Krankheiten

Leberversagen

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  • Was die Leber mag

    Die Leber spielt für unseren Stoffwechsel eine zentrale Rolle: Sie filtert das Blut, produziert Hormone, baut verschiedene Stoffwechselprodukte ab und speichert Nährstoffe. Eigentlich - denn oft macht der Mensch dem Organ das Leben schwer. Vor allem ein ungesunder Lebensstil und Umweltgifte schaden. Tun Sie Ihrer Leber daher mit folgenden Tipps etwas Gutes!
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  • Schön bitter

    Bitterstoffe lassen Ihre Leber frohlocken. Denn sie steigern die Gallenproduktion und machen dadurch das Fett aus der Nahrung besser verträglich. Das entlastet die Leber. Besonders viel von den bitteren Bestandteilen finden Sie in pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Chicorée, Radicchio, Endiviensalat, Artischocken, Rosenkohl oder Löwenzahn.
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  • Kaffee für die Leber

    Kaffee ist ein tolles Getränk - zumindest für die Leber. Eine Meta-Studie konnte zeigen, dass der Wachmacher-Trunk das Risiko senkt, an Leberkrebs zu erkranken. Und zwar um immerhin 40 Prozent. Die Inhaltsstoffe im Kaffee aktivieren auch die Enzyme der Leber, so die Forscher. Die Probanden schlürften für diese Wirkung ein bis drei Tassen pro Tag.
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  • Die Leber mag es würzig

    Verwenden Sie beim Kochen reichlich frische Kräuter und Gewürze. Rosmarin zum Beispiel. Die darin enthaltenen Polyphenole, ätherischen Öle und Mineralstoffe aktivieren den Gallenfluss, steigern die Durchblutung und unterstützen die Leber bei der Entgiftung. Auch Salbei ist gut für die Leber. Er wirkt krampflösend, entzündungshemmend und regenerationsfördernd.
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  • Leberwickel als Wellnessbehandlung

    Sie kennen das bestimmt: Nach dem fettigen Schweinebraten machen sich Völlegefühl und lästiges Aufstoßen breit. Um die Fettverdauung zu fördern, probieren Sie statt des Verdauungsschnäpschens doch lieber einmal ein altbewährtes Hausmittel: Leberwickel. Einfach ein kleines Handtuch mit heißem Salzwasser tränken, auswringen und auf die Leber legen, Wärmflasche drüber, fertig! Nach ungefähr 30 Minuten können Sie das Ganze wieder entfernen.
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  • Kleine Portionen

    Verdauung ist für die inneren Organe schwere Arbeit. Deswegen ist es unter anderem für die Leber besser, wenn sie nicht mit riesigen Portionen „erschlagen“ wird. Essen Sie also lieber öfter am Tag und dafür kleinere Mengen.
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  • Nicht zu viel Alkohol

    Die Leber hilft dabei, den Körper zu entgiften. Diesbezüglich macht ihr vor allem Alkohol zu schaffen. Darum gilt als Faustregel: Männer sollten nicht mehr als 20 Gramm Alkohol pro Tag zu sich nehmen, Frauen sogar nur 10 Gramm (das entspricht etwa einem Glas Wein). Wer auf Dauer zu tief ins Glas schaut, bekommt die unangenehme Quittung: Die Leber verfettet (Fettleber) oder schrumpft (Leberzirrhose) sogar.
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  • Fett nur in Maßen

    Eine Fettleber kann sich aber auch durch zu fett- und kalorienhaltiges Essen bilden. Denn die Leber lagert gerne Fett ein, schließlich handelt es sich um einen sehr effizienten Brennstoff für schlechte Zeiten. Mittlerweile ist die Fettleber tatsächlich die häufigste Lebererkrankung in Deutschland. Das einfache Gegenmittel: Versuchen Sie sich gesund zu ernähren und frittieren oder braten Sie Ihr Essen nur selten.
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  • Rauchen greift die Leber an

    Nicht umsonst gilt Zigarettenkonsum als einer der Risikofaktoren für Leberkrebs. Denn das Organ hat auch mit der Entgiftung beim Rauchen zu tun. Besonders in Kombination mit Alkohol erhöht Rauchen die Wahrscheinlichkeit für eine Leberzirrhose oder Fettleber. Darum: Lassen Sie lieber die Finger von den Glimmstängeln und versuchen sie, auch möglichst wenig passiv zu rauchen.
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  • Wenig Kohlenhydrate

