkrebs. Lesen Sie alles Wichtige über Magenpolypen.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. C16K31

Verzichten Sie auf Rauchen und Alkohol, denn dies kann die Entstehung von Magenpolypen fördern.

Dr. med. Mira SeidelArtikelübersichtMagenpolypen
  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Magenpolypen: Beschreibung

Magenpolypen sind gutartige Schleimhautgeschwülste, die von der Magenwand in die Magenhöhle hineinragen. Sie kommen manchmal einzeln vor, treten bei vielen Patienten aber auch in Gruppen auf. Mediziner sprechen dann von multiplen Magenpolypen. Liegen besonders viele der Geschwülste vor, handelt es sich womöglich um ein sogenanntes Polyposis-Syndrom.

Man kann die Schleimhautgeschwülste entweder nach ihrer Gestalt oder nach ihrer Entstehung einteilen.

Magenpolypen: Variable Gestalt

Einige Polypen sitzen der Magenschleimhaut flach auf und sind nur leicht erhaben (breitbasige Magenpolypen). Andere ragen eher kugelig oder mit kleinen Fransen (Zotten) in die die Magenhöhle hinein. Bei manchen scheint es wiederum, als sei ein Stück der Magenwand abgeschnürt und nur noch über einen dünnen Stiel mit ihr verbunden (gestielte Magenpolypen).

Magenpolypen: Variable Entstehung

Der Entstehung nach grenzt man Magenpolypen, die aus Drüsengewebe in der Schleimhaut entstehen, von anderen Formen ab. Die drüsigen Wucherungen sind am häufigsten und werden von Medizinern auch als Adenome bezeichnet.

Polypen können aber auch aus anderem Gewebe entstehen (Peutz-Jeghers-Syndrom; juvenile Polypen) oder als Folge von Entzündungen. In manchen Fällen steckt hinter einem Magenpolypen ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum in einer Schleimhautdrüse (Drüsenkörperzyste).

Wer bekommt Magenpolypen?

Magenpolypen kommen bei Männern und Frauen ungefähr gleich oft vor und treten vor allem ab dem 60. Lebensjahr auf. Bei jüngeren Menschen sind sie deutlich seltener. Da bei der Entstehung der Polypen auch erbliche Faktoren eine Rolle spielen, sind manchmal mehrere Mitglieder einer Familie betroffen.

Zum Inhaltsverzeichnis

Magenpolypen: Symptome

Kleine Polypen bleiben oft unbemerkt. Erst ab einer gewissen Größe lösen die Natur sind und auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten können. Folgende Symptome sind mögliche Anzeichen für Magenpolypen:

  • Völlegefühl
  • Appetitlosigkeit
  • Druckgefühl und/oder Schmerzen im Oberbauch

Gelegentlich bluten die Polypen. Starke Blutungen führen dann eventuell zu Bluterbrechen (Hämatemesis) oder schwarzem Stuhlgang (Teerstuhl, Meläna).

Patienten mit Magenpolypen leiden außerdem häufig gleichzeitig unter einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis), die wiederum mit Übelkeit verbunden sein kann.

Komplikationen

In den meisten Fällen lösen Magenpolypen keine schweren Symptome aus. Ganz ungefährlich sind sie aber dennoch nicht. Denn obwohl es sich um gutartige Schleimhautwucherungen handelt, können manche entarten und in Magenkrebs übergehen. Besonders die adenomatösen Polypen gelten als Risikofaktor: Ungefähr jeder zehnte entwickelt sich im Verlauf zu einem bösartigen Magentumor.

Zum Inhaltsverzeichnis

Magenpolypen: Ursachen und Risikofaktoren

Eine genaue Ursache für die Entstehung von Magenpolypen ist noch nicht bekannt. Man weiß aber, dass eine verminderte Magensaftproduktion das Risiko für Polypen erhöht. Außerdem entstehen Schleimhautgeschwülste auch durch Entzündungen, etwa bei einer Gastritis.

In vielen Fällen ist auch eine familiäre Vorbelastung für Magenpolypen gegeben. Ein Sonderfall ist diesbezüglich das Polyposis-Syndrom. Bei dieser Erbkrankheit bilden sich im gesamten Magen-Darm-Trakt Tausende von kleinen Polypen, die eine deutliche Tendenz zur Entartung zeigen.

Nicht zuletzt scheinen äußere Faktoren bei der Entstehung der Polypen eine Rolle zu spielen. So fördern Rauchen und Alkohokonsum die Bildung der Schleimhautwucherungen. Auch eine fettreiche, ballaststoffarme Ernährung hat einen schlechten Einfluss.

Zum Inhaltsverzeichnis

Magenpolypen: Untersuchungen und Diagnose

Magenpolypen weist man mit einer Magenspiegelung (Gastroskopie) nach. Weil viele Polypen lange keine Beschwerden verursachen, entdeckt man sie oft nur zufällig während einer routinemäßigen Magenspiegelung. Bei länger andauernden, unspezifischen Beschwerden im Oberbauch ist diese Untersuchung ohnehin zu empfehlen, um einen möglichen Magenkrebs nicht zu übersehen.

Zusätzlich ist eine Gewebeuntersuchung (Biopsie) der Polypen sinnvoll. Dafür entnimmt man während der Magenspiegelung meist den gesamten Polypen - seltener nur einen kleinen Teil davon - und untersucht ihn unter dem Mikroskop genauer. Mit dieser Methode kann der Arzt gutartige von bösartigen Wucherungen unterscheiden. Eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel wird am Magen dagegen nur noch selten durchgeführt.

Video: ESD bei fraglichem proximalen Magenfrühkarzinom (August 2020).

Pin
Send
Share
Send
Send