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Japanische Enzephalitis

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Die Japanische Enzephalitis ist im asiatischen Raum die bedeutendste Virusinfektion des Gehirns. Sie wird durch den Japanische-Enzephalitis-Virus ausgelöst. Bisher gibt es keine wirksamen Medikamente gegen die Krankheit. Impfung ist daher neben einem wirksamen Schutz vor den Mückenstichen die beste Vorbeugung. Lesen Sie hier alles Wichtige rund um die Japanische Enzephalitis, ihre Symptome und die vorbeugenden Maßnahmen.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. A83G04ArtikelübersichtJapanische Enzephalitis

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Japanische Enzephalitis: Beschreibung

Die Japanische Enzephalitis ist eine Entzündung des Gehirns, die durch ein Virus ausgelöst wird. Jährlich erkranken circa 50.000 Menschen an der Japanischen Enzephalitis, ungefähr 15.000 Menschen sterben an den Folgen. Eine Impfung ist die beste Vorbeugung gegen die Erkrankung.

Über die Hälfte der Weltbevölkerung ist ständig der Gefahr einer Infektion mit dem Japanische-Enzephalitis-Virus ausgesetzt. Dies betrifft somit über vier Milliarden Menschen in 25 Ländern.

Ist das zentrale Nervensystem (Gehirn oder Rückenmark) von dem Japanische-Enzephalitis-Virus betroffen, dann ist die Sterblichkeit sehr hoch. Ein bedeutender Teil der erkrankten Patienten erleidet zudem neurologische Folgeschäden. Nicht jeder Infizierte entwickelt allerdings die Japanische Enzephalitis. Nur einer von 25 bis 100 Infizierten wird auch tatsächlich krank. In den milderen Fällen geht die Infektion oft unbemerkt mit nur leichten Symptomen vorüber.

Besonders betroffen sind Kinder und ältere Menschen. In endemischen Gebieten sind vor allem die Drei- bis Sechsjährigen betroffen. Bei unter Dreijährigen tritt die Krankheit selten auf.

Japanische Enzephalitis: Vorkommen und Risikogebiete

Die Japanische Enzephalitis kommt vor allem im südasiatischen Raum vor. Der Japanische-Enzephalitis-Virus breitet sich aber immer mehr aus. Inzwischen ist das Virus auch im Norden Australiens aufgetaucht. Ursache dafür sind vermutlich der Vogelzug, zunehmende Bewässerung, Tierschmuggel und globale Erderwärmung.

Epidemien betrafen in der Vergangenheit vor allem Südostasien und Indien. Trotz Impfung - die Japanische Enzephalitis bleibt die häufigste Virusinfektion des Gehirns im asiatischen Raum. Ungefähr alle zehn Jahre tritt sie in Form von Epidemien auf.

In der nördlichen, gemäßigten Klimaregion kommt es vor allem zwischen Mai und Oktober zu Ausbrüchen ( u.a. Japan, Taiwan, China, Korea, Nordvietnam, Nordthailand, Bangladesch, Nord- und Zentralburma, Nepal, maritimes Sibirien und nördliches Indien). In den südlichen, tropischen Regionen (u.a. Südvietnam, Südthailand, Indonesien, Malaysia, Philippinen, Sri Lanka und südliches Indien) kommt die Infektion das ganze Jahr relativ gleichmäßig vor. Ein Höhepunkt der Infektionsrate besteht dort vor allem zu Beginn der Regensaison, die von Mai bis Oktober dauert.

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Japanische Enzephalitis: Symptome

Bei Kindern und älteren Menschen zeigt sich die Erkrankung zumeist besonders deutlich. Oft verläuft die Krankheit jedoch so milde, dass sie übersehen wird.

Ungefähr 5 bis 15 Tage nach der Infektion durch einen Mückenstich treten die ersten Symptome der Japanischen Enzephalitis auf. Zuerst vermehrt sich das Virus in der Haut und den Lymphknoten. Verschiedenste Gewebe wie Muskel- oder Drüsengewebe können zusätzlich betroffen sein. In diesem Stadium sind die Symptome ähnlich einer Grippe. Vor allem bei Kindern sind zusätzlich Magen-Darm-Beschwerden häufig.

