Krankheiten

Leberkrebs

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Leberkrebs (Leberzellkarzinom) ist ein bösartiger Tumor der Leber, der sich oft als Folge einer Leberzirrhose oder einer chronischen Entzündung der Leber entwickelt. Leberkrebs verursacht anfangs meist keine Beschwerden. Im fortgeschrittenen Stadium äußert sich Leberkrebs durch unspezifische Symptome wie Oberbauchschmerzen oder ungewollten Gewichtsverlust. Männer sind häufiger von Leberkrebs betroffen als Frauen. In einem frühen Leberkrebsstadium kann eine Teilentfernung der Leber die Krankheit heilen. Lesen Sie hier alles Wichtige zu Leberkrebs.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. C22C24ArtikelübersichtLeberkrebs

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Leberkrebs: Beschreibung

Die Leber ist ein Organ, das zahlreiche wichtige Aufgaben im Körper erfüllt. So speichert sie unter anderem energiereiches Glykogen und Vitamine, die über die Pfortader aus dem Darm herantransportiert werden. Die Leber ist zudem die größte Drüse des Körpers und produziert wichtige Hormone und andere Eiweiße. Außerdem ist die Leber ein wichtiges Entgiftungsorgan. Sie bildet Gallenflüssigkeit, die nicht nur Fette im Nahrungsbrei zur besseren Verdauung in Tröpfchen auflöst, sondern mit deren Hilfe sie auch Giftstoffe über den Darm ausscheidet. Außerdem verarbeitet sie Bilirubin, das Abbauprodukt der roten Blutkörperchen.

Leberkrebs ist eine einen bösartige Tumorerkrankung der Leber. Ursprung sind Zellen, deren genetisches Material krankhaft verändert ist. Die entarteten Leberzellen wachsen schneller und verdrängen gesundes Gewebe. Abgesehen von ihrem aggressiven Wachstum verlieren die kranken Krebszellen ihre Funktionstüchtigkeit und können ihre natürlichen Aufgaben nicht mehr erfüllen. Da die Leber eine zentrale Rolle in vielen Stoffwechselvorgängen des Körpers spielt, macht sich dieser Funktionsverlust mit zunehmender Ausbreitung der Krebszellen immer stärker bemerkbar.

Drei verschiedene Leberkrebsarten

In der Leber gibt es neben den eigentlichen Leberzellen auch andere Gewebearten, wie beispielsweise die Zellen der Gallengänge und der Blutgefäße. Aus jedem dieser Gewebstypen kann sich Krebs entwickeln. Es gibt daher verschiedene Arten von Leberkrebs, je nachdem aus welchen Zellen der Tumor entstanden ist.

Bei 80 Prozent der primären Leberkrebsfälle handelt es sich um ein sogenanntes hepatozelluläres Karzinom (HCC). Das bedeutet, dass der Tumor sich direkt aus den Leberzellen (Hepatozyten) entwickelt hat. Stammen die entarteten Zellen von den Zellen der Gallengänge ab, bezeichnet man den Krebs als cholangiozelluläres Karzinom (CCC). Die Blutgefäße der Leber können ebenfalls der Ursprung für Leberkrebs sein. Diese Art von Leberkrebs wird als Angiosarkom der Leber bezeichnet.

In der Leber siedeln sich zudem bevorzugte bösartige Tochtergeschwulste (Metastasen) anderer Krebserkrankungen an. Der ursprüngliche Tumor (Primärtumor) sitzt dabei häufig in der Lunge, Brust, Gebärmutter, Prostata oder dem Magen-Darm-Trakt. Insgesamt sind solche Metastasen in der Leber häufiger als ein Tumor, der primär in der Leber entstanden ist.

Häufigkeit von Leberkrebs

Leberkrebs ist in Deutschland ein relativ seltenes Tumorleiden. Das Robert Koch-Institut in Berlin schätzt, dass im Jahr 2014 etwa 8900 Menschen (6200 Männer und 2700 Frauen) in Deutschland an Leberkrebs erkranken werden. In Asien und Afrika entwickeln allerdings mehr Menschen Leberkrebs als in Europa. Auch erkranken die Patienten in diesen Regionen im Schnitt früher. Bei ihnen treten die Tumoren besonders häufig zwischen dem 30. und dem 40. Lebensjahr auf, in Europa zwischen dem 50. und dem 60. Lebensjahr. Ein möglicher Grund: Während in Europa vornehmlich Alkohol die Hauptursache für Leberkrebs ist, spielen in manchen Regionen Afrikas und Asiens Schimmelpilze und Infektion mit Hepatitis B und C eine größere Rolle. Grund dafür sind schlechtere hygienische Bedingungen und eine schlechtere medizinische Versorgung.

