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Lungenemphysem

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Sabine Schrör

Sabine Schrör ist freie Autorin der lifelikeinc.com. Sie studierte Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit in Köln. Als freie Redakteurin ist sie seit mehr als 15 Jahren in den verschiedensten Branchen zu Hause. Die Gesundheit gehört zu ihren Lieblingsthemen.

Mehr über die lifelikeinc.com-ExpertenBei einem Lungenemphysem sind die Lungenbläschen teilweise überdehnt und zerstört. Die Folge ist, dass der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden kann. Typische Symptome eines Lungenemphysems sind daher Kurzatmigkeit, Atemnot und verminderte Leistungsfähigkeit. Rauchen ist die Hauptursache der Lungenüberblähung. Welche anderen Ursachen es gibt, was die Folgen eines Lungenemphysems sind und wie die Behandlung und Prognose aussehen, lesen Sie hier!

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. J44J43ArtikelübersichtLungenemphysem

  • Wissen & Ursachen
  • Symptome
  • Behandlung
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Kurzüberblick

  • Was ist ein Lungenemphysem? Chronische Lungenerkrankung, die mit Überblähung und Zerstörung von Lungenbläschen einhergeht. Der Körper wird dadurch immer schlechter mit Sauerstoff versorgt.
  • Ursachen: Rauchen, chronische Entzündungsprozesse (chronische Bronchitis, COPD etc.), Alpha-1-Antitrypsinmangel, höheres Alter, Einatmen von Schadstoffen (Staub, Gase etc.), Narbenbildung im Lungengewebe
  • Symptome: Atemnot (zuerst nur bei körperlicher Anstrengung, später auch in Ruhe), Husten, verminderte Leistungsfähigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit. Im fortgeschrittenen Stadium auch blaue Lippen und Nägel (Zyanose), fassförmiger Brustkorb (Fassthorax), schlechter Allgemeinzustand mit Muskelabbau, Rechtsherzschwäche (Form der Herzinsuffizienz).
  • Untersuchungen: Erstgespräch (Anamnese), körperliche Untersuchung, Röntgen, Computertomografie, Blutgasanalyse, Lungenfunktionstest
  • Behandlung: Rauchstopp, Atemtraining, Inhalation von Kochsalzlösung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, medikamentöse Therapie, bei fortgeschrittenem Lungenemphysem evtl. Sauerstoff-Langzeittherapie, Operation. In sehr schweren Fällen Lungentransplantation. Impfungen gegen Pneumokokken und Grippeviren aufgrund höherer Infektanfälligkeit sinnvoll, Behandlung akuter Atemwegsinfekte mit Antibiotika.
  • Prognose: Keine Heilung möglich. Konsequente Behandlung (v.a. Rauchstopp) kann aber das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen oder stoppen. Mögliche Komplikationen sind Pneumothorax (kollabierte Lunge), Rechtsherzinsuffizienz mit Wassereinlagerungen in den Beinen (Ödeme), gestauten Halsvenen, Leberzirrhose.
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Lungenemphysem: Wissen & Ursachen

Bei einem Lungenemphysem werden immer mehr Lungenbläschen (Alveolen) krankhaft überbläht und zerstört. Mediziner sprechen deshalb auch von einer Lungenüberblähung.

Die Lungenbläschen sind die kleinsten Struktureinheiten der Lunge und von einem dichten Netz feinster Blutgefäße (Kapillaren) umgeben. Hier findet der Gasaustausch statt: Mit jedem Atemzug fließt Luft durch die Luftröhre bis in die Lungenbläschen. Dort gelangt der Sauerstoff aus der Luft gelangt durch die Wände der Lungenbläschen ins Blut. Gleichzeitig wird Kohlenmonoxid (CO2) aus dem Blut an die Luft in den Lungenbläschen abgegeben wird. Diese verbrauchte Luft wird dann ausgeatmet.

Bei einem Lungenemphysem funktioniert der Gasaustausch nicht mehr richtig: Bei den Betroffenen verlieren die Wände der Lungenbläschen an Elastizität. Durch die bei jedem Atemzug einströmende Luft werden die Alveolen überdehnt. Schließlich können sie sogar platzen. Benachbarte zerstörte Alveolen vereinen sich dann zu größeren Blasen, die beim Ausatmen zusammenfallen. Durch die Überblähung der Lungenbläschen werden die kleinsten Bronchien (Bronchiolen) eingeengt und fallen ebenfalls leicht zusammen. Alles zusammen erschwert das Ausatmen: Die Patienten können die eingeatmete Luft nicht mehr vollständig ausatmen. Ein Teil davon bleibt also in den noch vorhandenen Bläschen, so dass beim Einatmen weniger Platz für neue, sauerstoffreiche Luft ist. Eine zunehmende Unterversorgung mit Sauerstoff ist das Resultat.

Das passiert beim LungenemphysemBei einem Lungenemphysem wird die Wandstruktur der Lungenbläschen unwiderruflich zerstört. Dies führt zu einer sackförmigen Erweiterung der Lufträume.

Lungenemphysem: Ursachen

Beim Entstehungsmechanismus eines Lungenemphysems spielen meist bestimmte Eiweißstoffe eine entscheidende Rolle:

Bei jedem Einatmen gelangen mit der Luft auch Krankheitserreger und andere schädliche Stoffe in die Lunge. Das Immunsystem ist normalerweise dagegen gewappnet: Abwehrzellen in den Lungenbläschen setzen regelmäßig eiweißabbauende Proteine frei, sogenannte Proteasen. Sie können eingedrungene Keime und Fremdstoffe unschädlich machen. Allerdings unterscheiden Proteasen nicht zwischen fremdem und eigenem Gewebe. Sie können deshalb auch das empfindliche Lungengewebe angreifen und abbauen (genauer: die elastischen Fasern in den Wänden der Lungenbläschen). Damit das nicht passiert, wird normalerweise auch eine angemessene Menge an schützenden Proteinen ausgeschüttet, die sogenannten Protease-Inhibitoren. Deren wichtigster Vertreter ist Alpha-1-Antitrypsin.

Das Gleichgewicht zwischen Proteasen und Protease-Inhibitoren kann durch Rauchen, chronische Entzündungsprozesse sowie einen Alpha-1-Antitrypsinmangel so gestört werden, dass zunehmend Lungengewebe abgebaut wird und ein Lungenemphysem entsteht. Weitere mögliche Ursachen sind das wiederholte Einatmen von Schadstoffen, höheres Alter und Narbengewebe in der Lunge.

Rauchen

Rauchen ist die häufigste Ursache eines Lungenemphysems. Es hemmt die schützenden Protease-Inhibitoren (wie Alpha-1-Antitrypsin). Diese können also den Angriff der Proteasen auf die Lungenbläschen nicht verhindern - ein Lungenemphysem entsteht.

Video: Lungenemphysem: Erfahrungsbericht einer Patientin. Sana Kliniken (August 2020).

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