Krankheiten

Lepra

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Die Lepra (Aussatz) ist eine bakterielle Infektionskrankheit, welche die Haut, Schleimhäute und Nervenzellen in Mitleidenschaft zieht. Der Erreger der Lepra-Krankheit ist das Mycobacterium leprae. In den Ländern der Dritten Welt geht man von fast einer Millionen Menschen Lepra-Kranken aus. Anders als viele glauben, handelt es sich beim Aussatz nicht um eine hochansteckende Krankheit. Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung der Krankheit ist die Prognose günstig. Lesen sie hier alles Wichtige zur Lepra.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. B92A30ArtikelübersichtLepra

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Lepra: Beschreibung

Was ist Lepra?

Lepra (Aussatz) eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch das Mycobacterium leprae hervorgerufen wird; sie kommt weltweit vor. Die Bakterien zerstören die Haut und Schleimhäute und befallen die Nervenzellen. Die Zeit zwischen der Lepra-Ansteckung und Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) kann unter Umständen bis zu 20 Jahre betragen.

Lepra tritt vor allem in tropischen und subtropischen Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte und niedrigem hygienischem Standard auf. Zu den besonders betroffen Ländern gehören Indien, Nepal, Brasilien, die Republik Kongo, Mozambique und Tansania. Allgemein gehen die Erkrankungszahlen in Afrika, Amerika, Südostasien und am südöstlichen Mittelmeer seit dem Jahr 2003 zurück.

Dennoch erkranken jedes Jahr weltweit immer noch ungefähr 220.000 Menschen neu an Lepra - viele davon sind Kinder. Nach Deutschland wurden in den letzten Jahren allerdings nur vereinzelt Fälle von Lepra registriert; die Krankheit wurde eingeschleppt.

Normalerweise müssen Leprakranke nicht isoliert werden. Viele Betroffene werden jedoch in den Ländern, in denen der Aussatz verbreitet ist, gesellschaftlich ausgestoßen. Das Infektionsrisiko ist gering, wenn man mit dem Erkrankten nur kurzen Kontakt hat. Meist erfolgt die Infektion über bakterienhaltige Sekrete aus Wunden oder der Nase.

Lepra im Mittelalter

Lepra war im Mittelalter auch in Europa sehr weit verbreitet. Sie galt als „Strafe Gottes“: Der ursprüngliche Name „Aussatz“ stammt vermutlich daher, dass infizierte Personen außerhalb menschlicher Siedlungen (ausgesetzt) leben mussten.

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Lepra: Symptome

Die Lepra betrifft vorrangig die Haut und das Nervensystem. Sie kann aber auch die Augen, die oberen Atemwege, das Knochenmark oder die Hoden befallen. Es gibt verschiedene Verlaufsformen der Lepra, welche sich durch unterschiedliche Symptome äußern. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) kann Monate bis Jahre betragen.

Mediziner unterscheiden folgende Verlaufsformen der Lepra:

Die Lepra indeterminata ist eine sehr leichte Verlaufsform der Krankheit, bei der es zu vereinzelten, schwächer pigmentierten (hypopigmentierten) Hautflecken kommt. In 75 Prozent der Fälle heilen diese spontan aus.

Die tuberkuloide Lepra oder Nervenlepra ist die leichtere Verlaufsform der Krankheit. Hautveränderungen treten nur vereinzelt und scharf begrenzt auf. Die Areale sind schwächer pigmentiert (hypopigmentiert) oder gerötet und jucken nicht. Bei dieser Verlaufsform stehen die Nervenschäden als typische Lepra-Symptome im Vordergrund.

Die Tastempfindung (Temperatur-, Berührungs- und Schmerzempfindung) geht verloren. Da die Betroffenen Schmerzen nicht frühzeitig genug spüren, verletzen sie sich häufig. Die Muskeln verkümmern, es kommt zu Lähmungen und teilweise zu schweren Deformationen. Die Hautveränderungen können von selbst abheilen. Die Ansteckungsgefahr ist bei dieser Erscheinungsform gering und die Prognose bei entsprechender Behandlung gut.

Die lepromatöse Lepra ist eine schwere Verlaufsform der Infektionskrankheit, die bei schlechter Immunabwehr auftritt. Auf der Haut tauchen zahlreiche geschwulstartige Knoten auf, die dem Gesicht das Aussehen eines Löwenkopfes verleihen („Facies leontina“). Auch die Nasen- und Mundschleimhäute sowie die Augen können betroffen sein. Häufig kommt es zu Verstümmelungen an Gesicht, Händen, Füßen und Rücken. Die Gefühlsverluste der befallenen Gebiete treten erst im späteren Krankheitsverlauf auf. Im Endstadium breitet sich die lepromatöse Lepra auf den gesamten Organismus aus.

Die Borderline-Verlaufsformen der Lepra sind Mischformen, die verschiedene Symptome der anderen Verlaufsformen vereinen.

Video: Die vergessenen Krankheiten 14 (August 2020).

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