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Hundeallergie

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Eine Hundeallergie ist eine Überempfindlichkeit des Immunsystems gegen bestimmte Stoffe, die von Hunden in Speichel, Urin und Drüsensekreten abgegeben werden. Eine Hundeallergie zeigt sich durch Symptome wie gerötete Augen, Niesreiz und eine laufende Nase. Je nach Schwere der Symptome wird eine Hundeallergie unterschiedlich behandelt. Lesen Sie hier alles Wichtige zur Hundeallergie.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. J30ArtikelübersichtHundeallergie

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Hundeallergie: Beschreibung

Die Hundeallergie (Hundehaarallergie) ist eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte, eigentlich harmlose Eiweiße, die von Hunden abgegeben werden. Diese Eiweiße sind im Speichel, Urin und Haut- und Talgdrüsen zu finden. Sie befinden sich somit auf Hautschuppen und Haaren sowie im Urin des Hundes. Gelangen die Allergene des Hundes in die Atemwege und auf die Schleimhäute des Menschen, können sie eine allergische Reaktion hervorrufen. Entgegen der häufigen Annahme sind es also nicht die Hundehaare selbst, die eine Allergie auslösen, sondern Partikel, die an ihnen kleben.

Die Hundeallergie ist die zweithäufigste Allergie gegen Tierhaare nach der Katzen-Allergie. Hunde produzieren im Allgemeinen alle Allergene. Es gibt keine Hunderasse, auf die das nicht zutrifft, obwohl immer wieder entsprechende Gerüchte im Umlauf sind. Im Unterschied zur Katzenallergie, bei der Betroffene meist gegen alle Arten von Katzen allergisch sind, kann eine Hundeallergie auch nur gegen einzelne Rassen bestehen. So sind beispielsweise mehr Menschen gegen Boxer allergisch als gegen Schäferhunde. Es gibt Hinweise, dass kurzhaarige Hunde eher Probleme bereiten als langhaarige.

Einige wenige Menschen mit Hundeallergie zeigen auch beim Kontakt mit Katzen Anzeichen einer Allergie. Hund und Katze produzieren grundsätzlich verschiedene Eiweiße, einige davon können sich jedoch in ihrer Grundstruktur ähneln. Wesentlich häufiger kommt es vor, dass Menschen mit Katzenallergie allergische Symptome bei dem Kontakt mit Hunden entwickeln. Dieses Phänomen wird als Kreuzallergie bezeichnet.

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Hundeallergie: Symptome

Bei einer Hundeallergie treten die Symptome direkt nach dem Kontakt mit den Allergenen auf. Die Hundehaarallergie ist eine Allergie vom Soforttyp. Das bedeutet, dass sofort nach dem Kontakt mit dem Allergen bei der Hundehaarallergie Symptome. Um allergische Symptome auszulösen, ist kein direkter Kontakt mit Hunden nötig. Die Hunde-Allergene können auch über durch die Luft, über Gegenstände oder andere Personen übertragen werden.

Die Symptome bei einer Hundeallergie hängen davon ab, wo der Kontakt mit den Allergenen geschieht. Gelangen sie bei einem Allergiker in die Augen, entwickeln sich rote, brennende oder juckende Augen bis hin zu einer Bindehautentzündung. Werden sie eingeatmet und gelangen etwa in die Nase, erinnern die Symptome an einen Heuschnupfen. Es kommt zur vermehrten Sekretproduktion, die Schleimhäute schwellen an. Häufig besteht ein dauerhafter Niesreiz. Auch die Schleimhäute im Hals schwellen an. Es kommt zu Hustenreiz, Schluckbeschwerden und Halskratzen. Auf der Haut können sich bei manchen beim Kontakt mit dem Allergen Rötungen oder Schwellungen zeigen.

Gegenüber einer Katzenallergie sind die Symptome der Hundeallergie häufig weniger stark ausgeprägt. Bleibt eine Allergie lange Zeit unbehandelt, können sich die Symptome im Laufe der Zeit verschlimmern. In seltenen Fällen (vor allem wenn eine Hundeallergie lange nicht therapiert wird oder bei sehr hoher Allergen-Exposition) können Asthmaanfälle mit Atembeschwerden und Atemnot oder sogar ein anaphylaktischer Schock drohen.

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Hundeallergie: Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursache einer Hundeallergie sind bestimmte Eiweiße, die von Hunden mit ihrem Speichel, Urin und über Hautdrüsen freigesetzt werden. Diese Eiweiße (Allergene) haften an Hautschuppen und Haaren des Hundes. Von da aus gelangen sie entweder in die Raumluft, auf Gegenstände oder durch direkten Kontakt sofort auf den Menschen.

