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Hausstauballergie

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Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für lifelikeinc.com - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

Mehr über die lifelikeinc.com-ExpertenBei der Hausstauballergie (Hausstaubmilbenallergie) reagiert das Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Stoffe im Kot von Hausstaubmilben. Es kommt zu Symptomen wie tränenden, juckenden Augen, Fließschnupfen, Husten und Hautreaktionen. Im schlimmsten Fall löst eine Hausstauballergie Atemnot und allergisches Asthma aus. Lesen Sie hier alles Wichtige über Ursachen, Diagnose und Behandlung der Hausstauballergie!

ICD-Codes für diese Krankheit: ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen. J45J30ArtikelübersichtHausstauballergie

  • Kurzübersicht
  • Symptome erkennen
  • Ursachen & Auslöser
  • Behandlung
  • Vorbeugung & Tipps
  • Verlauf & Prognose
  • Untersuchungen und Diagnose

Kurzübersicht

  • Was ist eine Hausstauballergie? Eine Überempfindlichkeit des Körpers gegen bestimmte Eiweiße der Hausstaubmilben. Korrekterweise heißt es daher Hausstaubmilbenallergie. Umgangssprachlich wird die Erkrankung auch Stauballergie und Milbenallergie genannt. Sie entwickelt sich meist im Kindes- und Jugendalter und hält in der Regel lebenslang an.
  • Symptome: gerötete, juckende und tränende Augen, verstopfte Nase und Fließschnupfen, evtl. Niesreiz, allergische Hautreaktionen (Juckreiz, Ausschlag, Nesselsucht), manchmal Husten mit Verschleimung oder Weiterentwicklung zu allergischem Asthma mit akuter Atemnot

  • Behandlung: Milbenbelastung im eigenen Zuhause verringern (spezielle Matratzenüberzüge, keine Teppiche etc.), Medikamente gegen die Allergiesymptome, Hyposensibilisierung

  • Häufigkeit: In Industrieländern leidet etwa jeder Vierte an einem allergischen Schnupfen, beispielsweise bedingt durch Hausstaubmilben oder Pollen. Schätzungen von Experten zufolge haben in Deutschland etwa sieben Prozent der Bevölkerung eine Hausstauballergie.
  • Prognose: Bei konsequenter Behandlung lassen sich die Symptome verringern oder ganz beseitigen. Mit der Zeit kann sich aber aus einer Hausstauballergie ein allergisches Asthma entwickeln (Etagenwechsel). Außerdem reagieren manche Hausstauballergiker auch überempfindlich auf Krebstiere wie Garnelen (Kreuzallergie).
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Hausstauballergie: Symptome

Die Hausstauballergie-Symptome werden durch den Botenstoff Histamin in Gang gesetzt. Dieser wird durch den Kontakt mit dem Allergieauslöser - bestimmten Eiweißen von Hausstaubmilben - in großen Mengen ausgeschüttet: Er lässt die Schleimhäute anschwellen, weitet die Blutgefäße, kurbelt die Schleimproduktion an und ist an Entzündungsprozessen beteiligt. In der Folge entwickeln sich die verschiedenen Hausstauballergie-Symptome im Bereich der Augen, Nasen, in den Atemwegen und an der Haut:

  • Gerötete, juckende und tränende Augen sind typische Symptome bei Hausstauballergie. Der Allergenkontakt löst nämlich eine Bindehautentzündung aus (allergische Konjunktivitis).
  • Oft ist die Nase verstopft, weil die Schleimhäute anschwellen und verstärkt Sekret produziert wird. Es kann aber auch Fließschnupfen auftreten. Niesreiz ist ebenfalls möglich.
  • Die Hausstauballergie kann zu verschleimtem Husten (Bronchitis) und sogar zu einem allergischen Asthma mit akuter Atemnot führen.
  • Auf der Haut kann eine Hausstauballergie Symptome wie Juckreiz, Ausschlag und Nesselsucht hervorrufen. Bei der Nesselsucht (Urtikaria) bilden sich Quaddeln auf der Haut, also kleine, rote Schwellungen.

Weil die Hausstauballergie-Symptome sehr schnell nach Kontakt der Schleimhäute mit dem Allergen auftreten, zählt die Erkrankung zu den Allergien vom Soforttyp (Typ I).

Alle Symptome einer Hausstauballergie können sich auch bei anderen Allergien und anderen Erkrankungen zeigen. So können zum Beispiel Fließschnupfen und Husten als Anzeichen einer einfachen Erkältung fehlgedeutet werden. Deshalb wird eine Hausstauballergie oft erst spät oder gar nicht erkannt.

Wann zeigen sich die Hausstauballergie-Symptome?

Hausstauballergie-Symptome treten ganzjährig auf, da Hausstaubmilben dauerhaft in Wohnungen leben. Im Spätherbst und auch im Winter sind die Beschwerden aber meist besonders ausgeprägt. Die kleinen Spinnentiere vermehren sich nämlich hauptsächlich zwischen Mai und Oktober. Wenn dann im Spätherbst die Heizung angemacht wird und die Luftfeuchtigkeit in den Räumen dadurch sinkt, sterben die Milben in großer Zahl ab (sie brauchen nämlich ein feuchteres Milieu). Die toten Milben und ihr ausgeschiedener Kot zerfallen, vermischen sich mit dem Hausstaub und können dann mit der Luft leicht eingeatmet werden. Hausstauballergie-Symptome treten deshalb in diesen Monaten häufiger auf als im restlichen Jahr - besonders, wenn zusätzlich noch selten gelüftet wird (wie es im Winter oft der Fall ist).

Im Tagesverlauf machen sich die Hausstauballergie-Symptome besonders nachts oder morgens nach dem Aufstehen bemerkbar. Matratzen gelten nämlich als das größte Milbenreservoir.

Der mit toten Milben und Milbenkot vermischte Hausstaub wird bei Tätigkeiten wie Bettenmachen, Staubwischen und Staubsaugen leicht aufgewirbelt und dann eingeatmet. Die Hausstaubmilbenallergie-Symptome zeigen sich deshalb bei der täglichen Hausarbeit oft besonders stark.

Kreuzallergie

Die Milbeneiweiße, welche eine Hausstaubmilbenallergie auslösen, ähneln Eiweißen in Krebstieren. Deshalb reagieren manche Hausstauballergiker auch überempfindlich auf beispielsweise Garnelen, Krebse und Hummer - der Verzehr dieser tierischen Lebensmittel kann bei den Betroffenen also ebenfalls Allergie-Symptome auslösen. Mediziner sprechen in einem solchen Fall von Kreuzallergie.

Video: Hausstauballergie - was hilft? (August 2020).

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