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Luxation

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Bei einer Luxation (Verrenkung) springt ruckartig ein Knochen aus dem Gelenk. Auslöser ist meist ein Sturz oder eine extreme Krafteinwirkung. Im Bereich des luxierten Gelenks treten starke Schmerzen und ein Bluterguss auf. Zudem lässt sich der ausgerenkte Körperteil (z.B. Finger, Arm) nicht mehr richtig bewegen. Meist kann der Arzt das Gelenk manuell einrenken (reponieren). Manchmal ist dafür allerdings auch eine Operation nötig. Vor der ärztlichen Behandlung steht aber die Erste Hilfe an. Erfahren Sie hier, was Sie bei einer Luxation tun können, wie sie überhaupt entsteht und welche Formen es gibt.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. M22S73S83S53M24S43ArtikelübersichtLuxation

  • Kurzübersicht
  • Luxation: Was ist das?
  • Welche Luxationen gibt es?
  • Was tun?
  • Risiken
  • Wann zum Arzt?
  • Untersuchungen beim Arzt
  • Behandlung durch den Arzt
  • Luxation vorbeugen

Kurzübersicht

  • Was ist eine Luxation? Eine sehr schmerzhafte Verrenkung, bei der ein Knochen ruckartig aus dem Gelenk springt.
  • Welche Luxationen gibt es? Einteilung nach Gelenk, z. B. Schulter-, Ellenbogen-, Knie-, Finger-, Hüftluxation. Außerdem Luxation durch Gewalteinwirkung (traumatische Luxation), bei generell instabilem Gelenk ohne Krafteinwirkung (habituelle oder spontane Luxation) oder nur mit teilweisem Auseinanderdriften von Knochen und Gelenk (Subluxation)
  • Was tun bei einer Luxation? Gelenk ruhigstellen, kühlen, Betroffenen beruhigen und zum Arzt bringen

Achtung!

  • Versuchen Sie niemals, ein ausgekugeltes Gelenk eigenhändig einzurenken! Sie könnten dabei Nerven, Blutgefäße oder Bänder einklemmen oder abreißen! Überlassen Sie das Einrenken deshalb einem Arzt.
  • Legen Sie zum Kühlen eines luxierten Gelenks Eiswürfel oder Coolpacks nie direkt auf die Haut, sondern immer mit mindestens einer Lage Stoff dazwischen. Sonst könnten lokale Erfrierungen entstehen.
  • Wer eine angeborene oder erworbene Bindegewebsschwäche hat, ist besonders anfällig für eine Luxation.
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Luxation: Was ist das?

„Luxation“ ist die medizinische Bezeichnung für eine Verrenkung. Dabei springt der Gelenkkopf - der Knochen, der normalerweise in der Gelenkspfanne liegt - aus jener heraus. Die beiden Gelenkkomponenten verlieren also den Kontakt zueinander.

Das passiert besonders leicht bei sehr beweglichen Gelenken: Normalerweise stabilisieren ansetzende Muskeln und Bänder ein Gelenk. Wenn diese Strukturen aber beispielsweise geschädigt oder überdehnt sind, genügt oft schon eine unachtsame, ruckartige Bewegung oder ein Sturz - der Gelenkkopf springt aus der Gelenkpfanne.

Eine solche Luxation ist sehr schmerzhaft. Und je öfter ein Knochen aus der Gelenkspfanne springt, desto leichter passiert es wieder, da die umliegenden Strukturen „ausleiern“.

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Welche Luxationen gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Verrenkungen - je nachdem, welches Gelenk ausgekugelt ist, wie die Verrenkung zustande kommt oder wie schwerwiegend sie ist. Beispiele:

Schultergelenk-Luxation

Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des Menschen. Es ist am häufigsten von allen Gelenken von einer Luxation betroffen. Wie Sie bei einer Gelenkluxation der Schulter Erste Hilfe leisten, lesen Sie im Beitrag Schulterluxation.

Ellenbogen-Luxation

Ein ausgerenkter Ellenbogen ist mit etwa 20 Prozent die zweithäufigste Form von Gelenkluxation. Sie entsteht durch einen Sturz auf den ausgestreckten Arm. Häufig wird eine solche Ellenbogenluxation von weiteren Verletzungen begleitet wie Bänderriss, Knochenbruch oder Nervenverletzungen.

Patellaluxation

Auch die Kniescheibe (Patella) kann aus ihrem Gleitlager springen. Am häufigsten passiert dies jugendliche Frauen, etwa beim Sport. Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einer solchen Verletzung empfohlen werden und wie die Behandlung durch den Arzt aussieht, erfahren Sie im Beitrag Patellaluxation.

