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Läusebefall

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Unter Läusebefall versteht man die Besiedlung des Menschen mit Läusen. Dabei sind vor allem die besonders verbreitete Kopflaus, die Filzlaus und die Kleiderlaus relevant. Eine Ansteckung mit den blutsaugenden Parasiten ist zwar unangenehm, ernsthafte gesundheitliche Folgen hat ein Lausbefall aber nicht. Manchmal können durch die Läuse jedoch Krankheiten übertragen werden. Lesen Sie alles über die Gründe, Gefahren und Behandlung bei „Läusebefall“.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. B85ArtikelübersichtLäusebefall

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Kleiderläuse
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Läusebefall: Beschreibung

Ein Läusebefall ist für die Betroffenen meist sehr lästig, in der Regel aber weiter gefährlich. Zum besseren Verständnis der Erkrankung werden hier zunächst die Biologie der Läuse und dazugehörige Begriffe näher erklärt.

Was sind Läuse?

Läuse sind parasitäre Insekten und als solche immer auf einen Wirt angewiesen, von dem sie sich ernähren müssen. Parasiten können entweder in oder auf ihrem Wirt leben, ist Letzteres der Fall, bezeichnet man die Schmarotzer als Ektoparasiten. Neben Läusen zählen zu dieser Gruppe zum Beispiel auch Flöhe, Zecken oder Blutegel. Läuse leben dauerhaft auf ihrem Wirt und verlassen diesen in der Regel nicht, außer im Falle eines direkten Übergangs auf einen anderen Wirt (Transmission).

Eine Besiedelung mit Parasiten, die sich nicht in ihrem Wirt vermehren, wird korrekt als Infestation bezeichnet, wobei man im Zusammenhang mit einem Läusebefall auch immer wieder von „Infektionen“ hört oder liest.

Die verschiedenen Tierlausarten bevorzugen jeweils bestimmte Wirte und sind an diese angepasst. So gibt es unter anderem Hundeläuse, Seehundläuse, Schweineläuse und eben Menschenläuse. Eine Übertragung der Läuse zwischen verschiedenen Tierarten beziehungsweise zwischen Mensch und Tier kommt nur sehr selten vor, sodass für einen Läusebefall beim Menschen, den man in der Fachsprache als Pedikulose bezeichnet, eigentlich nur Menschenläuse (Pediculidae) in Frage kommen.

Welche Arten können einen Läusebefall beim Menschen hervorrufen?

Innerhalb der Pediculidae gibt es drei Vertreter, die dem Menschen zu schaffen machen können. Der bekannteste und am häufigsten vorkommende ist die Kopflaus (Pediculus humanus capitis). Daneben gibt es noch die hierzulande wesentlich selteneren Filz- und Kleiderläuse (Pthirus pubis, Pediculus humanus humanus). Es ist zwar noch nicht geklärt, ob die Kleiderlaus und die Kopflaus jeweils eigene Arten darstellen, oder lediglich zwei verschiedene Unterarten der Menschenlaus, für die Diagnostik und Behandlung bei einem Läusebefall spielt das aber keine Rolle.

Lebensweise und Fortpflanzung der Menschenläuse

Wie alle sogenannten „echten“ Tierläuse ernähren sich Menschenläuse vom Blut ihres Wirtes. Dafür sind sie mit speziellen Mundwerkzeugen ausgestattet, die es ihnen ermöglichen die Haut des Wirtes zu durchdringen und dessen Blut zu saugen. Sie geben außerdem etwas Speichel in den Stichkanal ab, der dafür sorgt, dass das Blut nicht gerinnt und der für die typischen Symptome bei einem Läusebefall sorgt. Das gleiche Prinzip wenden auch Stechmücken an. Eine Laus nimmt mehrmals am Tag eine Blutmahlzeit zu sich und kann ohne Wirt nur wenige Tage überleben.

Menschenläuse leben in den Haaren, beziehungsweise in der Kleidung des Wirtes und klammern sich mit ihren Klauenpaaren dort fest. Je nachdem, um welche Art es sich handelt, bevorzugen sie dabei bestimmte Körperstellen. Die Fortpflanzung erfolgt einerseits durch klassische zwischengeschlechtliche Paarung, teilweise aber auch durch eingeschlechtliche Jungfernzeugung (Parthenogenese), bei der ein weibliches Tier ohne männliche Befruchtung entwicklungsfähige Eier legt.

Diese sind mit einer festen Chitinhülle ummantelt und werden von den Läusen an die Haare des Wirtes oder Textilfasern der Kleidung geheftet. Und zwar wasserunlöslich, weshalb sich die Eier bei einem Läusebefall auch nicht einfach auswaschen lassen. Mit dem Begriff „Nissen“ sind manchmal die Eier gemeint, manchmal aber auch nur die zurückgebliebenen Chitinhüllen, nachdem die Jungtiere bereits geschlüpft sind.

