Krankheiten

Kontaktallergie

Pin
Send
Share
Send
Send


Bei einer Kontaktallergie (allergische Kontaktdermatitis, allergisches Kontaktekzem) reagiert die Haut der Betroffenen allergisch auf bestimmte Substanzen, die mit ihr in Berührung kommen. Sie ist an den betroffenen Stellen gerötet, juckt, nässt und es können sich Bläschen bilden. Bestimmte Salben können die Beschwerden vermindern. Lesen Sie alles über die Symptomen und die Behandlung einer Kontaktallergie.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. L23ArtikelübersichtKontaktallergie

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Kontaktallergie: Beschreibung

Bei der Kontaktallergie handelt es sich um eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf eine bestimmte Substanz, mit der die Haut in Berührung gekommen ist. Die betroffenen Hautstellen reagieren allergisch, sie entzünden sich und jucken.

Die Kontaktallergie ist relativ häufig. Über ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland reagiert auf mindestens eine Substanz nach Hautkontakt allergisch.

Bei einer Allergie richtet sich das körpereigenen Abwehrsystem gegen Substanzen, die eigentlich ungefährlich sind. Diese Substanzen nennt man in dem Fall Allergene. Sie bestehen aus pflanzlichen oder tierischen Eiweißen, aber auch aus anorganischen Stoffen wie Metallen, und sind normalerweise harmlos. Wenn das Immunsystem sie dennoch bekämpft, spricht man von einer allergischen Reaktion.

Bei der Kontaktallergie handelt es sich um eine sogenannte Allergie vom späten Typ. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass die Symptome erst 24 Stunden bis drei Tage nach Kontakt mit dem Allergen auftreten. Verantwortlich für die Reaktion sind bestimmte Zellen des Abwehrsystems. Diese sogenannten T-Zellen schütten bei Kontakt mit dem Allergen Botenstoffe aus, die zu einer Entzündungsreaktion führen. Die Entzündungsreaktion ist dann die sichtbare Hautveränderung.

Nickel ist das am meisten verbreitete Kontaktallergen. Aber auch andere Metalle, Pflanzen oder Duftstoffe können eine Kontaktallergie auslösen.

Zum Inhaltsverzeichnis

Kontaktallergie: Symptome

Eine Kontaktallergie äußert sich in Veränderungen an der Haut, die etwa ein bis drei Tage nach Hautkontakt mit dem Allergen auftreten. An den Stellen, an denen die Haut mit der allergenen Substanz in Berührung kam, können sich folgende Symptome zeigen:

  • Hautrötung (Erythem)
  • Schwellung (Angioödem)
  • nässende Bläschen
  • Quaddelbildung
  • Krusten- oder Schuppenbildung
  • Juckreiz oder Brennen

Wenn der Hautkontakt länger besteht, bildet sich ein chronisches Kontaktekzem aus. Die Haut wird gröber, verhornt und bildet Rillen (Lichenifikation).

Zum Inhaltsverzeichnis

Kontaktallergie: Ursachen und Risikofaktoren

Jede Substanz, die in der Umwelt vorkommt, kann theoretisch eine Kontaktallergie hervorrufen. Besonders häufige Allergene sind aber:

  • Metalle (z. B. Nickel in Schmuck, Reißverschlüssen, Knöpfen)
  • Duftstoffe (z. B. in Parfümen, Seifen, Kosmetika)
  • Konservierungsstoffe
  • Pflanzen (z. B. Kamille, Beifuß, Arnika)
  • ätherische Öle (z. B. Zitronen- oder Pfefferminzöl)
  • Reinigungsmittel (z. B. Weichmacher)
  • Latex (z. B. als Latexhandschuhe)

Einige Faktoren können das Risiko, an einer Allergie zu erkranken, erhöhen. Eine genetische Vorbelastung, Umweltschadstoffe, fettreiche Nahrung, Rauchen und Alkohol, aber auch eine übermäßige Hygiene können die Entstehung einer Allergie fördern.

Zum Inhaltsverzeichnis

Kontaktallergie: Untersuchungen und Diagnose

Um die Diagnose der Kontaktallergie zu stellen, befragt der Arzt den Patienten zunächst ausführlich zu seiner Krankheitsgeschichte (Anamnese):

  • Wann sind die Beschwerden erstmals aufgetreten?
  • Sind die Symptome auf eine Hautstelle begrenzt?
  • Gibt es etwas, dass die Beschwerden lindert, zum Beispiel, wenn Sie bestimmte Kleidungsstücke oder Schmuck vermeiden?
  • Sind bereits Allergien bekannt?

Nachdem der Arzt die entsprechenden Hautstellen genauer untersucht hat, wird er einen Epikutantest (Patch-Test) durchführen. Dabei wird eine Probe der in Frage kommenden allergenen Substanzen auf dem Rücken des Patienten aufgetragen und mit Pflastern abgedeckt. Nach ein bis zwei Tagen entfernt man die Pflaster. Der Arzt beurteilt im Anschluss die örtliche Reaktion auf die verschiedenen Substanzen. Wenn eine Hautrötung entstanden ist oder sich Quaddeln gebildet haben, spricht das für eine allergische Reaktion gegen diese Substanz.

Toxische Kontaktdermatitis

Im Gegensatz zur allergischen Kontaktdermatitis entstehen die Hautveränderungen bei der toxischen Kontaktdermatitis nicht durch eine allergische Reaktion, sondern durch giftige Substanzen wie Säuren oder Laugen. Reinigungsmittel können zum Beispiel eine toxische Kontaktdermatitis an den Händen auslösen. Die Hautveränderungen ähneln aber sehr stark einer allergischen Reaktion.

Video: Wie erkennt man eine Kontaktallergie? (August 2020).

Pin
Send
Share
Send
Send