Krankheiten

Oxyuriasis

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Der Madenwurm (Enterobius vermicularis) ist der Erreger der weltweit vorkommenden Oxyuriasis. Diese Darmparasiteninfektion ist auch in Deutschland eine häufige Diagnose. Die Oxyuriasis kommt besonders bei Kleinkindern vor. Sie wird von Mensch zu Mensch übertragen, hauptsächlich durch mangelhafte Hygiene. Betroffene wissen meist gar nicht, dass sie sich mit Madenwürmern infiziert haben. Die Oxyuriasis kann leicht behandelt werden. Hier lesen Sie alles Wichtige zur Oxyuriasis.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. B80ArtikelübersichtOxyuriasis

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Oxyuriasis: Beschreibung

Die Oxyuriasis wird durch eine Infektion mit dem Madenwurm verursacht. Manche Ärzte nennen die Infektion mit den Darmparasiten auch Enterobiose (im Englischen: enterobiasis). Der Name ist an den lateinischen Namen des Wurms angelehnt: Enterobius vermicularis.

Parasitäre Erkrankungen sind in Deutschland normalerweise eine Seltenheit und oft ein Reisemitbringsel aus den Tropen. Eine Ausnahme bildet die Oxyuriasis, die auch in entwickelten Ländern wie Deutschland häufig vorkommt. Weltweit sind ungefähr 400 Millionen Menschen mit Madenwürmern infiziert.

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Oxyuriasis: Symptome

Die Madenwürmer (Enterobius vermicularis) bleiben oft lange Zeit unbemerkt, da sich keine Symptome zeigen. Das häufigste und spezifischste Symptom der Oxyuriasis ist der Juckreiz am After und Scheide. Da die weiblichen Würmer meist nachts aus dem After austreten, um ihre Eier in den Hautfalten der umliegenden Haut zu verteilen, ist der Juckreiz besonders nachts lästig. Bei der Inspektion des Stuhls oder der Unterhose werden manchmal kleine Würmer entdeckt. Der Patient sucht meist aus diesen beiden Gründen den Arzt auf.

Bei Kleinkindern kann eine Verhaltens- oder Entwicklungsstörung auffallen. Aufgrund des Juckreizes kommt es manchmal auch indirekt zu Schlafstörungen. Bei Mädchen und Frauen besteht die Gefahr, dass der Wurm die weiblichen Genitale befällt und dort eine Entzündungsreaktion auslöst. Bei sehr starkem Befall kommt es selten zu entzündlichen Prozessen in der Darmwand. Solche Vorgänge können in einer Blinddarmentzündung oder einem perforierten (geplatzten) Darm enden. Wird in solchen Situationen nicht schnell reagiert, besteht akute Lebensgefahr für den Patienten. In aller Regel ist die Enterobiose / Oxyuriasis aber eine harmlose Erkrankung und Komplikationen sind sehr selten.

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Oxyuriasis: Ursachen und Risikofaktoren

Madenwürmer kommen bei Babys und Kindern häufiger vor, teilweise aber auch bei Erwachsenen. Frauen sind generell mehr betroffen als Männer. Beim Madenwurm handelt es sich um kleine, fadenförmige Parasiten, die zu den Nematoden (Fadewürmer) zählen.

Als Parasiten gehören sie zu den Lebewesen, die in einem anderen Organismus (zum Beispiel im Menschen) leben und sich auf Kosten derer ernähren. Der Madenwurm befällt nur den Menschen. Die erwachsenen Würmer leben im Dickdarm, wo sie sich aus Larven zum erwachsenen Wurm entwickeln.

Das Männchen ist ungefähr einen halben Millimeter, das Weibchen bis zu 1,5 Zentimeter groß. Nach der Befruchtung wandert das Weibchen zum Anus und legt vorzugsweise nachts bis zu 10.000 Eier in die Hautfalten direkt um den After. Dies erzeugt einen Juckreiz, durch welchen die Eier schnell an die Hände und unter die Fingernägel des Infizierten gelangen. Werden die verunreinigten Finger in den Mund genommen, ist eine Selbstinfektion möglich.

Zusätzlich werden die Eier bei der Zubereitung von Nahrung oder durch Handkontakt auf Gegenstände übertragen. Da die Eier in einer feuchten Umgebung bis zu drei Wochen infektiös bleiben, ist auch nach erfolgreicher Behandlung eine erneute Infektion durch verbleibende Eier möglich. Die Würmer beginnen bei Körpertemperatur bereits nach wenigen Stunden ihre Larvenentwicklung in den frisch gelegten Eiern. Nach fünf bis sechs Wochen sind die Würmer geschlechtsreif und beginnen die Eierproduktion.

Die Oxyuriasis wird besonders über Handkontakt übertragen. Ein wichtiger Risikofaktor ist daher mangelnde Hygiene sowie nachlässiges Händewaschen. Da die Infektion vor allem bei Kleinkindern vorkommt, ist das Oxyuriasis-Infektionsrisiko in Kindertagesstätten oder Krippen höher als zuhause. Der Parasit kann auch während Geschlechtsverkehr übertragen werden. Besonders Anal-Orale Praktiken machen eine Infektion möglich.

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Oxyuriasis: Untersuchungen und Diagnose

Für den Arzt ist der anale Juckreiz oft das erste Anzeichen, welches auf eine mögliche Oxyuriasis-Infektion hinweist. Erste Anlaufstelle ist normalerweise der Hausarzt. Dieser wird den Patienten erst einmal ausführlich befragen. Dabei könnte er Fragen stellen wie:

  • Wann tritt der Juckreiz vor allem auf?
  • Haben Sie weiße Würmer im Kot oder dem After beobachtet?

Weitere Hinweise auf einen Madenwurm-Befall kann eine Blutuntersuchung geben. Dort finden sich vermehrt einige Immunzellen, die gezielt gegen Parasiten kämpfen, sogenannte Eosinophile. Ist deren Anzahl erhöht, spricht man von einer Eosinophilie.

Die beste Methode ist allerdings der mikroskopische Nachweis der Eier früh morgens, vor der Reinigung oder dem Stuhlgang. Dies geschieht in der Regel mit einem durchsichtigen Klebefilm, der auf die Haut um den After geklebt wird. Der Klebestreifen wird vorsichtig abgezogen, und auf einen Objektträger gelegt. Die Eier können direkt mithilfe eines Mikroskops nachgewiesen werden.

In manchen Fällen, besonders bei starkem Befall, erkennt man bereits auf dem Stuhl die kleinen weißen Würmer. Gelangen die Würmer an die Außenwelt, sterben sie schnell ab. Im ausgeschiedenen Stuhl kann man sie manchmal allerdings noch in lebendiger Form sehen. Besonders die Weibchen halten sich in der Nähe des Darmausgangs auf. Sie sind zu erkennen an ihrer weißen, fadenförmigen Form und an ihren peitschenförmigen Bewegungen.

Video: Darm-Würmer - Der Kinderarzt vom Bodensee (August 2020).

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