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ISG-Syndrom

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Das ISG-Syndrom (Iliosakralgelenk-Syndrom) beschreibt eine Erkrankung der unteren Wirbelsäule und des Beckens. Das Iliosakralgelenk verbindet die Wirbelsäule mit dem Becken. Verschleißerscheinungen, Fehlbelastungen oder Unfälle können die Ursache für ein ISG-Syndrom sein und zu Schmerzen führen. Lesen Sie hier mehr zu Anzeichen und Behandlung des ISG-Syndroms.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. M54ArtikelübersichtISG-Syndrom

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

ISG-Syndrom: Beschreibung

Das Iliosakralgelenk (Kreuzbein-Darmbein-Gelenk) verbindet die untere Wirbelsäule (Os sacrum) mit dem Becken (Os ilium). Es ist nur wenig beweglich, wird von einem starken Bandapparat gesichert und lässt sich nicht aktiv bewegen. Mediziner bezeichnen ein solches Gelenk als Amphiarthrose.

Verkanten sich die Gelenkflächen, entsteht das ISG-Syndrom. Häufig verursachen Fehlbelastungen des Gelenks ein ISG-Syndrom, auch während der Schwangerschaft tritt es häufiger auf und verursacht ISG-Schmerzen.

Degenerative Veränderungen im Iliosakralgelenk sind mit zunehmendem Alter häufig, führen aber in aller Regel nicht zu Schmerzen.

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ISG-Syndrom: Symptome

Betroffene mit ISG-Syndrom haben hauptsächlich Schmerzen im Iliosakralgelenk. Die ISG-Schmerzen treten meist anfallsartig und beim Beugen oder Drehen des Rumpfes auf. Auch beim Gehen, nach langer körperlicher Anstrengung oder längeren Sitzen in einer bestimmten Position leiden Betroffene unter den typischen Beschwerden.

Dabei verkanten sich die Gelenkflächen des Gelenks, eine sogenannte ISG-Blockade entsteht. Die ISG-Blockade verursacht sowohl ISG-Schmerzen der betroffenen Seite als auch Schmerzen, die aus dem unteren Rücken über das Gesäß, den hinteren Oberschenkel entlang bis zum Knie ausstrahlen können. Diese ausstrahlenden ISG-Schmerzen ähneln Beschwerden, die auch bei Bandscheibenvorfällen auftreten können. Der Arzt wird dies bei seiner Diagnosestellung berücksichtigen.

Einige Patienten berichten von Schmerzen im Unterbauch und im Bereich der Leiste, die durch eine Verspannung des Lenden-Darmbeinmuskels (Musculus iliopsoas) entstehen.

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ISG-Syndrom: Ursachen und Risikofaktoren

ISG-Syndrom: Fehlbelastungen und die Aktivierung von Schmerzrezeptoren

Verantwortlich für ein ISG-Syndrom sind häufig Zug- oder Druckbelastungen auf den Bandapparat des Iliosakralgelenks. Diese entstehen zum Beispiel durch Fehlhaltungen, schweres Heben oder Übergewicht. Dadurch ausgelöste Entzündungsreaktionen verursachen Schmerzen und leiten diese Informationen über Schmerzrezeptoren (Nozirezeptoren) über das Rückenmark ins Gehirn. Die Schmerzrezeptoren des Iliosakralgelenks sind beim ISG-Syndrom besonders aktiv.

Der Therapeut wird beim ISG-Syndrom also sowohl die Ursachen wie etwa Fehlbelastungen korrigieren, als auch die Aktivität der Nozirezeptoren senken.

ISG-Syndrom: Krankheiten als Auslöser

Beim Morbus Bechterew, einer chronisch-entzündlichen Erkrankung der Wirbelsäule und des Beckens treten Umbauprozesse an der Wirbelsäule auf, und es kommt zu entzündlichen Prozessen. Dadurch kann ein ISG-Syndrom ausgelöst werden und Beschwerden entstehen.

ISG-Syndrom in der Schwangerschaft

Durch die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft lockern sich die Bänder und können ein ISG-Syndrom auslösen. Weil der Bandapparat an Stabilität verliert und das Iliosakralgelenk den Druckbelastungen weniger gut standhält, übernimmt die Rückenmuskulatur eine stabilisierende Funktion. Dadurch verspannt die Muskulatur und schmerzt.

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ISG-Syndrom: Untersuchungen und Diagnose

Wer im Iliosakralgelenk Schmerzen hat, sollte einen Arzt aufsuchen. Zunächst lassen sich viele Patienten vom Hausarzt behandeln, später werden sie meist zu einen Orthopäden überwiesen. Bei Schmerzen im Iliosakralgelenk stellt Ihr Arzt Ihnen zunächst unter anderem folgende Fragen, um sich über Ihre Krankheitsgeschichte (Anamnese) zu informieren:

  • Wann sind die Schmerzen zum ersten Mal aufgetreten?
  • Wo genau sind die Schmerzen?
  • Strahlen die Schmerzen aus, zum Beispiel ins Bein?
  • Wie fühlt sich der Schmerz an? Wie ein Brennen oder Stechen zum Beispiel?
  • An welchen Vorerkrankungen leiden Sie?
  • Sind in Ihrer Familie Erbkrankheiten bekannt?
  • Sind Sie gestürzt?
  • Haben Sie Fieber?

ISG-Syndrom: Körperliche Untersuchung

Anschließend untersucht Ihr Arzt Sie körperlich. Dabei führt er unter anderem folgende Untersuchungen durch:

  • Test auf Klopfschmerzhaftigkeit: Ihr Arzt tastet und klopft die Dornfortsätze der Wirbelsäule der Reihe nach ab. Schmerzen können auf einen Wirbelbruch hindeuten. Beim ISG-Syndrom schmerzt die Wirbelsäule normalerweise nicht. Schmerzen treten eher seitlich der Wirbelsäule am unteren Rücken auf.
  • Vorlaufphänomen: Sie stehen mit dem Rücken zum Arzt, der seine Daumen auf die beiden Iliosakralgelenke legt. Dann beugen Sie sich nach vorne. Bei einer ISG-Reizung wird der Daumen auf der betroffenen Seite früher mit in die Beugung gezogen.
  • Mennell-Zeichen: Sie liegen auf dem Bauch und der Arzt fixiert mit einer Hand das Iliosakralgelenk. Mit der anderen Hand hebt er Ihr Bein an. Sollten Sie Schmerzen im Gelenk verspüren, ist das Mennell-Zeichen positiv und weist auf ein ISG-Syndrom hin.
  • Viererzeichen (Patrick-Test): Sie liegen auf dem Rücken. Nun führen Sie die rechte Hacke zum linken Knie und lassen das angewinkelte rechte Bein zur rechten Seite fallen. Blickt man nun von oben auf Ihre Beine, bilden sie die Zahl vier. Anschließend wird der Test auf der Gegenseite durchgeführt. Bei Schmerzen oder einer eingeschränkten Beweglichkeit, deutet dies auf eine Beteiligung des Hüft- oder Iliosakralgelenks hin.

ISG-Syndrom: Weitere Diagnostik

Normalerweise sind keine Blutuntersuchungen notwendig. Bei chronischen Kreuzschmerzen bereits vor dem 45. Lebensjahr kann der Arzt Ihnen Blut abnehmen, um es im Labor auf Anzeichen eines Morbus Bechterew untersuchen zu lassen.

Neben einer Röntgenuntersuchung kann eine Computertomographie (CT) mögliche Wirbelbrüche oder Ausrenkungen nachweisen.

Video: Was hilft beim ISG-Syndrom? Visite. NDR (August 2020).

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