Krankheiten

„Pille danach“ - rezeptfrei erhältlich

Pin
Send
Share
Send
Send


Jetzt ist alles anders: Seit dem 16. März 2015 ist die „Pille danach“ auch in Deutschland rezept-frei erhältlich. Bisher war sie in Deutschland, anders als in vielen anderen europäischen Ländern, verschreibungspflichtig.

Nach über 30 Jahren „Pille danach“ hat der Bundes-rat am 6. März einer Änderung der bisherigen Regelung zuge-stimmt und am 13. März trat sie mit der Veröffent-lichung im Bundes-anzeiger in Kraft.

Erste Notfallpille vor 30 Jahren

Schon 1985 kam eine Notfallpille in Deutschland auf den Markt. Seit dem ist die „Pille danach“ verschreibungspflichtig gewesen. Doch das ärztliche Rezept musste erst einmal besorgt werden. Und das, obwohl es gerade hier um jede Stunde geht, und jeder Zeitverlust die Wirksamkeit mindert bei der „Pille danach“. Wochen-ende, Sonn- und Feiertage oder Nächte sind die Zeiten, in denen die Pannen meist passieren. In diesen Zeiten verbrachten Frauen oft wertvolle Zeit damit, zu Notfallpraxen und Krankenhäusern zu fahren und Warte-zeiten in Kauf zu nehmen, bevor sie mit dem Rezept endlich eine Apotheke aufsuchen konnten.

Eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) ergab, dass rund 13 Prozent der deutschen Frauen schon einmal die Pille danach genommen haben. Mit der Rezeptfreiheit der „Pille danach“ sollen nun mehr Frauen nach einer Panne schneller verhüten können.

„Pille danach“ - Apotheke vor Ort

Die „Pille danach“ ohne Rezept in der Apotheke zu kaufen, dass ist jetzt zwar möglich, aber nur in der Apotheke am Ort. Denn Sinn der Sache ist, das Mittel nach einer Verhütungs-panne möglichst schnell einzunehmen, was bei einem Postversand- über Internetapotheken kaum möglich ist. Außerdem ist nach wie vor eine persönliche Beratung vorgesehen, gerade wegen der wichtigen Einnahmezeit und der möglichen Nebenwirkungen. Dies wird nun verstärkt die Aufgabe des Apothekers sein.

„Pille danach“ - Rezept hatte Schutzfunktion

Dass die „Pille danach“ rezeptpflichtig war, hatte auch etwas Gutes, nämlich die Beratung durch den Arzt. Die Befürchtung vieler Haus- und Frauenärzte war und ist: Wenn die „Pille danach“ rezeptfrei erhältlich ist, setzen sich zu viele Frauen unnötig den möglichen Nebenwirkungen, wie Kopfschmerzen, Erbrechen, Übelkeit und Zwischenblutungen aus, weil sie die Pille aus einem falschen Verständnis auch dann nehmen, wenn sie noch nicht oder nicht mehr wirken kann.

Denn die Notfall-Pille ist nur während der fruchtbaren Tage der Frauen sinnvoll. Wer zum Beispiel erst fünf Tage nach der Panne reagiert, soll die „Pille danach“ gar nicht mehr einnehmen.

Pin
Send
Share
Send
Send