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Latexallergie

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Bei einer Latexallergie reagiert das Immunsystem überschießend auf Naturlatex oder synthetisch hergestellte Latexprodukte. Die Haut ist an der Kontaktstelle gerötet, juckt und brennt. Medizinisches Personal leidet besonders häufig unter einer Latexallergie. Bei einer Latexallergie sollte der Kontakt mit Latexprodukten unbedingt gemieden werden. Lesen Sie alles Wichtige zur Latexallergie.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. L23ArtikelübersichtLatexallergie

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Latexallergie: Beschreibung

Bei einer Latexallergie handelt es sich um eine allergische Reaktion gegen Naturlatex oder synthetische Latexprodukte. Zwei Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden an einer solchen Allergie. Sie ist in den letzten 30 Jahren aber immer verbreiteter geworden. Mittlerweile zählt sie zu den häufigsten berufsbedingten Allergien. Etwa zehn bis 17 Prozent des medizinischen Personals weisen eine Latexallergie auf.

Naturlatex wird aus dem Kautschukbaum gewonnen. Es dient unter anderem der Herstellung von Pflastern, Einmalhandschuhen, Kathetern, Kanülen und weiteren medizinischen Produkten. Latex findet man aber auch in Gebrauchsgegenständen des alltäglichen Lebens, beispielsweise in Schnullern, Gummibündchen der Kleidung, Luftballons, Kondomen oder Wärmflaschen.

Die Latexallergie lässt sich in zwei verschiedene Allergie-Typen einteilen: Die schnelle vom „Soforttyp“ (Typ 1) und die langsamere und vom „Spättyp“ (Typ 4). Bei der Typ-1-Latexallergie produziert der Körper sogenannte IgE-Antikörper gegen bestimmte Eiweiße im Naturlatex. Bei der Typ-4-Latexallergie sind Zusatzstoffe (Farbstoffe, Antioxidantien etc.) im Latex die Auslöser der Allergie. Die Typ-4-Allergie tritt meistens etwa zwölf Stunden nach Kontakt mit dem Latex auf. Sogenannte T-Lymphozyten des Immunsystems erkennen die Zusatzstoffe fälschlicherweise als gefährlich an und versuchen sie abzuwehren.

Latexallergie: Kondome

Einige Menschen reagieren allergisch auf Latexkondome. Da die Schleimhäute des Genitalbereichs besonders dünn und empfindlich sind, leiden besonders Frauen schnell unter einem Brennen und Jucken im Genitalbereich. Es gibt mittlerweile aber auch latexfreie Kondome.

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Latexallergie: Symptome

Die Symptome einer Latexallergie können stark variieren und sind unter anderem davon abhängig, wie die Allergene den Menschen erreichen:

Typ-1-Latexallergie

Bei dieser allergischen Reaktion treten an der Stelle, an der die Haut mit Latex in Berührung kam, meist sofort stark juckende Quaddeln auf. Die Haut ist stark gerötet. Die Veränderungen können sich auf den ganzen Körper ausbreiten.

Besonders bei den häufig in der Medizin verwendeten, gepuderten Latexhandschuhen, werden die Allergene beim Anziehen der Handschuhe aufgewirbelt und gelegentlich eingeatmet. Die Betroffenen leiden dann unter Reizhusten bis hin zur Atemnot. Die Augen tränen, die Nase läuft. Manchmal kann ein Asthma-Anfall ausgelöst werden.

Manchmal reagiert das Immunsystem so überschießend, dass das Kreislaufsystem des Körpers zusammenbricht. Der Blutdruck sinkt, die Bronchien ziehen sich zusammen. Die Betroffenen leiden unter starker Atemnot, Hustenreiz, Kreislaufproblemen bis hin zur Ohnmacht. In dem Fall spricht man von einem anaphylaktischen Schock. Er kann lebensgefährlich sein.