Fingerluxation

Wenn beim Sport der Volleyball oder Basketball heftig gegen einen ausgestreckten Finger prallt, kann leicht ein Fingergelenk aus seiner normalen Position rutschen. Mit einem solchen ausgekugelten Finger sollte man unbedingt zum Arzt gehen! Warum das so ist und wie Sie bei einer solchen Verletzung richtig Erste Hilfe leisten, lesen Sie im Beitrag Fingerluxation.

Traumatische Luxation

Davon sprechen Mediziner, wenn ein Gelenk infolge direkter oder indirekter Krafteinwirkung luxiert (z.B. bei einem Unfall oder Sturz). Die plötzliche starke Gewalteinwirkung kann die Gelenkflächen so verschieben, dass sie auseinander weichen.

Habituelle Luxation

Die habituelle Luxation beruht auf einer angeborenen oder erworbenen Gelenkinstabilität (etwa aufgrund sehr lockerer Bänder). Es genügt dann oft schon eine minimale Beanspruchung, und das betroffene Gelenk ist ausgekugelt. Eine Verrenkung ganz ohne Krafteinwirkung nennt man auch spontane Luxation.

Habituelle Luxationen sind häufig weniger schmerzhaft als traumatische, da die Bänder und Muskeln bereits überdehnt sind.

Pathologische Luxation

Sie entsteht etwa infolge einer chronischen Gelenkschädigung oder einer Gelenkentzündung mit Kapselüberdehnung. Auch bei einer Gelenkzerstörung sowie infolge von Muskellähmungen kann es zu einer pathologischen Luxation kommen.

Angeborene Luxation

Manche Kinder kommen bereits mit einem ausgerenkten Gelenk zur Welt oder neigen von Geburt an zum wiederholten Auskugeln eines Gelenks. Ursache ist in beiden Fällen eine Fehlbildung (Dysplasie) des betroffenen Gelenks. So springt zum Beispiel bei einer Hüftgelenksdysplasie der Oberschenkelknochen immer wieder aus der Hüftgelenkpfanne.

Luxationsfraktur

Manchmal bricht beim Ausrenken einer der am Gelenk beteiligten Knochen vollständig durch, oder ein kleines Knochenstück bricht ab. Dann sprechen Mediziner von einer Luxationsfraktur (Verrenkungsbruch). Dieses Risiko besteht zum Beispiel bei Stürzen mit hoher Krafteinwirkung auf das Gelenk (traumatische Luxation).

Subluxation

Bei einer Luxation sind die gelenkbildenden Knochenenden vollständig verschoben. Kommt es dagegen nur zu einem teilweisen Auseinanderdriften der Gelenkflächen, liegt eine Subluxation vor. Das Wichtigste dazu sowie zum Spezialfall Chassaignac-Lähmung lesen Sie im Beitrag Subluxation.

Ältere Menschen neigen eher zu Verrenkungen als junge. Denn mit dem Alter verschleißen Sehnen, Bänder und Knochen, was Gelenke instabiler macht. Prinzipiell renken sich zudem junge Männer öfter Gelenke aus als Frauen, da sie häufiger riskante Sportarten betreiben.

Luxation bei Kindern

Kinder vor dem 7. Lebensjahr erleiden nur selten eine Luxation. Ihre Knochen sind nämlich noch flexibler und können bei Gewalteinwirkung besser ausweichen. Eine Sonderform der Ellenbogen-Verrenkung, die Chassaignac-Lähmung, kommt jedoch fast ausschließlich bei Kindern vor. Diese Form von unvollständiger Luxation (Subluxation) entsteht, wenn man ein Kind ruckartig am Arm zieht. Mehr darüber lesen Sie im Beitrag Subluxation.

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Luxation: Was tun?

  • Ruhigstellen: Als Erstes sollten Sie das luxierte Gelenk mit einem Wickel oder einer Binde ruhigstellen. Bei Verrenkungen am Arm können Sie den Betroffenen auch bitten, selbigen zu halten. Zusätzlich können Sie den Arm stabilisieren, indem Sie vorsichtig ein Polster zwischen Arm und Rumpf klemmen.
  • Kühlen: Bei einer Luxation schwillt meist der betroffene Bereich schnell an. Zudem treten starke Schmerzen auf. Beides - also Schwellung und Schmerzen - lässt sich durch Kühlen lindern. Sie können zum Beispiel Eiswürfel oder ein Coolpack auflegen.

Video: Schultergelenk. Luxation Auskugeln (August 2020).

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