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Kawasaki-Syndrom

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Das Kawasaki-Syndrom ist eine Entzündung der Gefäße, die meist Kinder zwischen zwei und fünf Jahren betrifft. Unbehandelt werden in fast einem Drittel der Fälle die Herzkranzgefäße schwer geschädigt, was zu einem Herzinfarkt, einer Blutung und letztendlich zum Tod führen kann. Erkennt und behandelt man das Kawasaki-Syndrom allerdings rechtzeitig, liegt die Überlebenschance dagegen bei 99,5 Prozent. Lesen Sie hier alles über Symptome und Behandlung beim Kawasaki-Syndrom.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. M30ArtikelübersichtKawasaki-Syndrom

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Kawasaki-Syndrom: Beschreibung

Das Kawasaki-Syndrom ist eine akute entzündliche Erkrankung der kleinen und mittelgroßen Blutgefäße und kann den ganzen Körper und alle Organe betreffen. Deshalb kann sich die Krankheit hinter einer Vielzahl von Symptomen verstecken.

Kinderärzte zählen das Kawasaki-Syndrom zu den rheumatischen Erkrankungen im weiteren Sinne. Genauer gesagt gehört es zu den Vaskulitiden (Gefäßentzündungen). Ein anderer Name für das Kawasaki-Syndrom ist auch das „mukokutane Lymphknotensyndrom“.

Das Kawasaki-Syndrom hat seinen Namen von dem Japaner Kawasaki, der die Krankheit 1967 erstmals definierte. Er beschrieb Fälle von Kindern, die über mehrere Tage unter hohem Fieber litten, welches nicht zu senken war, und einen schwer kranken Eindruck machten.

In den meisten Fällen sind es kleine Kinder, bei denen das Kawasaki-Syndrom auftritt. Es ist nicht genau bekannt, warum es zu der Entzündung kommt. Man vermutet, dass es sich um eine Überreaktion des Immunsystems handelt, welches zu einem früheren Zeitpunkt durch Krankheitserreger aktiviert wurde. Bei der Gefäßentzündung des Kawasaki-Syndroms kommt es zu einer Entzündungsreaktion, ohne dass Krankheitserreger die Gefäßwand angreifen. Diese Entzündung zeigt sich an verschiedenen Stellen am Körper, besonders gefährdet ist allerdings das Herz.

Gefahren des Kawasaki-Syndroms

Die Entzündung der Herzkranzgefäße kann die Gefäßwand schädigen. Kommt es zu einer Blutung oder einer Verstopfung der Gefäße, drohen schwere Konsequenzen für den Patienten. Eine intensive medizinische Überwachung ist unverzichtbar, um mögliche Komplikationen früh zu erkennen. Selbst Jahre nach der Erkrankung ist ein Herzinfarkt aufgrund der Schädigung der Herzkranzarterien durch das Kawasaki-Syndrom noch möglich. Erwachsene, die als Kind am Kawasaki-Syndrom litten, können also auch noch Jahre nach der Erkrankung durch schwere Komplikationen am Herzen in Lebensgefahr schweben.

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Kawasaki-Syndrom: Symptome

Das Kawasaki-Syndrom kann sich hinter einer Vielzahl von Symptomen verbergen. Denn die Krankheit kann im Prinzip fast jedes Organ betreffen. Dennoch gibt es fünf Hauptsymptome, die sehr typisch sind und in ihrer Kombination immer an ein Kawasaki-Syndrom denken lassen sollten.

  • In allen Fällen kommt es für mehr als fünf Tage zu Fieber über 39°C. Besonders an diesem Fieber ist, dass keine Ursache festgestellt werden kann. Oft sind Bakterien oder Viren Auslöser von Fieber, beim Kawasaki-Syndrom kann jedoch kein Erreger gefunden werden. Auch eine Antibiotikatherapie kann das Fieber nicht senken.
  • Die Mundschleimhaut, die Zunge und die Lippen sind bei 90 Prozent der Erkrankten hochrot. Mediziner sprechen bei diesen Symptomen von Lacklippen und einer Erdbeer- oder Himbeerzunge.
  • In 80 Prozent der Fälle kommt es zu einem Hautausschlag auf Brust, Bauch und Rücken. Dieser kann sehr unterschiedlich aussehen und an Scharlach oder Masern erinnern. Außerdem kommt es zu einem Hautausschlag auf der Handinnenfläche und der Fußsohle. Nach zwei bis drei Wochen beginnt sich die Haut an Fingern und Zehen zu schuppen. Das Abpellen der Haut ist ein sehr spätes Zeichen des Kawasaki-Syndroms.
  • sehr häufig tritt eine beidseitige Bindehautentzündung (Konjunktivitis) auf. Beide Augen sind gerötet und kleine rote Gefäße im Augenweiß zu erkennen. Bei einem Kawasaki-Syndrom kommt es nicht zur Eiterbildung, da keine Bakterien an der Entzündung beteiligt sind. Eine eitrige Bindehautentzündung würde daher gegen das Kawasaki-Syndrom sprechen.
  • Bei etwa zwei Drittel der Patienten sind die Lymphknoten am Hals geschwollen. Das ist oft ein Zeichen, dass eine Entzündungsreaktion im Körper stattfindet, und das Immunsystem aktiviert ist.

