Krankheiten

Hirntumor

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Ein Hirntumor ist eine sehr seltene Erkrankung, für die meistens keine Ursache gefunden wird. Menschen erkranken vorwiegend im Kindesalter oder um das 70. Lebensjahr daran. Es gibt zahlreiche Hirntumor-Arten - gut- und bösartige. Ihre Behandlung und Prognose variiert stark. Generell kann ein Hirntumor operiert, bestrahlt oder mit Chemotherapeutika behandelt werden. Hier lesen Sie alles Wichtige über das Thema Hirntumor.

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. D43C71D33ArtikelübersichtHirntumor

  • Beschreibung
  • Symptome
  • Ursachen und Risikofaktoren
  • Hirnmetastasen
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Krankheitsverlauf und Prognose

Hirntumor: Beschreibung

Der Begriff Hirntumor bezeichnet jede gut- und bösartige Geschwulst innerhalb des Schädels. Im Vergleich zu Darm-, Lungen-, Brustkrebs oder anderen Krebserkrankungen sind Gehirntumoren relativ selten. Im Jahr 2010 erkrankten laut Krebsregisterdaten des Robert Koch-Instituts ungefähr 2.900 Frauen und 3.800 Männer in Deutschland an einem Hirntumor. Bei beiden Geschlechtern wurden die meisten Erkrankungen zwischen dem 70. und 75. Lebensjahr verzeichnet. Etwa 100 weibliche und 200 männliche Patienten waren unter 20 Jahre alt.

Im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen ist ein Gehirntumor bei Kindern relativ häufig. Laut Kinderkrebsregister sind etwa ein Viertel der Krebserkrankungen bei Kindern auf Tumoren des zentralen Nervensystems zurückzuführen.

Hirntumor ist nicht gleich Hirntumor. Zum einen gibt es wie erwähnt sowohl gutartige als auch bösartige Hirntumor-Formen („Gehirnkrebs“). Darüber hinaus unterscheidet man primäre und sekundäre Hirntumoren:Primäre Hirntumore

Als primär bezeichnet man einen Hirntumor, der sich direkt aus Zellen der Gehirnsubstanz oder der Hirnhaut entwickelt. Solche Tumoren werden auch als hirneigene Tumoren bezeichnet.

Oft werden zu den primären Hirntumoren auch Tumoren gerechnet, die von einem Hirnnerven ausgehen. Die Hirnnerven befinden sich zwar zu einem Großteil im Schädel, werden aber nicht dem zentralen Nervensystem (ZNS: Gehirn und Rückenmark), sondern dem peripheren Nervensystem zugerechnet. Geht ein Tumor im Kopf von einem Hirnnerven aus, ist er daher eigentlich eine Neubildung des peripheren Nervensystems.

Die primären Hirntumoren werden nach verschiedenen Kriterien weiter unterteilt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) untergliedert die einzelnen Geschwülste danach, von welchem Gewebe sie abstammen und in wieweit der Gehirntumor bösartig oder gutartig ist. Diese Unterscheidung beeinflusst sowohl die Hirntumor-Behandlung als auch die Prognose. Interessanterweise stammt nur ein kleiner Teil der Gehirntumore von den Nervenzellen (Neuronen) ab. Mehr als jeder zweite primäre Hirntumor entwickelt sich aus dem Stützgewebe des Gehirns und gehört damit der Gruppe der Gliome an. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Hirntumore:

Gliome

Sie stammen von den Stützzellen des ZNS ab. Es zählen dazu zum Beispiel Astrozytom, Oligodendrogliom und Glioblastom.

Ependyom

Dieser Hirntumor bildet sich aus Zellen, die die inneren Hirnkammern auskleiden.

Medulloblastom

Das Medulloblastom bildet sich im Kleinhirn. Es ist der wichtigste Hirntumor bei Kindern.

Neurinom

Dieser Tumor geht von Hirnnerven aus. Er wird auch als Schwannom bezeichnet.

Meningeom

Dieser Gehirntumor entwickelt sich aus der Hirnhaut.

ZNS-Lymphom

Das ZNS-Lymphom bildet sich aus einer Zellgruppe der weißen Blutzellen.

Keimzelltumoren

Zu den Keimzelltumoren zählen das Germinom und das Chorionkarzinom.

Gehirntumor der Sellaregion

Diese Geschwülste sind an einer bestimmten Stelle im Gehirn zu finden, der Sella turcica. Hier befindet sich normalerweise die Hypophyse. Zu ihnen zählen das Hypophysenadenom und das Kraniopharyngeom.

In jeder Altersgruppe kommen einzelne Hirntumoren häufiger vor als andere. Unter den primären Hirntumoren sind bei Erwachsenen Gliome, Meningeome und Hypophysentumoren am häufigsten. Tritt ein Hirntumor bei Kindern auf, handelt es sich dabei meistens um ein Medulloblastom oder ein Gliom.

Sekundäre Hirntumore

Sehr viel häufiger als ein primärer Hirntumor sind sekundäre Hirntumoren. Sie entstehen, wenn Zellen aus anderen Organtumoren (beispielsweise Lungenkrebs, Hautkrebs, Brustkrebs) ins Gehirn gelangen und hier eine Tochtergeschwulst bilden. Es handelt sich hierbei also um Hirnmetastasen. Sie werden von einigen Fachleuten gar nicht als „echter“ Hirntumor angesehen.

Bei den Hirnmetastasen unterscheidet man Absiedlungen im Hirngewebe (Parenchym-Metastasen) und solche in der Hirnhaut (Meningeosis carcinomatosa).

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Hirntumor: Symptome

Alles Wichtige zu möglichen Anzeichen für einen Hirntumor lesen Sie im Beitrag Hirntumor - Symptome.

Video: Hirntumor: Gehirnoperation mit Augmented-Reality-Mikroskop (August 2020).

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