Krankheiten

Histaminintoleranz

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Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für lifelikeinc.com - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

Mehr über die lifelikeinc.com-ExpertenBei einer Histaminintoleranz reagiert der Körper auf eine erhöhte Menge an Histamin mit Unverträglichkeitsreaktionen. Diese Substanz kommt natürlicherweise im Körper vor, steckt aber auch in vielen Lebensmitteln. Mögliche Symptome einer Histaminintoleranz sind Quaddeln auf der Haut, Juckreiz, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden. Meistens sind Frauen im mittleren Alter betroffen. Lesen Sie alles Wichtige über Histaminintoleranz.

ArtikelübersichtHistaminintoleranz

  • Symptome
  • Beschreibung und Ursachen
  • Untersuchungen und Diagnose
  • Behandlung
  • Lebensmittel
  • Verlauf und Prognose

Kurzübersicht

  • Was ist Histaminintoleranz? Unverträglichkeit gegenüber größeren Histamin-Mengen. Histamin ist ein Gewebshormon und Botenstoff, der natürlicherweise im Körper vorkommt. Er steckt aber auch in vielen Lebensmitteln. Die Histaminintoleranz (HI, Histaminose) ist allerdings ein unter Experten umstrittenes Krankheitsbild.
  • Symptome: sehr vielfältig, z.B. Hautrötung mit Hitzegefühl (Flush), Juckreiz, Nesselsucht (Urtikaria), Herzrasen, Kopfschmerzen, verstopfte oder laufende Nase, Asthma, Durchfall, Bauchschmerzen
  • Ursachen: Experten vermuten bei den Betroffenen eine erworbene oder (seltener) angeborene Störung des Histamin-Abbaus im Körper.
  • Untersuchungen: Arzt-Patient-Gespräch zur Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese), Untersuchungen zum Ausschluss anderer möglicher Ursachen für die Beschwerden, dreistufige Ernährungsumstellung, eventuell ein Provokationstest
  • Behandlung: angepasste Ernährung, evtl. Enzympräparate
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Histaminintoleranz: Symptome

Histaminintoleranz-Symptome sind sehr vielfältig. Manche Patienten zeigen nur einzelne Beschwerden (wie Hautrötung mit Juckreiz). Bei anderen dagegen macht sich die Histaminose mit Symptomen in mehreren Körperregionen bemerkbar. Das liegt daran, dass die verschiedensten Zellen und Organe Andockstellen (Rezeptoren) für Histamin besitzen. Dazu zählen zum Beispiel glatte Muskelzellen (in der Magen- und Darmwand, in den Bronchien und der Gebärmutter, in den Blutgefäßwänden etc.), Drüsenzellen, Nervenzellen sowie Zellen des Immunsystems (wie Mastzellen).

Histamin vermittelt seine Wirkung, indem es an diese Rezeptoren bindet. Bei einer hohen Histaminmenge werden die Rezeptoren pausenlos aktiviert. Je nachdem, wo im Körper sie sich befinden, resultieren daraus bei empfindlichen Menschen unterschiedlichste Histaminintoleranz-Symptome.

Histaminintoleranz-Symptome: Haut

In der Haut kann Histamin sogenannte Mastzellen aktivieren. Diese setzen daraufhin allergene Inhaltsstoffe frei, die verschiedene Hauterscheinungen hervorrufen können:

  • Urtikaria (Nesselsucht): Sie ist durch kleine, flüchtige Schwellungen der Haut (Quaddeln) gekennzeichnet, die meist beetartig zusammenstehen. Die Haut erscheint an den betroffenen Stellen meist rot oder weiß mit einer roten Umrandung. Die Quaddeln können über den ganzen Körper verteilt auftreten. Sie verschwinden in der Regel nach 24 Stunden. Solange der Auslöser der Nesselsucht aber weiter besteht, können sich immer neue Quaddeln bilden.
  • Juckreiz: Die aus den Mastzellen freigesetzten Substanzen lösen neben Urtikaria auch einen massiven Juckreiz aus. Besonders die Haut über den Quaddeln ist sehr gereizt. Anders als bei anderen juckenden Hauterkrankungen werden Quaddeln aber nicht aufgekratzt, sondern lediglich gerieben und gedrückt.

Histaminintoleranz-Symptome der Haut zeigen sich auch in einer gesteigerten Durchblutung: Histamin führt zu einer Freisetzung von Stickstoffmonoxid, das die Blutgefäße weit stellt. So kann mehr Blut hindurchströmen. Dadurch sind die betroffenen Hautbereiche gerötet und erwärmt. Tritt dieses Phänomen im Gesicht auf, wird es auch als Flush bezeichnet.

Histaminintoleranz-Symptome: Gehirn

Auch im Gehirn kann Histamin über die Freisetzung von Stickstoffmonoxid bewirken, dass sich die Blutgefäße weiten. Passiert das bei den Arterien der Hirnhäute, können Kopfschmerzen entstehen. Dieser Mechanismus wird auch bei Migräne diskutiert.

Weitere mögliche Symptome der Histaminintoleranz, die vom Kopf ausgehen können, sind Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Manche Patienten berichten auch von einer verminderten Aufmerksamkeit sowie von Müdigkeit.

Video: Histamin-Unverträglichkeit erkennen und behandeln. Visite. NDR (August 2020).

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