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Larva migrans cutanea und Hakenwurmkrankheit

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Bei Larva migrans cutanea (auch Hautmaulwurf, "creeping eruption") und der Hakenwurmkrankheit befallen Larven verschiedener Parasiten (meist Würmer) den Körper. Beim Hautmaulwurf bleiben sie in der Haut, wo sie sich langsam durchs Gewebe bohren. Die Gänge zeigen sich in einem charakteristischen Linienmuster auf der Haut. Bei der Hakenwurmkrankheit wandern die Erreger in die Lunge und den Darm. Hier lesen Sie alles Wichtige zu Larva migrans cutanea und Hakenwurmkrankheit.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. B76ArtikelübersichtLarva migrans cutanea und Hakenwurmkrankheit

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Larva migrans cutanea und Hakenwurmkrankheit: Beschreibung

Sowohl Larva migrans cutanea als auch die Hakenwurmkrankheit werden von Insektenlarven (meist Larven verschiedener Wurmarten) verursacht. Die Parasiten dringen über die Haut in den Körper ihres Wirts ein. Erst dort werden sie geschlechtsreif und pflanzen sich fort.

Die Parasiten sind hauptsächlich in den Tropen und Subtropen verbreitet. Die Zahl der Infizierten weltweit wird auf etwa eine Milliarde Menschen geschätzt. Auch Reisende in diesen Regionen stecken sich vergleichsweise häufig an, wenn sie beispielsweise am Strand mit verunreinigtem Kot in Berührung kommen.

Hakenwurmkrankheit

Die Hakenwurmkrankheit wird durch die Wurmarten Ancylostoma duodenale und Necator americanus verursacht. Erstgenannte kommt in Afrika und Asien vor, letztere auf dem amerikanischen Kontinent. Diese Hakenwurmarten sind an den Menschen angepasst und nutzen ihn als sogenannten Endwirt, in dem die Larven zu erwachsenen Würmern heranreifen.

Die Wurmlarven dringen in die Haut ein, wandern von dort aus aber schnell mit dem Lymph- beziehungsweise Blutfluss in die Lunge. Von dort aus gelangen sie über den Kehlkopf in den Rachen, werden verschluckt und erreichen schließlich den Darm. Dort wachsen sie innerhalb von fünf Wochen zu geschlechtsreifen Würmern heran. Sie saugen täglich etwa 0,2 ml Blut aus der Wand des Dünndarms. Bei starkem Befall verursachen sie eine Blutarmut.

Die weiblichen Würmer legen täglich bis zu 20.000 Eier, die mit dem menschlichen Stuhl ausgeschieden werden. Bei Temperaturen von mindestens 20 Grad Celsius reifen nach ein bis zwei Tagen im Boden Larven heran, die bis zu einem Monat in feucht-warmer Umgebung überleben und andere Menschen infizieren können.

Larva migrans cutanea (Hautmaulwurf)

„Larva migrans“ bedeutet zu Deutsch „wandernde Larve“. Damit weist bereits der Name der Krankheit auf das charakteristischste Symptom hin. Die Erkrankung äußert sich in deutlich erkennbaren, gewundenen, geröteten Linien auf der Haut. Diese entstehen, wenn die Parasiten Gänge in die Haut bohren, in denen sie sich fortbewegen.

Hautmaulwurf wird in der Regel von Hunde- oder Katzenhakenwürmern wie beispielsweise Ancylostoma brasiliense oder A. canium ausgelöst. Seltener sind andere Parasiten wie die Larven der Pferdebremsen, der afrikanischen Tumbufliegen oder des Zwergfadenwurms die Eindringlinge. Der Mensch ist für diese Parasiten allerdings ein Fehlwirt: Das bedeutet, die Erreger sind nicht an die Bedingungen im menschlichen Körper angepasst. Die Larven bleiben daher ausschließlich in der Haut und wandern nicht in die Lunge oder den Darm. Sie können sich auch nicht zu geschlechtsreifen Tieren entwickeln und sterben nach einigen Wochen bis Monaten ab.

