Krankheiten

Keuchhusten

Pin
Send
Share
Send
Send


Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der lifelikeinc.com und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

Mehr über die lifelikeinc.com-ExpertenKeuchhusten (Pertussis) ist eine akute Infektion der oberen Atemwege. Typische Symptome sind krampfartige Hustenanfälle und ein keuchendes Atemgeräusch beim anschließenden Luftholen. Keuchhusten kann Kinder und Erwachsene gleichermaßen treffen, äußert sich aber etwas unterschiedlich. Lesen Sie hier, wie ansteckend Keuchhusten ist, wie er behandelt wird und warum er gerade bei Erwachsenen oft unerkannt bleibt.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. A37ArtikelübersichtKeuchhusten

  • Symptome
  • Ansteckungsgefahr und Inkubationszeit
  • Keuchhusten bei Erwachsenen
  • Keuchhusten & Schwangerschaft
  • Ursachen
  • Untersuchungen
  • Behandlung
  • Impfung
  • Verlauf und Prognose

Kurzbeschreibung: Keuchhusten

  • Was ist Keuchhusten genau? Eine sehr ansteckende, bakterielle Infektion der oberen Atemwege.
  • Symptome: bellender, stakkatoartiger Husten mit keuchendem Luftholen nach den Attacken
  • Ansteckung: über Tröpfcheninfektion beim Niesen, Husten, Sprechen oder Küssen
  • Behandlung: Antibiotika, inhalieren, ausreichend trinken, schonen; Risikopatienten wie Säuglinge sollten im Krankenhaus behandelt werden.
  • Impfung: ab dem zweiten Lebensmonat; muss nach zehn bis spätestens 20 Jahren aufgefrischt werden
  • Prognose: Keuchhusten kann über mehrere Wochen oder Monate anhalten, heilt aber meist vollständig aus. Gefährliche Komplikationen sind vor allem bei kleinen Kindern möglich.
Zum Inhaltsverzeichnis

Keuchhusten - Symptome

Keuchhusten (medizinisch: Pertussis) verläuft bei Kindern typischerweise in drei Phasen:

Hat man sich angesteckt, ist es sehr wahrscheinlich, dass man zunächst gar nichts vom Keuchhusten merkt. Die Symptome sind in der sogenannten erkältungsartigen Phase noch unspezifisch und ähneln - daher der Name - denen einer Erkältung. Erst später zeigen sich typische Keuchhusten-Symptome. Klassischerweise verläuft eine Pertussis-Infektion in drei Stadien, die von jeweils anderen Symptomen begleitet werden.

1. Erkältungsphase (Stadium catarrhale): Sie dauert eine bis zwei Wochen. In diesem ersten Stadium sind die Keuchhusten-Symptome noch unspezifisch. Sie werden deshalb nur selten richtig gedeutet. Meist werden die Beschwerden für eine banale Erkältung gehalten. Keuchhusten-Symptome des ersten Stadiums sind:

  • Husten
  • Niesen
  • Halsschmerzen
  • laufende Nase

2. Anfallstadium (Stadium convulsivum): Dieses Stadium dauert bis zu sechs Wochen. Es zeigen sich hier die klassischen Anzeichen von Keuchhusten: krampfartige Hustenanfälle bis hin zu Atemnot (daher spricht der Voksmund auch von "Stickhusten"). Die Hustenattacken treten vor allem nachts aus. Nach einem Anfall atmen die Patienten mit einem juchzenden Geräusch ein. Es entsteht durch eine Verkrampfung des Kehlkopfs.

Ein Hustenanfall dauert oft Minuten an und kann sich bis zu 50 Mal am Tag wiederholen. Er erfolgt stakkatoartig und wird deshalb auch als Stakkato-Husten bezeichnet. Oft wird er begleitet von Erbrechen. Zumindest aber würgen viele Patienten zähen Schleim (Auswurf) hervor.

In diesem Krankheitsstadium haben die meisten Patienten auch keinen Appetit und können kaum oder gar nicht schlafen. Fieber tritt dagegen nur selten auf.

3. Erholungsstadium (Stadium decrementi): Diese letzte Krankheitsphase dauert bis zu zehn Wochen an. Während dieser Zeit werden die Hustenanfälle allmählich schwächer, und die Patienten fühlen sich bald wieder fitter.

  • Keuchhusten: „Lassen Sie sich impfen!“

    Drei Fragen an

    Michael Conder,
    Facharzt für Innere- und Allgemeinmedizin
  • 1

    Wie unterscheide ich Reiz- von Keuchhusten?