Klassifikationen der Leberfunktion und der Tumorausbreitung

Ärzte ordnen Leberkrebs mit Hilfe verschiedener Klassifikationen ein. Die sogenannte Child-Pugh-Klassifikation beschreibt die Funktionsstörungen der Leber. Die Ausbreitung des Tumors wird mit der TNM-Klassifikation und den UICC-Stadien beschrieben.

Child-Pugh-Klassifikation

Die Child-Pugh-Klassifikation teilt die Leberfunktionsstörung aufgrund einer Leberzirrhose oder einen Leberkrebs in drei Stadien ein (Child-Pugh A, B, C). Je mehr Punkte erreicht werden, desto fortgeschrittener ist das Stadium - und desto stärker ist die Leberfunktion beeinträchtigt. Dabei werden die Ansammlung von Wasser im Bauchraum (Aszites), Funktionsstörungen des Gehirns (Enzephalopathie), der Gehalt von Bilirubin und Albumin im Blut sowie die Blutgerinnung (Quick-Test) berücksichtigt:

Kriterien

1 Punkt

2 Punkte

3 Punkte

Bauchwasser (Aszites)

fehlend

mäßig

ausgeprägt

Krankhafte Gehirnveränderungen (Enzephalopathie)

Keine

Grad I bis II

Grad III bis IV

Bilirubin im Serum (mg/dl)

<2

2 bis 3

>3

Quick-Test (Prozent)

>70

40-70

<40

Albumin im Serum (g/dl)

>3,5

2,8 bis 3,5

<2,8

Child-Pugh A: 5 bis 6 Punkte; Child-Pugh B:7 bis 9 Punkte; Child-Pugh C: 10 bis 15 Punkte

Leberkrebs-Stadien: TNM- Klassifikation und UICC Stadien

Leberkrebs wird nach der UICC (Union internationale contre le cancer) in verschiedene Stadien eingeteilt. Die Einteilung hängt von der Ausbreitung des Tumors ab. Diese wird wiederum anhand der sognannten TNM-Klassifikation definiert. Die Buchstaben „TNM“ stehen dabei für drei verschiedene Parameter: T=Tumorgröße, N=Lymphknotenbefall, M=Metastasen (Tochterabsiedlungen). Anhand der Klassifikation beschreibt der Arzt, wie weit sich der Tumor bereits auf das umliegende Gewebe ausgebreitet hat. Die Stadieneinteilung nach UICC hängt somit direkt von der TNM-Klassifikation ab.

TNM-Klassifikation:

Tumorgröße (T):

  • TX: Primärtumor kann nicht beurteilt werden
  • T0: Kein Anhalt für einen Primärtumor in der Leber
  • T1: Alleinstehender (solitärer) Tumor ohne Gefäßbefall
  • T2: Alleinstehender (solitärer) Tumor mit Gefäßbefall oder mehrere Tumore ≤ fünf Zentimeter
  • T3: Mehrere Tumore > fünf Zentimeter oder Tumorwachstum in einen größeren Ast der Leber-, Portalvene(n)
  • T4: Kontinuierlicher Befall in angrenzende Organe außer der Gallenblase oder Durchbruch des Tumors ins Bauchfell

Lymphknoten (N):

  • NX: Regionäre Lymphknoten können nicht beurteilt werden
  • N0: Lymphknoten sind nicht von Krebszellen befallen
  • N1: Regionäre Lymphknoten sind mit Krebszellen befallen

Fernmetastasen (M):

  • MX: Fernmetastasen können nicht beurteilt werden
  • M0: Es liegen keine Leber Metastasen in anderen Organen vor
  • M1: Es liegen Leber Metastasen in anderen Organen vor

UICC-Stadien:

UICC Stadium

TNM-Klassifikation

Stadium I

Bis T1 N0 M0

Stadium II

Bis T2 N0 M0

Stadium III

Bis T4 N0 M0

Stadium IVa

Jedes T N1 M0

Stadium IVb

Jedes T, jedes N und ab M1

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Leberkrebs: Symptome

Lesen Sie hier alles Wichtige über die typischen Leberkrebs - Symptome.

Video: Leberkrebs - die Krankheitsbilder der Leber Teil 2 (August 2020).

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