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Larva migrans cutanea und Hakenwurmkrankheit: Symptome

Larva migrans cutanea und Hakenwurmkrankheit äußern sich oft bereits wenige Stunden nach Eindringen der Larven in Form von Hautrötungen und Juckreiz.

Hakenwurmkrankheit - Symptome

Die Larven des Hakenwurms wandern anschließend von der Haut in die Lunge und den Kehlkopf. Die Patienten klagen daher häufig über Husten- und Brechreiz, Heiserkeit oder Luftnot. Durch Verschlucken gelangen die Würmer in den Darm, wo sie Blut aus der Darmwand saugen. Bei massivem Befall entwickeln Infizierte eine Blutarmut (Eisenmangelanämie), die mit folgenden Symptomen einhergeht:

  • Leistungsabfall, Schwäche, Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Blässe
  • Haarausfall, brüchige Nägel

Zusätzlich verursachen die Hakenwürmer etwa ein bis vier Wochen nach der Infektion im Magen-Darm-Trakt folgende Beschwerden:

  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Blähungen
  • Blutig-schleimigen Durchfall
  • Appetitlosigkeit

Die Erkrankung kann zu einem starken Eiweißverlust führen. Dadurch steigt die Infektanfälligkeit und es können Wassereinlagerungen (Ödeme) entstehen.

Hautmaulwurf - Symptome

Die Larven der Parasiten können nicht tiefer in den menschlichen Körper eindringen. Deshalb bleiben die Beschwerden auf die Haut begrenzt. Dabei zeigt sich ein vielfältiges Bild an Bläschen, Erhebungen und (Papeln). Später beginnen die Larven in der Haut zu wandern und Gänge zu bilden. Von außen werden diese in Form geröteter, gewundener Linien sichtbar. Die Larven sitzen meistens ein bis zwei Zentimeter vor einem sichtbaren Gang und sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Sie wandern täglich bis zu drei Zentimeter und verursachen dabei einen starken, oft unerträglichen Juckreiz.

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Larva migrans cutanea und Hakenwurmkrankheit: Ursachen und Risikofaktoren

Verursacher der Hakenwurmkrankheit sind Wurmlarven, jene der Larva migrans cutanea Wurm- oder Fliegenlarven. Die Parasiten dringen zunächst in die Haut ein, häufig an den Füßen oder am Gesäß. Vor allem beim Barfußgehen, beim Liegen am Strand oder während der Arbeit in Reisfeldern infizieren sich Personen mit den Larven.

Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch oder von Tier zu Mensch ist nicht möglich. Die Infektion erfolgt in der Regel über Kontakt mit kontaminiertem Kot. Die Aufnahme von Hakenwürmern durch larvenhaltige Lebensmittel ist sehr selten, aber nicht ausgeschlossen.

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Larva migrans cutanea und Hakenwurmkrankheit: Untersuchungen und Diagnose

Um die Diagnose Larva migrans cutanea oder Hakenwurmkrankheit zu stellen, wird Ihr Arzt Sie zunächst nach der Krankengeschichte (Anamnese) befragen. Dabei stellt er Ihnen unter anderen folgende Fragen:

  • Waren Sie in letzter Zeit in den Tropen oder Subtropen?
  • Sind Sie im Urlaub viel barfuß gelaufen?
  • Lagen Sie häufig am Strand?
  • Seit wann haben Sie die Beschwerden?
  • An welcher Körperstelle trat das Jucken zuerst auf?

Anschließend untersucht Ihr Arzt Sie körperlich. Einen Hautmaulwurf erkennt er anhand der typischen Gänge in der Haut. Eine Hakenwurmkrankheit kann im Stuhl nachgewiesen werden. Darin befinden sich Wurmeier, die unter dem Mikroskop zu sehen sind. In einem Röntgenbild des Brustkorbs können eventuell Larven in der Lunge nachgewiesen werden.

Video: Larva migrans cutanea in a hairless primate (August 2020).

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