Typ-4-Latexallergie

Bei der Latexherstellung werden oftmals Zusatzstoffe hinzugefügt, die allergene Wirkung haben. Bei der Typ-4-Latexallergie treten meist erst nach mehr als zwölf Stunden Beschwerden auf. Die betroffene Hautstelle reagiert mit einer Rötung, Papeln- oder Bläschenbildung. Juckreiz kann hinzutreten. Man spricht auch von einem Kontaktekzem. Hält der Kontakt zu den Zusatzstoffen weiter an, kann das Ekzem chronisch werden. Die Hautstelle wird dicker, schuppig und rissig und ist anfälliger für Infektionen.

Auch in diesem Fall können sich die Hautveränderungen auf den ganzen Körper ausbreiten und ein anaphylaktischer Schock auftreten.

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Latexallergie: Ursachen und Risikofaktoren

Einerseits ist Naturlatex selbst eine allergene Substanz, andererseits beinhaltet das industriell hergestellte Latex viele Zusatzstoffe wie Antioxidantien oder Farbstoffe, die Allergien auslösen können.

Latex findet sich in vielen alltäglichen Gebrauchsgegenständen. Ein häufiger Kontakt führt mit der Zeit zu einer „Sensibilisierung“, das heißt, der Körper hat eine Immunabwehr gegen Latex oder seine Zusatzstoffe entwickelt. Wenn er dann erneut der allergenen Substanz ausgesetzt wird, reagiert das Immunsystem übermäßig.

Risikofaktoren

Medizinisches Personal ist Latex sehr häufig ausgesetzt. Daher ist die Latexallergie in dieser Berufsgruppe verbreitet. Kamen Menschen durch medizinische Eingriffe häufig mit Latex in Kontakt, haben auch sie ein erhöhtes Risiko, eine Latexallergie zu entwickeln. Wenn bereits eine Allergie oder eine andere Erkrankung mit einer überschießenden Immunreaktion wie bei Asthma oder Neurodermitis besteht, geht das mit einer erhöhten Neigung für eine Latexallergie einher.

Latex im Alltag meiden

Da der Latexgehalt in vielen Gebrauchsgegenständen nicht ausreichend gekennzeichnet wird, ist es nicht leicht, Latex im Alltag vollständig zu meiden. Besonders häufig beinhalten folgende Produkte Latex:

  • Kondome und Diaphragma
  • Matratzen
  • Klebstoffe
  • Luftballons
  • Schnuller und Nuckelflaschen-Aufsätze
  • Radier- und Kaugummis
  • Gummibänder (in Kleidung eingenäht)
  • Schuhe
  • Haushaltshandschuhe
  • Autoreifen

Kreuzallergien

Patienten, die an einer Latexallergie leiden, reagieren teilweise auch allergisch auf bestimmte Nahrungsmittel. Man spricht in diesen Fällen von einer Kreuzallergie. Banane, Kiwi, Feige oder Avocado sind häufige Auslöser. Aber auch bestimmte Pflanzen haben in vielen Fällen eine allergene Wirkung. Hierzu zählen der Maulbeerbaum, Gummibäume, Weihnachtssterne, Hanf oder Oleander.

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Latexallergie: Untersuchungen und Diagnose

Bei Verdacht auf eine Latexallergie sollte man sich an einen Arzt wenden. Dieser wird zunächst einige Fragen stellen, um das Risiko für eine Allergie abschätzen zu können.

  • Was sind Ihre Beschwerden?
  • Leiden Sie unter anderen Allergien?
  • Welchem Beruf gehen Sie nach?

Im Anschluss folgt eine genaue Untersuchung der betroffenen Hautstelle. Dem Arzt stehen schließlich einige Allergie-Tests zur Verfügung, mit deren Hilfe er eine Latexallergie diagnostizieren kann.

Video: Was passiert bei einer Latex-Allergie? Latex-Allergie: Symptome und Tipps (August 2020).

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