Die Hunde-Allergene sind eigentlich harmlose Substanzen. Die tatsächliche Ursache der Hundeallergie liegt in einer Überreaktion des Immunsystems. Kommt das Immunsystem das erste Mal mit den Substanzen in Kontakt, treten noch keine Symptome einer Allergie auf. Allerdings erkennt das Immunsystem die Stoffe als körperfremd und stuft sie als schädlich ein. Als Folge bildet es Antikörper gegen sie. Bei einem erneuten Kontakt mit den Allergenen werden die Antikörper aktiviert. Diese stimulieren nun Zellen im Körper, die unter anderem Histamin ausschütten. Histamin löst im Köper eine Schwellung der Schleimhäute, eine verstärkte Schleimproduktion und eine Erweiterung der Blutgefäße aus.

Um bei einer Hundeallergie Symptome zu entwickeln, müssen Betroffene noch nicht einmal selbst Kontakt mit Hunden haben. Die Allergene werden durch Luft und durch Tierbesitzer, die die Hundehaare und Hautschuppen an ihrer Kleidung tragen, überall verteilt. Hohe Konzentrationen an Allergenen finden sich daher auch an öffentlichen Plätzen wie Schulen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine Hundeallergie kann demnach auch bei Personen auftreten, die noch nie persönlichen Kontakt zu einem Hund hatten.

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Hundeallergie: Untersuchungen und Diagnose

Bei dem Verdacht auf eine Hundeallergie ist der Hausarzt oder ein Allergologe der richtige Ansprechpartner. In einem ersten Gespräch erfasst dieser die Krankengeschichte (Anamnese). Dabei haben Sie die Möglichkeit, Ihre Beschwerden genau zu schildern. Um die Art der Symptome und die möglichen Ursachen genauer einzugrenzen, stellt der Arzt eventuell Fragen wie:

  • Treten die Beschwerden vorwiegend drinnen oder auch draußen auf?
  • Haben Sie dauerhaft Beschwerden oder eher schubweise?
  • Haben Sie Haustiere?
  • Gab es in Ihrer Familie Personen mit ähnlichen Beschwerden?

Aufgrund der Vielzahl möglicher Ursachen bei einer Allergie und auch, weil die Symptome noch auf andere Erkrankungen hinweisen können, kann die Diagnosestellung bei einer Allergie sehr schwierig sein. Nach dem ersten Gespräch findet eine körperliche Untersuchung statt. Unter anderem werden dabei die Haut, die Augen und die Atemwege untersucht. Die Lunge wird abgehorcht und der allgemeine Gesundheitszustand überprüft. Unter Umständen bittet der Arzt Sie, ein zweites Mal zu kommen und in der Zwischenzeit ein Allergie-Tagebuch zu führen. In ein Allergie-Tagebuch tragen Sie Folgendes ein:

  • Wann und wo die Beschwerden auftraten.
  • Was Sie dabei gerade gemacht haben.
  • Was Sie an dem Tag gegessen und getrunken haben.
  • Welche Medikamente Sie eingenommen haben.
  • Was denkbare Ursachen wären.

Hat der Arzt eine Verdachtsdiagnose gebildet, findet ein Allergie-Test statt. Als Allergie-Test wird heute meist der sogenannte Prick-Test angewandt. Dabei werden mögliche Allergene auf die Haut (meist am Unterarm) getropft und die Haut darunter leicht angeritzt. Besteht eine Hundeallergie, rötet sich die Haut unter dem entsprechenden Allergen innerhalb von 15 bis 20 Minuten, schwillt an und bildet eventuell Pusteln. Besteht keine Allergie zeigen sich bei dem Prick-Test kaum oder gar keine Hautveränderungen.

Zusätzlich kann eine spezielle Blutuntersuchung durchgeführt werden (sogenannter RAST-Test). Dabei wird das Blut auf Antikörper getestet, die auf eine Allergie hinweisen. Über ein normales Blutbild können außerdem Entzündungen und Infektionen des Körpers, die mit ähnlichen Symptomen wie die Hundeallergie einhergehen können, ausgeschlossen werden.

Bei unsicheren Befunden wird schließlich noch ein Provokationstest durchgeführt. Dazu wird das vermutete Allergen direkt auf die Nasenschleimhäute aufgetragen. Der Provokationstest wird heute nur noch selten angewandt, da er sehr schwere allergische Reaktionen hervorrufen kann. Nach dem Test ist zudem eine Nachbeobachtung von mindestens einer halben Stunde nötig.

Video: Hundeallergie? Allergisch auf Hunde? was tun? (August 2020).

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