    Sie leiden bereits unter einer Fettleber? Die gute Nachricht: Die Leber hat hervorragende Regenerationsfähigkeiten. Um die sogenannte nichtalkoholische Fettleber schnell in den Griff zu kriegen, ist vor allem eine radikale Reduktion der Kohlenhydrate in der Nahrung wirksam. Zu den Kohlenhydraten gehören neben Zucker und Süßigkeiten auch alle Mehlprodukte sowie Obst, Kartoffeln und Reis. Regelmäßige Bewegung ist jetzt ebenfalls angeraten.
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  • Aktiv für die Leber

    Sich zu bewegen tut nicht nur Menschen gut, die schon Probleme mit der Leber haben. Grundsätzlich gilt: Sportliche Aktivität, etwa fünf Stunden pro Woche, halten Sie und Ihre Leber fit. Denn dadurch werden unter anderem die Durchblutung und auch der Stoffwechsel verbessert.
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  • Achtung bei Paracetamol

    Schmerzen? Fieber? Viele greifen dann schnell zu Paracetamol. Das birgt gewisse Gefahren, denn wer zu viel von den Pillen schluckt, riskiert ein Leberversagen. Mediziner fordern sogar eine Rezeptflicht für das Medikament. Achten Sie also darauf, Paracetamol keinesfalls zu hoch zu dosieren und fragen Sie im Zweifel lieber nochmal bei Ihrem Arzt nach.


  • Von Christiane FuxMedizinredakteurin
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Leberversagen: Ursachen und Risikofaktoren

Grundsätzlich kommen für ein Leberversagen ganz unterschiedliche Ursachen infrage. Häufig geht dem Leberversagen eine Erkrankung der Leber voraus, die bereits seit Monaten oder Jahren besteht. Letztlich brechen die verschiedenen Funktionen der Leber zusammen, weil der Körper es nicht mehr schafft, die entstandenen Schäden zu kompensieren. In dem Fall spricht man von einem chronischen Leberversagen, bei einer plötzlichen starken Verschlechterung auch von einem akut-auf-chronischen Leberversagen.

Eine chronische Leberinsuffizienz kann zum Beispiel entstehen, wenn durch einen jahrelangen Alkoholmissbrauch immer mehr Leberzellen zerstört werden und das Gewebe vernarbt (Leberzirrhose). Auch ein Leberversagen bei Krebs ist möglich, wenn die Leberzellen entarten oder ein bösartiger Tumor aus einem anderen Organ „streut“. In manchen Fällen nimmt auch eine chronische Virusinfektion wie Hepatitis C einen schweren Verlauf und mündet letztlich in einem Leberversagen.

Ein akutes Leberversagen bedeutet, dass die Leberfunktion ohne eine langfristige Vorerkrankung zusammenbricht. Dies kommt deutlich seltener vor; etwa 200 bis 500 Menschen entwickeln in Deutschland jährlich ein akutes Leberversagen. Es kann verschiedene Gründe haben, wenn plötzlich binnen kurzer Zeit eine Leberinsuffizienz entsteht:

  • Virushepatitis: Hepatitis A, B, D oder E sind Virusinfektionen, die in der Regel mit einer akuten Leberentzündung einhergehen. Seltener können auch das Zytomegalievirus und andere Herpesviren zu einer solchen Hepatitis führen. Bei einigen Menschen verläuft diese so schwer, dass sie in kurzer Zeit in ein akutes Leberversagen mündet. Dies ist jedoch bei allen Formen der Virushepatitis eher selten.
  • Vergiftungen: In vielen Industrieländern steigt der Anteil an toxischen Leberschäden als Auslöser von akuter Leberinsuffizienz. Meistens steckt dahinter eine Überdosis von Medikamenten wie Paracetamol, seltener auch Tuberkulosemedikamente und bestimmte pflanzliche Mittel in viel zu hohen Dosierungen. Auch Vergiftungen mit Pilzen (wie Knollenblätterpilz), Drogen (wie Ecstasy) und Chemikalien können ein akutes Leberversagen auslösen.

Seltenere Ursachen für ein akutes Leberversagen sind die Autoimmunhepatitis, die Erbkrankheit Morbus Wilson und Komplikationen während der Schwangerschaft - eine akute Schwangerschaftsfettleber oder das HELLP-Syndrom. In bis zu 20 Prozent der Fälle bleibt der Auslöser der Leberentzündung unklar, die letztlich zum Leberversagen führt. Ärzte sprechen dann von einer kryptogenen Hepatitis.