Den betroffenen Kindern sieht man schnell an, dass sie schwer krank sind. Sie sind schlapp, wenig aktiv, und in einem schlechten Zustand. Bei Kawasaki-Syndrom können alle Organe im Körper betroffen sein, sodass sich die Krankheit hinter einer Vielzahl von Symptomen verstecken kann. So kann es zusätzlich zu den oben genannten Punkten auch zu Gelenkschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schmerzen beim Wasserlassen oder Brustschmerzen kommen.

Die weitaus gefährlichste Komplikation ist die Entzündung der Herzgefäße. Kommt es zu einer Minderversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff oder einem Herzinfarkt, können typische Symptome wie Brustschmerz mit Ausstrahlung in den Arm, ein Engegefühl in der Brust und Atemnot auftreten. Eine intensive Überwachung des Herzens ist daher in jedem Fall notwendig, um schwere Komplikationen rechtzeitig zu erkennen.

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Kawasaki-Syndrom: Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen des Kawasaki-Syndroms sind weitgehend ungeklärt. Forscher vermuten, dass eine Überreaktion des körpereigenen Abwehrsystems dahinter steckt. Dabei wird eine Entzündungsreaktion in den Blutgefäßen ausgelöst und die Gefäßwand geschädigt. Auch eine genetische Komponente soll eine Rolle spielen. Manche Experten gehen dagegen eher davon aus, dass die Zellen der Blutgefäße selbst überreagieren und die Entzündung auf diese Weise entsteht.

In Deutschland erkranken neun von 10.000 Kindern jährlich am Kawasaki-Syndrom. In Japan ist die Erkrankungsrate mehr als 20-mal höher. Die Ursache dafür ist nicht bekannt. Vier von fünf Erkrankten sind Kinder zwischen zwei und fünf Jahren. Jungen sind häufiger vom Kawasaki-Syndrom betroffen als Mädchen.

Neben einer gewissen genetischen Veranlagung sind keine weiteren Risikofaktoren bekannt. Auf die mögliche genetische Komponente stieß man, weil Geschwisterkinder eines Kawasaki-Syndrom Patienten häufiger selbst an einem Kawasaki-Syndrom erkranken.

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Kawasaki-Syndrom: Untersuchungen und Diagnose

Die Diagnose des Kawasaki-Syndroms wird vor allem klinisch gestellt. Spezifische Tests gibt es für die Krankheit nicht. Der Arzt sollte an das Kawasaki-Syndrom denken, wenn vier der oben ausführlicher beschriebenen fünf Symptome vorliegen.

  • Fieber
  • Hautausschlag
  • Mundschleimhautrötung
  • Bindehautentzündung
  • Lymphknotenschwellung

Bei Verdacht auf Kawasaki-Syndrom sollte das Herz genau untersucht werden. Besonders ein Elektrokardiogramm (EKG) und ein Herzultraschall sind notwendig, um mögliche Schäden am Herzmuskel früh zu erkennen. Wenn bei einem Kind ein mehrtägiges Fieber auftritt und der Arzt keine Ursache für die Temperaturerhöhung finden kann, sollte er immer auch an ein Kawasaki-Syndrom denken.

Auch im Blut gibt es einige Anzeichen, die dem behandelnden Arzt bei der Diagnosestellung helfen können. Die sogenannten Entzündungswerte (Leukozyten, C-reaktives Protein, und die Blutsenkungsgeschwindigkeit) sind erhöht und weisen auf einen entzündlichen Prozess hin. Im Blut werden keine Bakterien oder Viren nachgewiesen, andernfalls bestünde eher der Verdacht auf eine Blutvergiftung (Sepsis).

Bei der Verdachtsdiagnose Kawasaki-Syndrom sollten auch die anderen Organe untersucht werden. Besonders hilfreich ist hierbei die Ultraschalltechnik, da man mit dieser alle Organe des Bauchraums gut darstellen kann.

Video: Kawasaki Syndrom (August 2020).

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