Nach zwei bis vier weiteren Tagen entwickeln sich neurologische Symptome. Dies ist der Zeitpunkt, zu dem das Virus das Gehirn erreicht. Das Bewusstsein kann bis hin zu komatösen Zuständen massiv gestört sein. Es kann zu Lähmungen und Krämpfen kommen. Die Japanische-Enzephalitis kann durch Zittern, Muskelsteifigkeit und Gangstörungen einer Parkinson-Erkrankung ähneln. Auch Symptome einer Hirnhautentzündung sind häufig. Die Symptome treten in Abhängigkeit vom betroffenem Gehirnbereich auf.

Besonders schwerwiegend ist die Entzündung im Hirnstamm. Von dort aus werden lebenswichtige Funktionen wie die Atmung und der Kreislauf gesteuert. Sind die Regulationszentren gestört, kann dies schwerwiegende Komplikationen verursachen. Je schwerer der Verlauf ist, desto geringer ist die Überlebenswahrscheinlichkeit und desto höher die Gefahr von Langzeitschäden.

Später bilden sich die Symptome langsam zurück. Bei erkrankten Personen, die Entzündungen im Gehirn oder Rückenmark erlitten haben, kommt es oft nicht zu einer kompletten Rückbildung der Symptome. Zu den Langzeitfolgen zählen vor allem neurologische und psychiatrische Erkrankungen. Spätfolgen können auch nach Jahren noch auftreten. Ohne Behandlung kann die Japanische Enzephalitis tödlich verlaufen.

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Japanische Enzephalitis: Ursachen und Risikofaktoren

Auslöser der Japanischen Enzephalitis ist das Japanische-Enzephalitis-Virus (JEV). Es gehört zu einer Virus-Familie (Flaviviren), die über die ganze Welt verbreitet ist. Zu dieser Familie zählen unter anderem auch das West-Nil-Virus, das Gelbfieber-Virus oder der Erreger der Frühsommer-Enzephalitis (FSME).

Man findet das Japanische-Enzephalitis-Virus vor allem in Vögeln und Schweinen. In diesen Tieren ist der Erreger im Blut oft hoch konzentriert, so dass sich die Viren gut verbreiten können. Die Tiere erkranken jedoch zumeist nicht. Das Japanische-Enzephalitis-Virus zirkuliert zwischen Vögeln und Moskitos. Der Mensch wird dann durch einen Stich der nachtaktiven Reisfeldmücke (Culex tritaeniorrhynchus) mit dem Japanische-Enzephalitis-Virus infiziert.

Die einheimischen Erkrankten leben oft unter einfachen Bedingungen auf dem Land, wo ein intensiver Kontakt zu Tieren besteht. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist jedoch nicht möglich. In Regionen, wo die Japanische Enzephalitis ganzjährig verbreitet ist, haben viele Bewohner eine oftmals symptomlose Infektion durchgemacht und haben dadurch Antikörper gegen das Virus entwickelt.

Eine besonders hohe Infektionsgefahr besteht in feuchten Gebieten, wo optimale Brutbedingungen für die Reisfeldmücke, den Überträger der Japanischen Enzephalitis, bestehen. Neben der Monsunzeit sind auch Zeiten besonders intensiver Bewässerung, wie sie auf Reisfeldern nötig sein kann, gefährlich. Regionen mit stehenden Wasser und warmen Temperaturen bieten optimale Ausbreitungsbedingungen für das Japanische-Enzephalitis-Virus. Dies betrifft vor allem ländliche Regionen. In der Regenzeit kommt es verstärkt zu Ausbrüchen. Ein entscheidender Faktor ist neben der Feuchtigkeit eine dauerhafte Temperatur über 20°C.

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Japanische Enzephalitis: Untersuchung und Diagnose

Das Virus lässt sich im Blut und im Hirnwasser (Liquor) nachweisen. Dies ist jedoch nicht einfach. Der Nachweis gelingt vor allem in der frühen Krankheitsphase, bevor das Gehirn betroffen ist. Zu diesem Zeitpunkt sind die Symptome meist noch unspezifisch. Wenn das Virus das Gehirn erreicht hat, ist es oft nur noch schwer im Blut nachzuweisen.

Ungefähr nach dem zehnten Krankheitstag kann man Antikörper gegen das Virus im Blut finden. Zumeist wird zur Diagnosestellung nach diesen Antikörpern gesucht.

Möglichst schnell müssen andere Ursachen für die Hirnentzündung ausgeschlossen werden und die richtige Diagnose gestellt werden. Damit wird verhindert, dass andere, behandelbare Ursachen wie Bakterieninfektionen übersehen werden und der Behandlungsbeginn verzögert wird.

Video: Japanische Enzephalitis Ein Überblick (August 2020).

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