Die frisch geschlüpften Läuselarven, die man auch als Nymphen bezeichnet, ähneln äußerlich bereits den erwachsenen Tieren, sind aber wesentlich kleiner und mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen. Sie durchlaufen verschiedene Entwicklungsstadien, bis sie nach etwa zehn Tagen geschlechtsreif sind und selbst neue Eier legen können.

Wer ist von einem Läusebefall betroffen?

Prinzipiell kann jeder von Läusen befallen werden. Allerdings spielen vor allem für Filz- und Kleiderläuse die hygienischen Umstände für die Verbreitung eine wesentliche Rolle, sodass sie hauptsächlich in ärmeren Ländern und in Krisengebieten vorkommen. In Westeuropa sind Kleiderläuse nur noch selten die Verursacher von Läusebefall. Mit Kopfläusen verhält es sich anders, denn hier hat die Hygiene kaum Einfluss auf eine Ansteckung. Deshalb sind sie auch in unseren Gefilden noch verbreitet, wobei hauptsächlich Kinder befallen werden.

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Läusebefall: Symptome

Die Symptome bei einem Läusebefall werden durch die Stiche der Parasiten hervorgerufen. Der injizierte Speichel wird vom Körper als Fremdstoff erkannt und löst eine kleine Immunreaktion aus, die sich in Form geröteter Knötchen und Quaddeln äußert. Hinzu kommt ein meist starker Juckreiz, der die Betroffenen zum Kratzen nötigt. Das führt wiederum zu einer oberflächlichen Schädigung der Haut, die somit anfälliger für einen Befall mit Bakterien und Pilzen ist.

Sollte es an den aufgekratzten Stellen zu einer Infektion mit Bakterien kommen, entzündet sich die Haut zusätzlich und es entstehen mitunter gelbliche Krusten. Eine solche Komplikation wird als Impetignisation bezeichnet.

Abgesehen von den unangenehmen Symptomen und der oftmals auch vorhandenen psychischen Belastung birgt ein Läusebefall an sich keine gesundheitlichen Gefahren. Allerdings sind Kleiderläuse mögliche Überträger verschiedener Bakterien, die zu mitunter heftigen Fiebererkrankungen führen können.

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Läusebefall: Ursachen und Risikofaktoren

Da Menschenläuse bei Tieren quasi nicht vorkommen, verläuft eine Ansteckung fast ausschließlich von Mensch zu Mensch, beziehungsweise bei der Kleiderlaus auch über befallene Kleidungsstücke. Für eine Übertragung ist direkter Körperkontakt nötig, da die Läuse den Wirtskörper für gewöhnlich nicht verlassen.

Je länger der Körperkontakt anhält, desto größer ist das Übertragungsrisiko. Im Gegensatz zu Flöhen springen Läuse nicht. Um also auf einen neuen Wirt übergehen zu können, brauchen sie eine gewisse Zeit, da sie sich mit ihren Klauen an den Haaren erst festhalten müssen. Durch lediglich kurze Berührungen geschieht eine solche Transmission normalerweise nicht.

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Läusebefall: Untersuchung und Diagnose

Ein Läusebefall wird per Inspektion festgestellt, also durch das Erkennen der Läuse beziehungsweise der Eier mit dem bloßen Auge. Weitere Untersuchungen sind dann nicht mehr nötig. Die Symptome sind ein Hinweis, reichen aber alleine für eine Diagnose nicht aus, da sie auch andere Ursachen wie zum Beispiel einen Flohbefall haben können.

Wenn ein Verdacht aus Läusebefall besteht, müssen die Haare beziehungsweise die Kleidung gründlich abgesucht werden. Hilfsmittel wie eine Lupe oder ein Läusekamm erleichtern die Suche. Wenn keine Läuse/Nissen gefunden werden, ist ein Lausbefall noch nicht ausgeschlossen, da es immer auch sein kann, dass entweder erwachsene Tiere übersehen wurden, oder die vorhandenen Läuse sich noch im wesentlich kleineren Nymphenstadium befinden.

Umgekehrt sind die nach dem Schlüpfen zurückgeblieben Nissen nicht beweisend für einen aktiven Läusebefall. Denn es kann sein, dass alle Läuse mit einer chemischen oder physikalischen Behandlung bereits abgetötet wurden, die Eihüllen sich aber noch in den Haaren finden, weil sie nicht entfernt wurden. Wenn allerdings leere Eier in den Haaren gefunden werden, zuvor aber noch keine Behandlung erfolgte, kann davon ausgegangen werden, dass ein Läusebefall vorliegt, da die Parasiten normalerweise von alleine nicht mehr verschwinden.

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