Krankheiten

Hydrozele

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Bei einer Hydrozele (Hydrocele testis, Wasserbruch) handelt es sich um eine Flüssigkeitsansammlung im Hodensack. Sie kann angeboren oder erworben sein. Die Patienten bemerken eine schmerzlose Schwellung des betroffenen Hodens. Sollte sich die Hydrozele nicht von selbst zurückbilden, ist eine Operation notwendig. Lesen Sie hier alles über die Hydrozele.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. N43ArtikelübersichtHydrozele

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Hydrozele: Beschreibung

Als Hydrozele bezeichnen Mediziner eine Ansammlung von Wasser im Hoden, im Samenstrang oder im Nebenhoden. Sie ist entweder angeboren oder erworben. Am häufigsten tritt sie bei zu früh geborenen Jungen auf. Etwa sechs Prozent aller reifen neugeborenen Jungen haben eine Hydrozele (Hydrocele, Hydrocele testis).

Hydrozele: Verschiedene Krankheitsbilder

In der Regel befindet sich die Flüssigkeit zwischen zwei Häuten, die den Hoden umgeben (zusammen Tunica vaginalis testis genannt). Sollte sich im Samenstrang Flüssigkeit ansammeln, spricht man von einer Hydrocele funiculi spermatici. Eine Flüssigkeitsansammlung im Nebenhoden heißt Spermatozele.

Wenn bei Mädchen eine Flüssigkeitsansammlung in der Leistengegend auftritt, wird sie als Nuck'sche Zyste bezeichnet. Dieses Krankheitsbild kommt nur selten vor.

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Hydrozele: Symptome

Eine Hydrozele zeigt sich durch eine einseitige oder beidseitige Schwellung des Hodensacks (Skrotum). In der Regel entsteht sie langsam und ist nicht schmerzhaft. Sie fühlt sich prall-elastisch an. Wird der Wasserbruch sehr groß, kann er die Beweglichkeit des Patienten einschränken wie zum Beispiel das Gehen.

Eine angeborene Hydrocele testis füllt sich meistens im Stehen, weil die Flüssigkeit aus der Bauchhöhle der Schwerkraft folgt. Im Liegen entleert sie sich wieder.

Sollte es in eine Hydrozele einbluten, etwa durch Gewalteinwirkung oder durch eine gestörte Blutgerinnung, sprechen Mediziner von einer Hämatozele.

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Hydrozele: Ursachen und Risikofaktoren

Eine Hydrozele kann entweder angeboren oder erworben sein. Je nachdem, welche Form der Hydrocele vorliegt, gibt es entsprechende Ursachen und Risikofaktoren.

Hydrozele: Angeborener Wasserbruch

Ist die Hydrozele angeboren, sprechen Mediziner auch von einer primären Hydrozele. So betrifft diese Form von Wasserbruch Baby und Kleinkind. Nur selten fällt eine angeborene Hydrocele erst bei älteren Kindern auf.

Vor allem Frühgeborene haben ein erhöhtes Risiko für eine primäre Hydrozele. Der Grund liegt in der Entwicklung des Hodens: Während das Kind im Bauch der Mutter heranwächst, bildet sich der Hoden in der Bauchhöhle, umhüllt vom Bauchfell (Peritoneum), das die Bauchhöhle auskleidet. Im Verlauf der Schwangerschaft steigt er durch den Leistenkanal in den Hodensack hinab, wobei eine Aussackung des Bauchfells entsteht („Processus vaginalis peritonei“). Normalerweise verschließt sie sich noch während der Schwangerschaft. Wenn das nicht geschieht, kann Flüssigkeit aus dem Bauchraum in den Hodensack gelangen, und es entsteht eine Hydrozele.

Hydrozele: Erworbener Wasserbruch

Eine erworbene Hydrozele wird auch sekundäre Hydrozele genannt. Sie kann verschiedene Ursachen haben wie:

  • Entzündung von Hoden oder Nebenhoden
  • Gewalteinwirkungen (Schläge, Tritte)
  • Hodentorsion (Hodenverdrehung)
  • Leistenbruch (Hernie)
  • Geschwulst (Tumor)
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Hydrozele: Untersuchungen und Diagnose

Eine Hydrozele wird, wenn sie angeboren ist, zunächst durch den Kinderarzt behandelt. Der Facharzt zur Behandlung der Hydrocele ist der Urologe beziehungsweise ein Chirurg. Um die Diagnose einer Hydrozele zu stellen, befragt Ihr Arzt Sie zunächst ausführlich nach der Krankheitsgeschichte (Anamnese). Dabei stellt er Ihnen unter anderem folgende Fragen:

  • Ist Ihr Kind zu früh geboren?
  • Wann haben Sie die Schwellung des Hodens zum ersten Mal bemerkt?
  • Verändert sich die Schwellung im Stehen oder Liegen?
  • Gab es Gewalteinwirkungen auf den Hoden?

Hydrozele: Körperliche Untersuchung

Danach folgt die körperliche Untersuchung. Dabei tastet der Arzt die Schwellung am Hodensack ab und achtet darauf, ob sie prall-elastisch ist oder ob eventuell Verhärtungen zu spüren sind. Danach beleuchtet er den Hodensack mit einer Taschenlampe. Liegt eine Hydrozele vor, scheint das Licht durch die Flüssigkeit hindurch.

Des Weiteren wird in der Regel noch eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Hodens gemacht. Dabei kann ebenfalls die Flüssigkeitsansammlung dargestellt werden. Auch mit einer Magnetresonanztomografie (MRT) ist dies möglich. Sie ist jedoch aufwändiger als eine Ultraschalluntersuchung.

Video: ACHTUNG: Diese Krankheit wirst du NICHT wieder los! Akne, Colitis ulcerosa, Hydrozele (August 2020).

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