Krankheiten

Karpaltunnelsyndrom

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Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für lifelikeinc.com ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Mehr Beiträge von Christiane FuxEin Karpaltunnelsyndrom entsteht durch einen Engpass im Sehnenfach des Handgelenks. Dadurch wird der mittlere Armnerv eingeklemmt, der verschiedene Bereiche der Hand versorgt. Die Hand schläft ein und die Patienten leiden unter Taubheitsgefühl, Missempfindungen, Schmerzen, später Lähmungen und Funktionsstörungen. Lesen Sie hier, was ein Karpaltunnelsyndrom genau ist, wie es entsteht und wie man es behandeln kann.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. G56ArtikelübersichtKarpaltunnelsyndrom

  • Beschreibung
  • Ursachen
  • Symptome
  • Diagnose
  • Behandlung
  • Prognose

Karpaltunnelsyndrom: Kurzübersicht

  • Beschreibung: verengter Karpaltunnel im Handgelenk übt Druck auf den mittleren Armnerv aus
  • Ursachen: langfristige Überlastung des Handgelenks, Veranlagung, Rheuma, Verletzungen, Wassereinlagerungen, Diabetes, Übergewicht, Nierenschwäche
  • Symptome: nächtliches Einschlafen der Hand, Missempfindungen, Schmerzen, später Funktionseinschränkungen, Lähmungen, verminderter Tastsinn
  • Diagnose: Abfragen typischer Symptome und möglicher Risikofaktoren, Funktions- und Schmerztests, Messung der Nervenleitgeschwindigkeit
  • Behandlung: nächtliches Ruhigstellen per Schiene, Kortisonbehandlung, gegebenenfalls operative Erweiterung des Karpaltunnels
  • Prognose: vollständige Heilung bei rechtzeitiger Therapie, irreversible Lähmungserscheinungen bei verzögertem Behandlungsbeginn möglich
Zum Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Karpaltunnelsyndrom?

Bei einem Karpaltunnelsyndrom ist ein wichtiges Sehnenfach, der sogenannte Karpaltunnel, im Handgelenk verengt. Er schnürt dann einen Nerv ein, der bestimmte Bereiche der Hand versorgt. Möglich Folgen sind Missempfindungen, Schmerzen und Lähmungserscheinungen.

  • „Nerven verzeihen keine Schäden“

    Drei Fragen an

    Prof. Dr. med. Dennis von Heimburg,
    Facharzt für Handchirurgie
  • 1

    Wer bekommt besonders leicht ein Karpaltunnelsyndrom?

    Prof. Dr. med. Dennis von Heimburg

    Theoretisch kann jeder ein Karpaltunnelsyndrom bekommen. Tatsächlich sind es aber überwiegend Frauen in fortgeschrittenem Alter, meist nach der Menopause. Denn der Nerv teilt sich einen Kanal mit Sehnen, Sehnengleitgewebe und Fettgewebe. Und das kann hormonell bedingt anschwellen. Der Nerv ist der schwächste Teilnehmer in dem Kanal und wird am ehesten gedrückt. Das verursacht dann die typischen Beschwerden, denen man auch dringend nachgehen sollte.

  • 2

    Woher weiß man, dass der Nerv nicht woanders eingeengt wird?

    Prof. Dr. med. Dennis von Heimburg

    Für die Diagnose ist es wichtig, was der Patient schildert. Zusätzlich schicke ich fast jeden Patienten zum Neurologen. Der misst die Nervenleitgeschwindigkeit und macht Nerventests und kann so feststellen, wo das Problem liegt. Der Nerv kann beispielsweise auch an der Schulter eingeklemmt sein - das ist aber viel schwerer zu behandeln als das Karpaltunnelsyndrom. Da sind die Patienten nach der Behandlung oft beschwerdefrei.

  • 3

    Muss ein Karpaltunnelsyndrom immer operiert werden?

    Prof. Dr. med. Dennis von Heimburg

    Es gibt auch konservative Methoden, etwa die Hand nachts ruhigzustellen oder Kortison zu nehmen. Langfristig hilft aber nur eine OP. Es gibt Patienten, die berichten von einer Besserung ohne Behandlung - meist ist das aber kein gutes Zeichen. Der Nerv macht weniger Beschwerden, weil er noch schlechter leitet. Darum mein Rat: Lassen Sie sich lieber früher als später vom Neurologen checken und anschließend operativ behandeln. Nerven verzeihen keine Schäden!

  • Prof. Dr. med. Dennis von Heimburg,
    Facharzt für Handchirurgie

    Prof. von Heimburg ist zusätzlich Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Er praktiziert in seiner Praxisklinik Kaiserplatz in Frankfurt am Main.

Der Karpaltunnel wird von den Handwurzelknochen und einem stabilisierenden Bindegewebsband gebildet. In seiner Mitte laufen einige Handsehnen sowie der mittlere Armnerv (Nervus medianus). Dieser verläuft von der Schulter über den Ober- und den Unterarm. Neben zwei weiteren Nerven steuert er die Muskelbewegungen und ermöglicht den Tastsinn der Hand.

Lage des KarpaltunnelsBeim Karpaltunnelsyndrom gerät der Mittelarmnerv unter Druck und kann dauerhaft geschädigt werden.

Engpass im Handgelenk

Verengt sich der Tunnel, wird der Nerv durch den Druck belastet und gereizt. Dann tauchen die typischen Beschwerden eines Karpaltunnelsyndroms auf wie Taubheitsgefühle, Schmerzen später sogar Lähmungserscheinungen.

Problematisch ist, dass erste Anzeichen eines Karpaltunnelsyndroms wie nächtliches Einschlafen der Hände, Kribbeln und leichte Missempfindungen oft nicht ernstgenommen werden. Manche Betroffenen gehen erst dann zum Arzt, wenn bereits bleibende Schäden entstanden sind.

Video: Karpaltunnelsyndrom: Viele Fehldiagnosen. Visite. NDR (August 2020).

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