    Michael Conder

    Keuchhusten dauert viel länger als ein banaler Reizhusten - umgangssprachlich heißt er auch 100-Tage-Husten. Die Art des Hustens unterscheidet sich anfangs nicht. Erst nach circa drei Wochen tritt das zweite Stadium des Keuchhustens auf. Dann sind krampfartige Hustenanfälle mit oft keuchendem „nach Luft schnappen“ nach dem Hustenanfall typisch. Dieses Stadium dauert circa sechs Wochen. Anschließend klingt die Krankheit im dritten Stadium ab.

  • 2

    Kann ich etwas für die schnellere Genesung tun?

    Michael Conder

    Im frühen Krankheitsstadium behandelt man die Infektion mit Antibiotika. Das verhindert Komplikationen und auch, dass sich andere anstecken. Wird Keuchhusten zu spät entdeckt, werden nur noch die Symptome behandelt. Trinken Sie viel, etwa Bronchialtee. Saftiges Obst kann nach einem Anfall beruhigen. Essen Sie leichte Mahlzeiten, wenn Sie unter Würgereizen leiden. Und schaffen Sie kühle und feuchte Raumluft. Außerdem wichtig: Ruhe und körperliche Schonung.

  • 3

    Wenn ich geimpft bin, kann ich dann noch Keuchhusten kriegen?

    Michael Conder

    Ja, erkranken können Sie trotzdem, allerdings ist das deutlich seltener der Fall. Kommen Erwachsene oder Kinder ohne Impfung mit den Erregern in Kontakt, erkranken sie zu 80 Prozent daran. Keuchhusten ist also sehr ansteckend - und gerade für Säuglinge auch gefährlich. Es kann eine Notfallbehandlung nötig sein, damit es nicht zum Atemstillstand kommt. Also: Lassen Sie sich impfen!

  • Michael Conder,
    Facharzt für Innere- und Allgemeinmedizin

    Dr. Conder betreibt seine Privatpraxis in Ludwigshafen, er ist außerdem Dozent für Allgemeinmedizin an der Universität Heidelberg.

Keuchhusten bei Baby und Kleinkind

Je jünger ein Kind, desto gefährlicher ist Keuchhusten. Im ersten Lebensjahr haben Kinder noch keinen vollständigen Impfschutz aufgebaut. Deshalb verläuft Keuchhusten in diesem Alter oft schwerwiegend. Zudem können sich Babys und Kleinkinder nicht aufsetzen, um besser husten zu können.

Eine weitere Schwierigkeit: Säuglinge zeigen oft keine typischen Symptome. Keuchhusten-Anfälle sind bei ihnen oft nicht sehr stark und nicht stakkatoartig. Oft bemerkt man nur ein Piepsen oder ein gerötetes Gesichtchen. Im Vordergrund stehen dafür oft Atemaussetzer (Apnoen): Die Kleinen hören sekundenlang mit dem Atmen auf. Durch die Atemnot kann sich die Haut teilweise bläulich verfärben (Zyanose).

Weitere mögliche Komplikationen sind etwa Lungenentzündung, Mittelohrentzündung und Gehirnentzündung mit Krampfanfällen). Besonders anfällig für eine schwer verlaufende Keuchhusten-Erkrankung sind ungeimpfte Säuglinge unter sechs Monaten, Frühgeborene sowie Babys von sehr jungen Müttern.

Keuchhusten: Symptome bei Begleiterkrankungen

Zu den typischen Keuchhusten-Symptomen können sich weitere Beschwerden gesellen, wenn Patienten eine Begleiterkrankung entwickeln. Das passiert etwa bei einem Viertel aller Patienten. Der Grund ist meist, dass der Keuchhusten erst spät diagnostiziert und behandelt wird. Die Bakterien haben sich dann oft schon im Körper ausgebreitet. Mögliche Begleiterkrankungen sowie Folgesymptome bei Keuchhusten sind:

  • Mittelohr- und Lungenentzündung: Sie entstehen, wenn die Keuchhusten-Bakterien den Gehörgang hinauf oder in das Lungengewebe hinab wandern.
  • Rippenbruch und Leistenbruch: Sie werden durch besonders starke Hustenanfälle verursacht. Oft werden diese Brüche erst viel später erkannt, wenn beispielsweise beim Sport starke Schmerzen auftreten.
  • starker Gewichtsverlust: Dazu kommt es vor allem bei Kindern. Keuchhusten geht bei ihnen nämlich oft mit mangelndem Appetit einher.
  • Inkontinenz: Sie ist in erster Linie ein Problem von Kindern und älteren Menschen. Bei jedem Hustenanfall wird im Körper ein großer Druck aufgebaut. Dann kann unkontrolliert etwas Harn abgehen. Die Inkontinenz ist aber kein bleibendes Problem. Sie verschwindet wieder, sobald auch die Keuchhusten-Symptome abklingen.

Video: Keuchhusten bei Erwachsenen erkennen. Visite. NDR (August 2020).

Pin
Send
Share
Send
Send