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Leberversagen: Untersuchungen und Diagnose

Viele Menschen mit einem Leberversagen sind bereits über einen längeren Zeitraum mit bestimmten Vorerkrankungen in ärztlicher Behandlung und eine Belastung der Leber ist bekannt (chronische Leberinsuffizienz). Dies erleichtert die Diagnose. Ein akutes Leberversagen ohne Vorerkrankungen ist seltener - der Arzt erfragt zunächst die Krankengeschichte (Anamnese) und erkundigt sich nach dem Medikamenten- und Alkoholkonsum, anderen giftigen Substanzen, Auslandsaufenthalten und möglichen Ansteckungsquellen für eine Virusinfektion. Manchmal ist das Leberversagen so weit fortgeschritten, dass der Betroffene verwirrt oder bewusstlos ist - in dem Fall werden nach Möglichkeit Angehörige befragt.

Die klinischen Symptome wie Ikterus und Augenflattern bringen den Arzt schnell auf den Gedanken, dass die Leber nicht richtig arbeitet. Bei einer körperlichen Untersuchung tastet er den Oberbauch ab, wobei er fühlen kann, ob die Leber vergrößert oder verkleinert ist. Zur Diagnose des Leberversagens nimmt er außerdem Blut ab - verschiedene Laborwerte im Blutbild (wie Gerinnungsparameter, Bilirubin, Ammoniak) erhärten den Verdacht auf ein chronisches oder akutes Leberversagen.

Die weiteren Untersuchungen richten sich nach der vermuteten Ursache, den Symptomen und dem Verlauf der Leberinsuffizienz. Manchmal entnimmt der Arzt zur Laboruntersuchung eine Probe des Lebergewebes (Leberbiopsie); hilfreich können auch bildgebende Verfahren wie eine spezielle Ultraschalluntersuchung (Duplexsonografie) oder eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs sein. Manchmal wird auch mit einem Katheter der Blutdruck in bestimmten Gefäßen gemessen. Bei Verdacht auf eine Flüssigkeitsansammlung im Gehirn (Hirnödem) können die Ärzte über ein kleines Loch im Schädel mit einer Sonde den Hirndruck messen.

Mehr zu den Untersuchungen lesen

Informieren Sie sich hier, welche Untersuchungen bei dieser Erkrankung sinnvoll sein können:

  • Biopsie
  • Laparoskopie
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Leberversagen: Behandlung

Ein akutes oder akut-auf-chronisches Leberversagen erfordert eine sofortige Therapie auf einer Intensivstation. Die Behandlung richtet sich vor allem nach dem Auslöser der Leberschädigung - daher ist eine genaue Diagnostik sehr wichtig. Patienten, bei denen das Leberversagen auf eine Vergiftung zurückgeht, bekommen beispielsweise sofort eine Magenspülung und nach Möglichkeit ein Gegenmittel (Antidot). Bei bestimmten Virusinfektionen wie Hepatitis B kann eine antivirale Therapie sinnvoll sein.

Zudem werden bei einem Leberversagen Symptome wie die entgleisten Blutwerte so gut wie möglich behandelt, zum Beispiel durch Infusionen mit Glukose, Elektrolyten (Blutsalzen) oder Blutplasma mit Gerinnungsfaktoren. Die Ammoniak-Konzentration im Darm senken die Ärzte zumeist mit speziellen Einläufen. Bei einem erhöhten Hirndruck kommen außerdem verschiedene Medikamente zum Einsatz, um den Hirndruck zu senken.

Leberversagen: Therapie durch eine Transplantation

In einigen Fällen - vor allem bei einer vorgeschädigten Leber - ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass das Organ sich erholt und seine Funktionen wieder aufnimmt. In dem Fall werden die Patienten sofort in ein Transplantationszentrum verlegt, wo sie so schnell wie möglich eine neue Leber bekommen. Gegebenenfalls reicht es auch, nur den linken Leberlappen zu ersetzen (auxiliäre partielle orthotope Lebertransplantation, APOLT).

Sogenannte extrakorporale Leberersatzverfahren wie spezielle Leber-Dialysen sind in medizinischer Erprobung und noch keine Standardtherapie.

Video: Akutes Leberversagen - Erkrankungen von Leber, Gallenwege und Pankreas (August 2020).

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