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Hüftdysplasie

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Als Hüftdysplasie bezeichnen Mediziner eine angeborene oder erworbene Fehlbildung der Hüftgelenkpfanne. Sie tritt bei etwa zwei bis drei von 100 Neugeborenen auf, vor allem bei Mädchen. Unbehandelt kann die Hüftdysplasie zu einer dauerhaften Schädigung von Hüftkopf oder Gelenkpfanne führen. Eine spätere Gehbehinderung sowie vorzeitige Abnutzungserscheinungen sind die möglichen Folgen. Lesen Sie hier alles Wichtige zur Hüftdysplasie.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. Q65ArtikelübersichtHüftdysplasie

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Hüftdysplasie: Beschreibung

Unter einer Hüftdysplasie versteht man eine angeborene oder erworbene Fehlbildung der Hüftgelenkpfanne. In der Folge findet der noch knorpelig-weiche Hüftkopf des Oberschenkels keinen stabilen Halt in der Hüftgelenkpfanne. Im schwersten Fall einer Hüftdysplasie, der Hüftluxation, rutscht der Kopf des Oberschenkelknochens aus der Gelenkpfanne.

Hüftdysplasie und Hüftluxation können nur an einem Hüftgelenk oder aber an beiden Gelenken auftreten. Bei einer einseitigen Fehlbildung ist das rechte Hüftgelenk viel häufiger betroffen als das linke.

Hüftdysplasie: Häufigkeit

Von 100 Neugeborenen weisen zwei bis drei eine Hüftdysplasie auf. Eine Hüftluxation ist mit einer Häufigkeit von etwa 0,2 Prozent deutlich seltener. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen.

Hüftdysplasie: Erwachsene

Eine unerkannte oder zu spät behandelte Hüftdysplasie bei Babys schränkt die Beweglichkeit im späteren Leben erheblich ein und kann bereits bei Jugendlichen Schmerzen verursachen. Es kann zu vorzeitigen abnutzungsbedingten Veränderungen kommen, welche die Berufswahl einschränken und frühzeitige Invalidisierung zur Folge haben können. Fehlbildungen des Hüftgelenks wie eine Hüftdysplasie begünstigen eine frühzeitige Gelenkabnutzung (Arthrose).

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Hüftdysplasie: Symptome

Die Hüftdysplasie allein verursacht zunächst keine Beschwerden. Wird sie aber nicht rechtzeitig erkannt, können Schäden an Hüftpfanne und -kopf (wie eine Hüftarthrose im späteren Lebensalter) oder eine Hüftluxation entstehen.

Bei einer Hüftluxation springt der Hüftkopf (also der Kopf des Oberschenkelknochens) aus der Gelenkpfanne. In diesem Falle kann das Baby die Beine nur noch unvollständig abspreizen. Das Bein auf der betroffenen Seite erscheint kürzer als das andere. Die Analfurche und Schamfalte sind zur betroffenen Seite hin verschoben. Die Beinverkürzung und die Faltenasymmetrie können aber bei einer beidseitigen Hüftgelenksluxation fehlen.

Als Folge der Hüftluxation kann sich die "leere" Gelenkpfanne nach und nach verformen. In einigen Fällen lässt sich der Kopf des Oberschenkelknochens dann nicht mehr in die normale Position einrenken.

Bei älteren Kindern kommt es infolge einer Hüftdysplasie unter Umständen zu einem Hohlkreuz oder einem "Watschelgang". Bei solchen Anzeichen sollten Eltern mit ihrem Kind umgehend einen Kinderarzt oder Orthopäden aufsuchen.

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Hüftdysplasie: Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen der Hüftdysplasie sind nicht bekannt. Aber es gibt Risikofaktoren, welche die Entstehung dieser Fehlbildung begünstigen:

  • Falsche Lage des Fötus im Mutterleib: In Steiß- oder Beckenendlage geborene Kinder weisen etwa 25-mal häufiger eine Hüftdysplasie auf als Babys, die in normaler Geburtslage zur Welt kommen.
  • Beengende Verhältnisse im Mutterleib wie etwa bei einer Mehrlingsschwangerschaft
  • Hormonelle Faktoren: Das Schwangerschaftshormon Progesteron, das den mütterlichen Beckenring als Vorbereitung auf die Geburt auflockert, bewirkt vermutlich bei weiblichen Feten eine stärkere Lockerung der Hüftgelenkskapsel - eine Hüftdysplasie kann entstehen.
  • Genetische Veranlagung: Bereits andere Familienmitglieder hatten eine Hüftdysplasie.
  • Missbildungen im Bereich der Wirbelsäule, Beine und Füße
  • Neurologische oder muskuläre Erkrankungen wie offener Rücken (Spina bifida)
  • Fehlhaltung der Hüftgelenke nach der Geburt
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Hüftdysplasie: Untersuchungen und Diagnose

Im Rahmen der Vorsorge-Untersuchungen prüft der Kinderarzt bereits bei der U2 (dritter bis zehnter Lebenstag) jedes Kind routinemäßig auf eine Hüftdysplasie. Für eine sichere Diagnose führt er dann bei der U3 (in der 4. bis 6. Lebenswoche) eine Ultraschall-Untersuchung der Hüfte durch. Eine Röntgenuntersuchung zur Abklärung einer Hüftdysplasie ist normalerweise unnötig und außerdem weniger zuverlässig, da die noch knorpeligen Säuglingsknochen im Röntgenbild weniger genau zu erkennen sind als im Ultraschall.

Bei der körperlichen Untersuchung weisen folgende Anzeichen möglicherweise auf eine Hüftdysplasie hin:

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