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Kreuzallergie

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Bei einer Kreuzallergie handelt es sich um eine Nahrungsmittelallergie. Sie wird ausgelöst, weil die Betroffenen auf ähnliche Stoffe (z.B. Pollen, Gräser, Latex) ebenfalls allergisch reagieren. Die Symptome der Kreuzallergie beschränken sich oft auf den Mundbereich. Es können aber auch schwere allergische Reaktionen auftreten, die den gesamten Körper betreffen. Lesen Sie hier alles zum Thema Kreuzallergie, wann sie gefährlich ist und wie man sie vermeiden kann.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. L23J30ArtikelübersichtKreuzallergie

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Kreuzallergie: Beschreibung

Wenn Patienten mit einer Allergie auf Pollen, Gräser, Latex oder Staub plötzlich auch auf Nahrungsmittel allergisch reagieren, nennt man das Kreuzallergie.Häufig sind die Symptome dabei nur milde ausgeprägt. Dennoch können in einigen Fällen schwere Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel auftreten, die den gesamten Körper betreffen. Einige Nahrungsmittel lösen häufiger eine Kreuzallergie aus. Hierzu zählen Haselnüsse, Erdnüsse oder Sellerie. Tendenziell nimmt die Häufigkeit der Kreuzallergien in Deutschland zu.

Eine Überreaktion des Immunsystems

Bei einer Allergie richtet sich das Immunsystem gegen eigentlich ungefährliche Substanzen. Die Allergene können aus pflanzlichen oder tierischen Eiweißen bestehen und sind normalerweise harmlos. Bei einer Allergie erkennt das Abwehrsystem die Substanzen aber nicht als harmlos an und bekämpft sie. Die allergische Reaktion ist daher immer eine überschießende Abwehrreaktion.

Eine Krankheit, die durch eine überschießende Immunantwort ausgelöst wird, nennt man auch atopische Erkrankung. Viele Patienten mit Kreuzallergien leiden auch unter anderen atopischen Krankheiten wie Heuschnupfen, allergischem Asthma oder Neurodermitis.

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Kreuzallergie: Symptome

Häufig verläuft eine Kreuzallergie mild und ist auf eine bestimmte Körperregion begrenzt. Die Symptome der Kreuzallergie treten in der Regel wenige Minuten bis zu zwei Stunden nach der Nahrungsaufnahme auf.

Bei Erwachsenen, die an einer Kreuzallergie leiden, entsteht in der Mundschleimhaut meist nach oder bei der Nahrungsaufnahme eine sogenannte Urtikaria. Eine Urtikaria ist eine Ansammlung von Quaddeln auf der meist geröteten Haut. Die Mundschleimhaut brennt, juckt und die Zunge kribbelt. Die Symptome bezeichnet man auch als „orales Allergiesyndrom“. Weiterhin können folgende Beschwerden im Mundbereich auftreten:

  • Juckreiz: an Lippen, auf der Zunge, am Gaumen, an den Ohren, im Rachen
  • Schwellung der Mundschleimhaut
  • Hautrötungen an der Mundschleimhaut und um den Mund herum
  • Bläschenbildung vor allem an den Lippen

In seltenen Fällen kann die Kreuzallergie den gesamten Körper betreffen. Am häufigsten ist die Haut betroffen. Sie reagiert mit folgenden Symptomen:

  • Quaddelbildung am ganzen Körper mit Juckreiz (Nesselsucht)
  • plötzliche starke „teigige“ Schwellung der Haut, sogenannte Angioödeme
  • Flush-Symptomatik: plötzliche starke Rötung der Haut manchmal zusammen mit Juckreiz
  • Verschlechterung eines Ekzems bei Patienten mit Neurodermitis
  • Beschwerden des Magen-Darm-Traktes wie Erbrechen oder Durchfall
  • Atemnot
  • Kreislaufprobleme wie Schwindel und Blutdruckabfall
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Kreuzallergie: Ursachen und Risikofaktoren

Die Kreuzallergie wird durch Bestandteile der Nahrung ausgelöst. Das Immunsystem der Betroffenen wird zunächst „sensibel“ für manche Eiweiße von Pflanzen und Tieren und bildet bestimmte Antikörper. Beim nächsten Kontakt mit den speziellen Eiweißen reagiert das Immunsystem mittels der produzierten Antikörper mit einer Abwehrreaktion. Die Antikörper setzen sich auf ihre Oberfläche und versuchen die Eiweiße unschädlich zu machen. Je nachdem, wie stark das Immunsystem sensibilisiert wurde und wieviel Allergene der Betroffene aufgenommen hat, desto stärker fällt die Reaktion aus, ist lokal begrenzt oder betrifft den gesamten Körper.

