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Kephalhämatom

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Das Kephalhämatom (auch Cephalhämatom oder Kopfblutgeschwulst) ist eine Blutansammlung am Kopf eines Neugeborenen. Es kann vor allem bei schwierigen Geburten und einem engen Geburtskanal entstehen. Das Kephalhämatom ist nach der Geburt am Kopf des Neugeborenen zunächst meist als schlaffe, später als pralle Geschwulst tastbar. In der Regel verschwindet es innerhalb einiger Wochen von allein wieder. Lesen Sie hier alles über das Kephalhämatom!

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. P12ArtikelübersichtKephalhämatom

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Kephalhämatom: Beschreibung

Das Wort Kephalhämatom beschreibt eine Blutansammlung im Kopf eines Neugeborenen. „Kephal“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „dem Kopf zugehörig“. Als Hämatom bezeichnen Mediziner einen Bluterguss beziehungsweise eine kompakte Blutansammlung im Gewebe. Das Kephalhämatom bildet sich bei der natürlichen Geburt durch Zerreißung kleiner Blutgefäße zwischen dem äußeren Schädelknochen und seiner Knochenhaut (Periost), wenn der kindliche Kopf im Geburtskanal großen tangentialen Kräften (Scherkräften) ausgesetzt ist.

Der Schädelaufbau bei Neugeborenen

Der Schädel des Neugeborenen ist noch weich und verformbar. Außen sitzt die sogenannte Kopfschwarte. Dazu zählt die Kopfhaut mit ihren Haaren und dem Unterhautfettgewebe, sowie die haubenartige Muskel-Sehnen-Platte (Galea aponeurotica). Darunter liegt der Schädelknochen, der aus mehreren Teilen besteht, die beim Neugeborenen noch nicht fest miteinander verwachsen sind. Den Schädelknochen überzieht auf seiner Innen- wie Außenseite die sogenannte Knochenhaut (Periost), die den Knochen schützt und ernährt.

Das Kephalhämatom bildet sich außen zwischen Periost und Knochen. Es wird von den Rändern des Schädelknochens begrenzt. Dadurch lässt es sich gut von einer anderen typischen Kopfschwellung beim Neugeborenen unterscheiden, der sogenannten Geburtsgeschwulst, einer teigig-weichen Schwellung unter der Kopfschwarte, die die Grenzen der einzelnen Schädelknochen überschreitet.

Kephalhämatom: Vorkommen

Laut medizinischer Fachliteratur tritt bei einer bis zwei Geburten von 100 ein Kephalhämatom auf. Es ist möglich, dass gleichzeitig der Schädelknochen unvollständig gebrochen (angebrochen) ist,man nennt das “Infraktion“.

Vor allem Zangengeburten (Forcepsentbindungen) oder Saugglockenentbindungen (Vakuumextraktionen) werden mit der Entstehung eines Kephalhämatoms in Verbindung gebracht. Dabei werden entweder sogenannte Zangenlöffel oder eine Saugglocke am Kopf des Kindes angebracht und so die Geburt erleichtert.

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Kephalhämatom: Symptome

Ein Kephalhämatom macht sich oft gleich nach der Geburt zunächst als weich-teigige, später als zunehmend prall-elastische und meist nur einseitig bestehende Schwellung am Kopf des Neugeborenen bemerkbar. Am häufigsten entsteht es an einem der beiden Scheitelbeine (Os parietale), das die Ober- und Hinterseite des knöchernen Hirnschädels formt.

Das Kephalhämatom hat eine halbkugelige Form und kann bis auf die Größe eines Hühnereis anwachsen. Da die Knochenhaut besonders schmerzempfindlich ist, kann das Neugeborene unruhiger sein und mehr weinen, vor allem, wenn von außen Druck auf das Kephalhämatom einwirkt. Bei großen oder (selten!) mehreren Kephalhämatomen kann der Blutverlust aus dem Kreislauf des Neugeborenen so groß sein, dass eine Blutarmut (Anämie) oder ein Volumenmangel bis hin zum Kreislaufschock entsteht.

Bildet sich ein Kephalhämatom nicht zurück oder ist sehr groß, kann dies ein Hinweis auf eine gestörte Blutgerinnung des Neugeborenen sein.

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Kephalhämatom: Ursachen und Risikofaktoren

Der Grund für die Entstehung eines Kephalhämatoms sind Scherkräfte, die in der Enge des Geburtskanals auf den Kopf des Neugeborenen wirken. Durch diese Kräfte verschieben sich die Weichteile des Kopfes und die Knochenhaut kann vom Knochen abgeschert werden. Unter der Knochenhaut gelegene Gefäße reißen dabei ein und beginnen zu bluten. Da die Knochenhaut gut durchblutet ist, kann die Blutung relativ stark sein. Ist der Raum zwischen der wenig dehnbaren Knochenhaut und dem Knochen gefüllt (Anzeichen: prallelastische Schwellung), kommt die Blutung zum Stillstand.

Kephalhämatom: Risikofaktoren

Als Risikofaktoren für die Entstehung eines Kephalhämatoms gelten vor allem die Saugglockengeburt und die Zangengeburt. Aber auch ein besonders schneller Durchtritt des kindlichen Kopfes durch das mütterliche Becken oder ein sehr enger Geburtskanal können ähnliche Scherkräfte verursachen und so zu einem Kephalhämatom führen. Ein weiterer Risikofaktor ist die sogenannte Hinterhauptslage oder Scheitelbeinstellung. Dabei liegt der kindliche Kopf nicht regelrecht mit der Stirn voran im Beckeneingang der Mutter, sodass der Eintritt in den Geburtskanal erschwert sein kann.

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Kephalhämatom: Untersuchungen und Diagnose

Oft wird das Kephalhämatom bereits von der Hebamme oder dem Kinderarzt (Pädiater) kurz nach der Geburt entdeckt. Es kann aber sein, dass das Hämatom zunächst durch die sehr häufige sogenannte Geburtsschwellung am Kopf des Neugeborenen überlagert wird und erst nach deren Rückgang nach einigen Tagen auffällt. Hebamme oder Kinderarzt sind auch dann Ihre Ansprechpartner. Fragen des Arztes beim einleitenden Gespräch (Anamneseerhebung) könnten sein:

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