Eiweiße ähneln sich

Bei der Kreuzallergie reagiert das Immunsystem nun auch auf Eiweiße, die den ursprünglichen Allergenen nur ähneln. Die Eiweiße können zum Beispiel miteinander verwandt sein, da sie vor vielen Jahrtausenden aus einem gemeinsamen Eiweiß entstanden sind. Da sie sich in ihrer Struktur ähneln, passen die gebildeten Antikörper auch auf ihre Oberfläche. So kommt es nicht nur zwischen Pollen und Nahrungsmitteln zu Kreuzallergien, sondern auch zwischen einzelnen Nahrungsmitteln wie Fischarten oder Krustentieren.

Ein körpereigener Botenstoff, der ebenfalls eine wichtige Rolle bei der allergischen Reaktion spielt, ist das Histamin. Histamin wird bei einer allergischen Reaktion vermehrt aus den sogenannten Mastzellen ausgeschüttet und löst verschiedene allergische Symptome aus. Bei Asthmatikern kann es zum Beispiel einen Asthmaanfall auslösen.

Jeder Mensch kann im Laufe seines Lebens eine Allergie und somit eine Kreuzallergie entwickeln. Es gibt allerdings einige Faktoren, die das Risiko an einer Allergie zu Erkrankung, erhöhen. Dazu zählen:

  • genetische Vorbelastungen
  • fettreiche Ernährung, Fast-Food, mit Farb- und Konservierungsstoffen belastetes Essen
  • Rauchen
  • Luftverschmutzung
  • übermäßige Hygiene
  • Nicht-Stillen bei Säuglingen

Kreuzallergie-Tabelle

Eine Kreuzallergie-Tabelle kann einen Überblick über die kreuzreagierenden Allergene schaffen.

Bekannte bzw. bestehende Allergie

Allergen

Kreuzallergie mit

Kreuzallergie „Birke“ („Birkenpollen-Nuss-Kernobst-Syndrom“)

Birkenpollen

Mohrrübe, Soja, Sellerie, Apfel, Haselnuss, frischem Steinobst, Kiwi

Kreuzallergie „Gräser“

Gräserpollen

Hülsenfrüchten (Erdnuss, Soja), Getreidemehl

Kreuzallergie „Beifuß“ („Sellerie-Karotten-Beifuß-Gewürz-Syndrom“)

Beifußpollen

Sellerie, Mohrrübe, Kartoffel, Gewürze (Anis, Curry, Zimt)

Kreuzallergie „Latex“ („Latex-Frucht-Syndrom“)

Latex

Avocado, Banane, Kiwi

Kreuzallergie „Hausstaubmilben“

Kot

Schalen-/Krustentiere

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Kreuzallergie: Untersuchungen und Diagnose

Bei Verdacht auf eine Kreuzallergie fragt der Arzt zunächst nach bekannten Allergien wie Heuschnupfen oder Hausstauballergien. Folgende Fragen könnten ebenfalls gestellt werden:

  • Ist bei Ihnen eine Allergie bekannt?
  • Wogegen sind Sie allergisch?
  • Ist Ihre Mundschleimhaut angeschwollen?
  • Hatten Sie Ausschlag?
  • Wann genau sind die Symptome aufgetreten?
  • Leiden Sie an Neurodermitis, allergischem Asthma oder Heuschnupfen?

Anschließend wird ein Prick-Test durchgeführt. Der Prick-Test ist ein Allergie-Test, bei dem die obere Hautschicht zunächst minimal angeritzt wird. Anschließend werden Allergen-Lösungen auf den angeritzten Hautstellen aufgetragen. Nach fünf bis 60 Minuten kann im Falle einer Allergie eine lokale Reaktion, zum Beispiel eine Hautrötung, auf das Allergen auftreten. Der Prick-Test ist dann positiv.

Als Alternative zum Prick-Test ist auch eine Antikörper-Bestimmung möglich. Dabei werden kreuzreaktive Antikörper im Blut des Patienten nachgewiesen.

Der orale Provokationstest wird nach einem positiven Prick-Test durchgeführt. Der Betroffene nimmt die verdächtigen Nahrungsmittel unter ärztlicher Beobachtung zu sich. Hierbei zeigt sich, wie der Körper des Patienten auf die zugeführten Allergene reagiert.

Video: Was tun bei einer Kreuzallergie? (August 2020).

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